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	<title>Kommentare zu: Wenn das Bier mehr Prozent hat als die FDP</title>
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	<description>Onlinemagazin für Politik, Gesellschaft und Politikwissenschaft</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 23:01:26 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Florian</title>
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		<dc:creator>Florian</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 11:06:17 +0000</pubDate>
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		<description>Armes Bayern! Da kommt man Montag Morgen ins Büro - nach einigen Tagen im Nachrichten-fernen und tief verschneiten St. Anton - und schon der erste Blick auf die Ereignisse zu Hause lässt einem nicht nur den Kragen platzen, sondern auch die im Urlaub gesammelte Erholung ist flugs verschwunden.

Unser schöner Freistaat liegt am Boden. Eine Tatsache, die nichts damit zu tun hat, dass FJS seit über 12 Jahren tot ist oder damit, dass bayerische Ministerpräsidenten mittlerweile die Halbwertszeit einer mittelmäßigen Weißwurst haben. Auch nicht damit, dass Fußball-Derbys in der kommenden Saison wohl nur noch in der 2. Liga stattfinden.

Wahrscheinlich lassen sich eine Vielzahl an Ursachen für die Misere identifizieren. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist aber die Mischung aus Beratungsresistenz und mangelnder Kritikfähigkeit von Politikern landauf und landab. Der Starkbieranstich ist seit Jahren symptomatisch für diese Verkrustung innerhalb der bayerischen Politik. Weder die Granden der Paulaner Brauerei noch die politische Elite des Freistaates hat verstanden, dass das &quot;Derblecken&quot; keine Veranstaltung ist die ihnen Spaß machen soll. Auch wenn es dabei bisweilen sehr heiter zu geht ist die Fastenpredigt eine recht ernste Angelegenheit. Bierenerst möchte man fast sagen. Gerade in Bayern, wo es durchaus Tradition hat, dass das Bayerische Fernsehen - von manchen auch liebevoll als &quot;Staatsfunk&quot; bezeichnet - eine Kabarettsendung abbricht. Gerade hier war und ist der Starkbieranstich eine Institution die es ermöglicht der versammelten Politprominenz aus Nah und Fern die Leviten zu lesen und ihnen ihre durchwachsene Performanz des vergangenen Jahres vorzuhalten. Der &quot;Nockherberg&quot; ist so etwas wie die moderne Form des Hofnarren: durchaus lustig, aber insbesondere kritisch.

Über die jüngste Predigt von Michael Lerchenberg alias Bruder Barnabas lässt sich vortrefflich streiten und man mag seinen Kritikern recht geben, dass er zumindest an einer Stelle über das Ziel hinaus geschossen ist. Auf diesen Misstand hat Frau Knobloch ja wie erwartet reagiert. Vielmehr über das Ziel hinaus schießt jetzt aber die geballte Kritik der Politik. In präpubertärer Manier wird nun versucht dem Fastenprediger die Kritik an der eigenen Person heimzuzahlen. Der banale Auslöser dafür ist schlicht und ergreifend, dass Lerchenberg ziemlich viele wunde Punkte getroffen hat. Und je mehr Finger er in die Wunden legte, desto größer das Gezeter der politischen Kaste. Statt dass die Damen und Herren von Regierung und Opposition auch nur einen Augenblick darüber nachgedacht hätten, ob die Zeiten gegenwärtig vielleicht genau nach so einer Predigt verlangt haben. Vielleicht ist den Leuten momentan einfach nicht nach Lachen, sondern vielleicht verlangt es sie vielmehr danach, dass endlich Tacheles geredet wird. Nein, soweit kam es nicht. Reflexartig wurde Michael Lerchenberg mit vereinten Kräften geschasst.

