Sri Lanka im Bürgerkrieg

06. Jun 2006 | von | Kategorie: Vergessene Konflikte

Nationalflagge.jpgVergangene Woche wurden die Befreiungstiger von Tamil Eeelam auch von der Europäischen Union als terroristische Organisation eingestuft, lange nachdem die USA, Kanada und Großbritannien diesen Schritt unternommen haben. Eine Ausnahme bleibt Norwegen, das als Vermittler zwischen Regierung und Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) einen solchen Bann nicht anerkennen kann. Von Julia Unterforsthuber

Alle Finanzreserven der Separatisten-Organisation wurden eingefroren. Die Chance auf einen Kompromiss des Zusammenlebens sind damit in alle Winde zerschlagen. Nach dem Tsunami vom Dezember 2005 erhoffte man sich eine Entspannung der politischen Situation auf Sri Lanka, in der sich die Singhalesische Regierung und die LTTE-Separatisten nach dem Waffenstillstandsabkommen von 2002 z.B. auf die Bildung eines Föderalstaats einigen. Im April 2006 gab es mit über 100 Toten die seit Jahren höchste Rate an politischen Todesopfern im Nordosten der Insel.

Das Abkommen ist damit seit langem instabil und durch mehrfache Vertragsbrüche beider Seiten de facto inexistent. Doch will keine Partei dies eingestehen. Dafür steht zuviel auf dem Spiel, vor allem auch die großen Summen an "Tsunami-Geldern", die die internationale Gemeinschaft Sri Lanka zugesprochen hatte. Die Reaktion der vielen Entwicklungsorganisationen (Regierungs- sowie Nichtregierungsorganisationen) ist bisher noch schwer abzusehen, doch die meisten werden wohl ihre Wiederaufbau- und Entwicklungsarbeit fortsetzen.

Sri-Lanka.jpgDoch im Angesicht des Banns können sich die europäischen Mitarbeiter dieser Organisationen ihres Lebens nicht mehr sicher sein. Als Konsequenz haben einige ihr ausländisches Personal schon in die Hauptstadt Colombo beordert. Ob es dort wirklich sicherer ist, steht auf einem anderen Papier.

Die Befreiungstiger kämpfen mit allen Methoden - mit Minen, Granaten und Morden auf offener Straße bis hin zu Selbstmordanschlägen für einen autonomen Staat. Diesen will die stark von buddhistischen Gruppen aus dem Süden beeinflusste Regierung Sri Lankas in keinem Fall akzeptieren. Und die Regierung reagiert mit Gewalt auf Gewalt. Fatal ist die Aufspaltung der Tiger in zwei Lager, die sich gegenseitig bekämpfen. Die eine wird zudem inoffiziell von der SL-Regierung unterstützt.

Wellen der Gewalt und Tsunami-Nothilfe

In den großen Diaspora-Gemeinden vor allem in Kanada, der Schweiz, Deutschland, Skandinavien und im Mittleren Osten kam es zu Protesten gegen den Bann. Doch die “Spenden” und Auslandsüberweisungen von dort werden sicherlich weiter fließen. Offen bleibt jedoch, in welchem Umfang damit Waffen gekauft werden und das militärische Zwangstraining der zivilen Tamilen


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