Geopolitik Ost

Die politische Geometrie im Dreieck Moskau-Warschau-Berlin ist weiterhin schwierig, die Beziehungen jenseits der Festtagsrhetorik spannungsvoll. Das neue WeltTrends-Heft nimmt ein altes Thema wieder auf: die Geopolitik. Von Raimund Krämer
Vor 15 Jahren diskutierte WeltTrends die Geopolitik. “Ein altes Konzept wird neu befragt”, so lautete damals der Untertitel in Heft 4. Nach 15 Jahren nehmen wir den Titel wieder auf, nun mit Blick auf den Osten.
Für das Dreieck Moskau-Warschau-Berlin, das für Krieg und Frieden in Europa so wichtig ist, hat sich noch kein Name gefunden, wie man ihn für das Dreieck Paris-Berlin-Warschau in Weimar fand. Die kontroversen Sichten in diesem Heft machen die tief liegenden Ressentiments in diesem Dreiecksverhältnis sichtbar. Zugleich mahnen sie an die Verantwortlichkeit der politischen Eliten in den drei Ländern, die doch so vielfach miteinander verbunden sind.
In den letzten 15 Jahren hat es immer wieder Veränderungen in der Weltpolitik gegeben. Nun aber beobachten wir als Konsequenz der globalen Finanzkrise eine tektonische Verschiebung. Die Stellung der USA ist erschüttert; die machtpolitischen Verschiebungen in Richtung multipolarer Welt erhalten einen gewaltigen Schub. Zwar war die “unipolare Welt” mit dem “Liberal Empire” stets eine Fiktion, aber nun zerplatzt diese zusammen mit den vielen Finanzblasen.
Auch deutsche Politik reagiert darauf. Der Absage von SPD-Kanzler Schröder beim Irakkrieg folgte nun die der CDU-Kanzlerin als es um finanzielle Beteiligung an den “Hilfspaketen” der USA ging. Nach 20 Jahren sind die Veränderungen, die zu einer “neuen deutschen Außenpolitik” führten, mehr als evident, ganz gleich ob man dies positiv oder eher negativ deutet.
Dr. Raimund Krämer ist Herausgeber der Zeitschrift WeltTrends und lehrt an der Universität Potsdam.
Lesen Sie mehr aus dem aktuellen WeltTrends-Heft vorab auf /e-politik.de/:
Heinz Timmermann: Osteuropas Zukunft liegt im geopolitischen Dreieck
Artikel in sozialen Netzwerken teilen:

