Konfliktherd Kaukasus

11. Feb 2009 | von WeltTrends | Kategorie: Kooperation mit WeltTrends
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Das neue WeltTrends-Heft

Im Kaukasus brodelt es. Ein gefährliches Gemisch aus rivalisierenden Eliten, ethnischer Vielfalt, wirtschaftlicher Unterentwicklung, Ressourcenreichtum und ausländischen Interessen macht diese Region konfliktträchtig. Lesen im neuen WeltTrends-Heft über die Rolle von Legenden, die die Gewalt begründen, Abchasien und Nagorny-Karabach, Russlands Politik und die deutschen Interessen.  Eine Heftvorschau

Die Rubrik WeltBlick beschäftigt sich diesmal mit folgenden Fragen: Kann Barack Obama die Welt retten oder wird er bereits an den nationalen Aufgaben scheitern? Kann Entwicklungspolitik den internationalen Terrorismus eindämmen? Wie ist der Militäreinsatz der EU im Tschad zu bewerten? Der Analyseartikel thematisiert in dieser Ausgabe die Globalisierung und deren Auswirkungen auf den Nationalstaat. Im Forum wird der Balkan als Herausforderung für die EU thematisiert. Im Porträt wird der kürzlich verstorbene ehemalige polnische Außenminister Bronisław Geremek vorgestellt.

Im Gastkommentar fragt der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe nach den Auswirkungen der Finanzkrise auf die Probleme der Dritten Welt. Aktuelle Buchbesprechungen sowie Konferenzberichte ergänzen das neue Heft.

Thema: Konfliktherd Kaukasus

Die Liste der Völker im Kaukasus ist lang. Das Klischee vom „wilden Kaukasier“ ist tief verwurzelt und wird – je nach Interessenlage – mit „antirussisch und freiheitsliebend“ oder „islamistischterroristisch“ kombiniert. Die fünf Tage Krieg in Georgien im August 2008 haben die alten Probleme dieser Region wieder neu in den Blick der Weltöffentlichkeit gerückt. Im Thema diskutieren die Autoren die Facetten der Konflikte, wobei sowohl die europäische als auch die russische Sicht der Dinge explizit dargestellt wird.

Dr. Markus Brach von Gumppenberg, der selbst in Tiflis lebt, gibt in seinem Artikel einen Überblick über die ethnischen, politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen im Kaukasus. Er beleuchtet die Interessen Russlands, der EU und der USA in der Region. Dass der Krieg in Georgien ausbrach, liegt nach Meinung von Dr. Franz Eder daran, dass Georgien nicht bereit war, mit Abchasien zusammenzuarbeiten. Für ihn kam der Ausbruch des Konflikts wenig überraschend.

Dr. Bahodir Sidikov und Marcus Held beleuchten die Mythen und Legenden der kaukasischen Völker. Die Autoren verdeutlichen die Relevanz dieser Narrative für die Genese eines Konflikts am Beispiel der Region Berg Karabach. Sie plädieren für einen Abbau der generationsübergreifenden Vorurteile, um eine gewaltfreie Zukunft zu ermöglichen.

Eine russische Sicht auf den Georgienkrieg gibt Ekaterina Kusnezowa. In der EU stieß der Umgang Russlands mit diesem Konflikt auf Ablehnung und belastete die Beziehungen zwischen Brüssel und Moskau. Für die Autorin haben die europäischen Staaten eine Mitschuld an der Isolation Russlands. Sie befürchtet, dass sich die EU von den postsowjetischen Ländern gegen Russland instrumentalisieren lässt.

Der neue US-Präsident, Entwicklungspolitik vs. Terror und der Tschad im WeltBlick

Wie beständig ist der Mythos „Barack Obama“? Klar ist: Der neue Präsident tritt ein schweres Erbe an. Herausforderungen wie die Wirtschaftskrise, schwierige außen- und sicherheitspolitische Gegebenheiten und die Beziehungen zu Russland warten auf ihn. Dr. Hans Arnold, ein exzellenter Kenner der USA und ehemaliger Diplomat, beleuchtet die Situation der Vereinigten Staaten nach der Wahl.

Jens Taken widmet sich der Frage, ob Entwicklungszusammenarbeit als Instrument der Terrorismusbekämpfung genutzt werden kann. Nach dem 11. September wurden entwicklungspolitische Konzepte als Königsweg zu weniger Terror und Gewalt gepriesen, doch der Autor ist skeptisch. Noch ist unklar, ob und wie die beiden Themen zusammenhängen und die „Versicherheitlichung“ entwicklungspolitischer Aufgaben birgt das Risiko einer Überforderung in sich.

In ganz Afrika kommt es unter den Augen europäischer Soldaten zu heftigen Kämpfen. Die jüngste EU-Militärmission im Tschad soll vor allem zur Verbesserung der allgemeinen Sicherheitslage durch humanitäre Hilfe beitragen. Prof. Dr. Stefan Brüne, seit Jahren in der Region tätig, analysiert die Entwicklung der Situation, wobei er im Besonderen auf die diffuse Rolle Frankreichs eingeht.

Der Staat in Zeiten der Globalisierung und der Balkan als Herausforderung

Die Globalisierung verändert politische Machtstrukturen und oft wird sogar das Ende der Nationalstaaten befürchtet. Dr. Andreas Vasilache ist gänzlich anderer Meinung: Der Vorrang der nationalen Regierung in äußeren Angelegenheiten stärkt zwar die Exekutive. Jedoch bedeutet dieser in dem Artikel analysierte Prozess keine Schwächung des Nationalstaates an sich, da in Demokratien die Exekutive durchaus wirkungsvoll kontrolliert werden kann.

In welche Richtungen bewegen sich die Länder des Westbalkans? Wolfgang Petritsch, ausgewiesener Balkanspezialist und heutiger OECD-Botschafter, gibt einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Staaten der Region. Er betrachtet u.a. die Situation in Serbien, Mazedonien, Albanien und Kroatien. Das bisherige Engagement und die zukünftigen Herausforderungen der EU in diesem Raum sind weitere Schwerpunkte des Beitrages.

Abgerundet wird das Heft durch den „Zwischenruf“ von Benedict Probst, der die Auswüchse einer politischen Internetdiskussion verfolgt, sowie „Blattgold“. Den „Gastkommentar“ übernimmt diesmal Hans-Joachim Preuß, der die Zusammenhänge zwischen der aktuellen Finanzkrise und den Problemen der Dritten Welt thematisiert.


Lesen Sie mehr aus dem aktuellen WeltTrends-Heft vorab auf /e-politik.de/:

Der Kaukasus – Symptome einer Krisenregion

Change? Zur Präsidentschaft von Barack Obama

Kaukasisches Brennen


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