Nach Bruno Jonas und Django Asül ist Michael Lerchenberg, im übrigen ein Urgestein auf dem Nockherberg, nun schon der dritte Bruder Barnabas der sich nur kurz in seiner Rolle behaupten kann. Vielleicht findet sich nunmehr ein Kandidat, den die Politik zwar nicht verdient hat, den sie sich aber seit langem wünscht: einen Weichmacher ohne Hang zur Kritik. Damit verkommt der Starkbieranstich auf dem Nockherberg zu einem zweiten politischen Aschermittwoch. Einer Veranstaltung die keinem weh tut und wo Kritik nur an den anderen geübt wird. Wer das dann sein wird, wenn nach wie vor alle Parteien zum Derblecken antreten, bleibt fraglich. Klar ist hingegen, dass eine solche Wohlfühlrunde mit dem ursprünglichen Starbieranstich außer dem Namen und der Biersorte nichts mehr gemein haben wird. Armes Bayern!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Armes Bayern! Da kommt man Montag Morgen ins Büro &#8211; nach einigen Tagen im Nachrichten-fernen und tief verschneiten St. Anton &#8211; und schon der erste Blick auf die Ereignisse zu Hause lässt einem nicht nur den Kragen platzen, sondern auch die im Urlaub gesammelte Erholung ist flugs verschwunden.</p>
<p>Unser schöner Freistaat liegt am Boden. Eine Tatsache, die nichts damit zu tun hat, dass FJS seit über 12 Jahren tot ist oder damit, dass bayerische Ministerpräsidenten mittlerweile die Halbwertszeit einer mittelmäßigen Weißwurst haben. Auch nicht damit, dass Fußball-Derbys in der kommenden Saison wohl nur noch in der 2. Liga stattfinden.</p>
<p>Wahrscheinlich lassen sich eine Vielzahl an Ursachen für die Misere identifizieren. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist aber die Mischung aus Beratungsresistenz und mangelnder Kritikfähigkeit von Politikern landauf und landab. Der Starkbieranstich ist seit Jahren symptomatisch für diese Verkrustung innerhalb der bayerischen Politik. Weder die Granden der Paulaner Brauerei noch die politische Elite des Freistaates hat verstanden, dass das &#8220;Derblecken&#8221; keine Veranstaltung ist die ihnen Spaß machen soll. Auch wenn es dabei bisweilen sehr heiter zu geht ist die Fastenpredigt eine recht ernste Angelegenheit. Bierenerst möchte man fast sagen. Gerade in Bayern, wo es durchaus Tradition hat, dass das Bayerische Fernsehen &#8211; von manchen auch liebevoll als &#8220;Staatsfunk&#8221; bezeichnet &#8211; eine Kabarettsendung abbricht. Gerade hier war und ist der Starkbieranstich eine Institution die es ermöglicht der versammelten Politprominenz aus Nah und Fern die Leviten zu lesen und ihnen ihre durchwachsene Performanz des vergangenen Jahres vorzuhalten. Der &#8220;Nockherberg&#8221; ist so etwas wie die moderne Form des Hofnarren: durchaus lustig, aber insbesondere kritisch.</p>
<p>Über die jüngste Predigt von Michael Lerchenberg alias Bruder Barnabas lässt sich vortrefflich streiten und man mag seinen Kritikern recht geben, dass er zumindest an einer Stelle über das Ziel hinaus geschossen ist. Auf diesen Misstand hat Frau Knobloch ja wie erwartet reagiert. Vielmehr über das Ziel hinaus schießt jetzt aber die geballte Kritik der Politik. In präpubertärer Manier wird nun versucht dem Fastenprediger die Kritik an der eigenen Person heimzuzahlen. Der banale Auslöser dafür ist schlicht und ergreifend, dass Lerchenberg ziemlich viele wunde Punkte getroffen hat. Und je mehr Finger er in die Wunden legte, desto größer das Gezeter der politischen Kaste. Statt dass die Damen und Herren von Regierung und Opposition auch nur einen Augenblick darüber nachgedacht hätten, ob die Zeiten gegenwärtig vielleicht genau nach so einer Predigt verlangt haben. Vielleicht ist den Leuten momentan einfach nicht nach Lachen, sondern vielleicht verlangt es sie vielmehr danach, dass endlich Tacheles geredet wird. Nein, soweit kam es nicht. Reflexartig wurde Michael Lerchenberg mit vereinten Kräften geschasst.</p>
<p>Nach Bruno Jonas und Django Asül ist Michael Lerchenberg, im übrigen ein Urgestein auf dem Nockherberg, nun schon der dritte Bruder Barnabas der sich nur kurz in seiner Rolle behaupten kann. Vielleicht findet sich nunmehr ein Kandidat, den die Politik zwar nicht verdient hat, den sie sich aber seit langem wünscht: einen Weichmacher ohne Hang zur Kritik. Damit verkommt der Starkbieranstich auf dem Nockherberg zu einem zweiten politischen Aschermittwoch. Einer Veranstaltung die keinem weh tut und wo Kritik nur an den anderen geübt wird. Wer das dann sein wird, wenn nach wie vor alle Parteien zum Derblecken antreten, bleibt fraglich. Klar ist hingegen, dass eine solche Wohlfühlrunde mit dem ursprünglichen Starbieranstich außer dem Namen und der Biersorte nichts mehr gemein haben wird. Armes Bayern!</p>
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