Sechzigster Geburtstag des Staates Israel – ein Blick zurück
Micha Brumlik unternimmt einen Rückblick auf die Wurzeln der jüdischen Siedlungsbewegung und wagt die kritische Auseinandersetzung mit dem Zionismus. Leider bleibt er damit ziemlich unverständlich. Von Gabi Förster
Mehr als 100 Jahre nach den ersten jüdischen Siedlungsversuchen und 40 Jahre nach der Eroberung der Westbank scheint der Palästinakonflikt einer Lösung ferner zu sein denn je. Dies führte in den letzten Jahren nicht nur in der Weltöffentlichkeit zu heftigen Debatten. Auch unter den Juden kommt es immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen darüber, was unter Judentum zu verstehen ist und wie territorial gebunden es war, ist und sein soll.
Micha Brumlik, Professor für Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt/M. und Spezialist für die jüdische Geschichte, wirft 60 Jahre nach der Gründung des Staates Israel in seinem neuen Buch Kritik des Zionismus einen kritischen Blick zurück auf das Projekt der jüdischen Staatsgründung. In sechs Kapiteln – Jüdische Zionismuskritik der Gegenwart, Zur Methode der Kritik, Staatsbildender Zionismus, Deutsch-jüdische Philosophie der Krise und der Zionismus, Die zionistische Gründung im Vergleich und Von Europa nach Europa – legt er die Wurzeln der jüdischen Siedlungsbewegung, die tief in Mitteleuropa liegen, offen. Und diese sechs Kapitel kommen leider so abgehoben daher, wie die Überschriften vermuten lassen.
Die politischen Tendenzen innerhalb des Judentums waren und sind auch heute vielfältig. So trat der politische Zionismus mit seinem Territorial- und Staatsgedanken in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegen andere politische Entwürfe an: den westeuropäischen Assimilationismus, den jüdischen Sozialismus sowie den verschiedenen Varianten eines ethnisch verstandenen Kulturjudentums. Der gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufflammende Antisemitismus mit Pogromen in Russland und Osteuropa, vor allem aber das Wirken von Theodor Herzl führten schließlich dazu, dass sich der Zionismus im Sinne von Streben nach einer staatlichen Organisation für das jüdische Volk durchsetzte.
Anspruchsvoll und zugleich wenig strukturiert
Größte Probleme des Buches sind seine Sprache und der unklare Aufbau der einzelnen Kapitel. Auf den knapp 200 Seiten quält der Autor seine Leser mit Schachtelsätzen, immer wieder abschweifenden Gedanken und einem oberlehrerhaften Duktus, so dass es schwierig ist, die Zusammenhänge zu erfassen.
Dies mag daran liegen, dass Brumlik sich so sehr auf vertrautem Terrain bewegt, dass er den nicht ganz so wissenden Leser aus den Augen verliert. Als Entschuldigung für mangelnde Klarheit in Gedankenführung und Ausdruck kann dies aber nicht gelten. Ein Einblick verschaffendes Buch jedenfalls ist diese Lektüre nicht, sondern eher etwas für Leute vom Fach, die hier und da noch tiefer ins Detail gehen möchten.
Interessant ist immerhin, dass Brumlik (Bild links) mit dem Mythos aufräumt, der Staat Israel sei wegen des Holocaust entstanden oder besitze deswegen ein besonderes Existenzrecht. Europäische Judenverfolgung und Holocaust, so Brumlik, waren nicht die Ursachen für die Staatsgründung. Denn zum einen reichen die Anfänge des zionistischen Siedlungsprojekts ins 19. Jahrhundert zurück, zum anderen seien Staaten „historische Naturereignisse“ und bedürften „gar keiner besonderen Rechtfertigung“.
Ein gutes Drittel aber widmet Brumlik zuvor zehn Vertretern der deutsch-jüdischen Philosophie der Krise und des Zionismus. Leider jedoch versäumt er dabei, die Personen historisch einzuordnen und so vorzustellen, dass der Leser etwas über ihre Bedeutung oder ihr Leben erfährt. Dafür aber untersucht Brumlik umso ausführlicher, wer wem schrieb, wer wen widerlegte oder rezipierte. Warum, bleibt leider sein Geheimnis.
Einen Gewinn an Wissen und Verständnis für die Lektüre geben diese 60 Seiten daher leider nicht. Sie stehen ziemlich losgelöst zwischen den restlichen fünf Kapiteln, und können daher auch ohne weiteres übersprungen werden. Mit Bezügen zu jüdischen Denkern ist der Rest des schmalen Bandes ohnehin schon reichlich gespickt.
Einzig das sechste und letzte Kapitel, Postzionismus – Von Europa nach Europa, liefert, was man von einem Buch mit dem Titel Kritik des Zionismus neben Rückblicken und Erklärungen zumindest auch erwartet: Was ist mit dem Israel von heute? Was mit dem Selbstverständnis seiner jüdischen Bevölkerung? Und wie könnte eine friedvollere Zukunft für Israelis und Palästinenser aussehen?
Erst hier – und damit reichlich spät – führt Brumlik die Fäden zu einem sinnhaften Ganzen zusammen. Erst an dieser Stelle begreift man wirklich, worin die Grundidee des politischen Zionismus besteht, nämlich die Ursachen für den Antisemitismus durch die Gründung eines eigenen Staates gegenstandslos zu machen. Und warum sich dieser historische „rettende“ Zionismus im Konflikt mit den Palästinensern in sein Gegenteil verkehrt hat.
Zum Schluss wird Brumlik sogar konkret und lässt keinen Zweifel daran, wie eine Lösung des seit Jahrzehnten währenden Konflikts nur aussehen kann: eine Zweistaatenlösung mit Jerusalem als Hauptstadt zweier Regierungen, ein Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 und eine umfangreiche und gründliche Regelung des Flüchtlingsproblems.
Bei diesem Friedensprozess sieht Brumlik nicht die USA als entscheidenden Akteur, sondern möchte diese Rolle Europa übertragen. Die geistige Wiege des Zionismus und damit auch der Staatsgründung, so Brumlik, stand in Mitteleuropa. Die EU könnte in den dringend benötigten Friedensprozess ein völlig neues Motiv einführen: die Aussicht Israels auf eine Aufnahme in die Europäische Union unter bestimmten Bedingungen. Diese konkrete Utopie könnte für die politische Elite Israels Anreiz genug sein, sich schließlich auf Bedingungen einzulassen, denen sie sich bisher so sehr versperrt hat.
Brumlik, Micha,
Kritik des Zionismus,
(2007), Hamburg, Europäische Verlagsanstalt,
198 S., ISBN: 978-3-434-50609-6, 16,90 Euro
Die Bildrechte liegen bei der EVA. Der Verlag im Internet.
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Zur Lösung:1967 wollten acht arabische Staaten Israel auslöschen,Israel kam mit einem Präventivschlag zuvor,und war Sieger,dabei nahm es zusätzlich Land ein.Dieser Präventivschlag wird als Verteidigungskrieg angesehen,da es um Israels ueberleben ging.Daher kann man Israel kaum zum Rückzug auffordern,den die Verantwortung für 1967 liegt bei den Arabern. Flüchtlingsproblem: Die Tatsache,dass es diese Flüchtlinge gibt,ist die direkte Folge der Opposition arabischer Staaten gegen die Teilung und den jüdischen Staat.Die arabischen Staaten stimmen dieser Politik(der Ablehnung) einmütig zu,und sie müssen sich an der Lösung dieses Problems beteiligen. Emile Ghoury,Sekretär der Arabischen Hochkommission,Beirut Thelegraph 6.9.1948 Jordanische Zeitung Falastin 19.2. 1948 Die arabischen Staaten welche Araber Palästinas aufforderten,vorübergened ihre Wohnorte zu verlassen,um den einmarschierenden arabischen Armee Platz zu machen,haben ihr Versprechen,diesen Flüchtlingen zu helfen nicht eingehalten. Tageszeizung Kairo Akhbar el Yom 12.10. 1963 Es war am 15.Mai 1948:An diesem tag rief der Mufti von Jerusalem die Araber Palästinas auf,das Land zu verlassen,weil die arabischen Armeen dabei waren es zu betreten und an ihrer Stelle zu kämpfen. Daraus geht hervor,dass nicht Israel sondern die Araber das Flüchtlingsproblem verursacht haben.Daher ist es nur logisch,dass sie Verantwortung zu übernehmen haben.Ich möchte auch an die 820 000 (Je nach Quelle 750 000-820 000) jüdischen Flüchtlinge erinnern,die aus arabischen Ländern bis 1952 mittellos in Israel eintrafen.Was ist mit dren Rechte? Der UN Sicherheitsrat anerkannte in Resolution 194,dass man von Israel nicht erwarten könne,eine feindselig eingestellte Bevölkerung zu repatriieren,denn diese könnte eine Gefahr für die innere Sicherheit werden und sich zu einer fünften Kolonne entwickeln.Die Welt muss endlich begreifen das der islam die Auslöschung Israels will. Die arabische Welt wird sich nicht schämen,zu erklären;Wir werden nicht eher zufrieden sein,bis Israel schliesslich von der Landkarte des Nahen ostens ausgelöscht ist.Mohammed Salah al-Din ägyptischer Aussenminister 1954 Wir kündigen einen Krieg an gegen die Söhne von Affen und Schweine (die Juden Autor),der nicht enden wird,bis die Flagge des Islams in Jerusalem gehisst wird. Aus einem Flugblatt der Hamas 1.9.1993 (Quelle Realität und Utopie) Ausgerechnet mit solchen Feinden soll sich Israel seine Hauptstadt teilen. Was würden unsere Länder sagen,wenn an sie solche Forderungen gestellt werden? Siedlungen: Wenn man bedenkt,dass das Westjordanland aus dem historischen Judäa und Samaria besteht,einem gebie,in dem seid Jahrtausenden Juden gelebt haben,dann haben die Juden durchaus ein Recht,hier zu sein.Die Fläche der Siedlungen umfasst lediglich 2%.