Berlinale: Der 8. Tag – 15.2.2007
Vom 8. bis zum 18.02.2007 finden in Berlin die 57. Internationalen Filmfestspielen statt. Während der folgenden zehn Tagen bespielt die Berlinale knapp fünfzig Leinwände in der ganzen Stadt mit 373 Filmen aus aller Welt. /e-politik.de/ ist dabei. Der 8. Tag von Konrad Kögler
“Bordertown” – Jennifer Lopez im Kampf gegen dunkle Mächte
Der Wettbewerbsbeitrag “Bordertown” (Bild links) wurde sehr zwiespältig aufgenommen: Die Buhrufe und zaghafter Applaus hielten sich die Waage. Dieser Film erzählt inspiriert von einer wahren Begebenheit, wie zwei Journalisten (gespielt vom Latino-Traumpaar Jennifer Lopez und Antonio Banderas) einer Mordserie an Frauen im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko nachgehen.
Die /e-politik.de/-Kritik: Dieser Film handelt sein Thema sehr holzschnittartig ab. Eine Dokumentation wäre dem brisanten Stoff wohl deutlich besser gerecht geworden als dieser auf ein großes Publikum und Effekte abzielende Hollywood-Streifen.
“Ne touchez pas la hache” – Der Altmeister schläfert ein
Man sagt es bei einer solchen Legende des französischen Kinos wie Jacques Rivette nur ungern: Aber sein Wettbewerbsbeitrag “Ne touchez pas la hache”, der auf einer Balzac-Novelle basiert, war kein großer Wurf.
Die Entwicklung der Charaktere war nicht besonders nachvollziehbar, die Handlung schleppt sich äußerst zäh dahin: Meine Sitznachbarin quittierte es ab der Mitte des Filmes mit lautem Schnarchen, in ihren dicken Wintermantel eingewickelt.
Die /e-politik.de/-Kritik: Schade, dass der fast 80-Jährige große Nouvelle Vague – Regisseur keinen würdigeren Abschied von der Berlinale bekam.
“Schau mir in die Augen, Kleiner” – bunter Auftritt erfahrener Köpfe
Zum 21. Geburtstag des Teddy – Awards gab arte eine Dokumentation zur Entwicklung des queeren Kinos seit den 1970er Jahren in Auftrag. Der Film stellt heute fast vergessene schräge Avantgarde-Werke im John Waters – Stil vor, zeichnet die steile Entwicklung von Gus van Sant oder Pedro Almodóvar nach und landet schließlich im Mainstream-Kino bei “Brokeback Mountain”.
Die /e-politik.de/-Kritik: Wer sich für die Geschichte des modernen Kinos interessiert, wird hier viel Neues erfahren. Vor allem der Auftritt des Faßbinder-Stars Ingrid Caven im Anschluss an die Vorstellung war ein Ereignis, weil sie durch witzige und schlagfertige Kommentare beeindruckte.
“Huhwaehaji Anah” – Kontroverses Cross-Over aus Südkorea
Leesong Hee-il präsentierte sein Debüt “Huhwaehaji Anah” (“No regret”) im Panorama als Europapremiere, nachdem er in Südkorea bereits für einigen Wirbel gesorgt hatte. Diesen Film kann man am ehesten als Mischung aus “Romeo und Julia”, “Pretty Woman” und “Brokeback Mountain” beschreiben.
Die /e-politik.de/-Kritik: Die tragische Liebesgeschichte zwischen dem Sohn eines Firmenchefs und einem Prostitutierten zeigt, wie innovativ das südkoreanische Kino derzeit ist. Auch dieser Fall beruht wohl auf einer wahren Begebenheit.
Die Berlinale 2007 bei /e-politik.de/:
Berlinale – Der 2. Tag: 9.2.2007
Berlinale – Der 3. Tag: 10.2.2007
Berlinale – Der 4. Tag: 11.2.2007
Berlinale – Der 5. Tag: 12.2.2007
Berlinale – Der 6. Tag: 13.2.2007
Berlinale – Der 7. Tag: 14.2.2007
Berlinale – Der 8. Tag: 15.2.2007
Berlinale – Der 9. Tag: 16.2.2007
Die Bildrechte liegen bei der Berlinale.
Optionen: »Berlinale: Der 8. Tag – 15.2.2007« bewerten | Artikel drucken | Artikel per E-Mail versenden
Artikel in sozialen Netzwerken teilen:

