Fotowettbewerb „Tracing Europe“

19. Okt 2006 | von freier Autor | Kategorie: Europa


Jugend_bewegt_Europa.jpgWo ist Europa im Alltag? Was assoziieren die Europäischen Bürger mit Europa? Der Berliner Verein Jugend bewegt Europa geht diesen Fragen mit einem Fotowettbewerb nach. Die Bilder werden ab Mitte November in Berlin gezeigt. Von Yvonne Stock

In leuchtendem Blau werben Postkarten und Plakate für die Teilnahme am europäischen Fotowettbewerb. Das Motto “tracing europe photo contest” ist umgeben von kleinen Fotos, die Sterne in allen Variationen abbilden. Der Weihnachtsstern ist genauso dabei, wie der Schneestern und das sternförmige Emblem der Berliner Polizei. “Die Teilnehmer sollen sehen können, dass sie wirkliche alle Assoziationen und Ideen zum Thema Europa einsenden können”, erklärt die Projektkoordinatorin Anica Soedel die Plakatidee. Europa im Alltag sichtbar machen, zeigen, dass Europa mehr ist als die Brüssler Bürokratie, das sind die Ziele des ausrichtenden Vereins Jugend bewegt Europa. “Wo finde ich Europa in meiner Umgebung? Was assoziiere ich mit Europa? Das sind die Fragen, die wir in Form von Fotos beantworten möchten,” erläutert Soedel.

Die eingereichten Fotos werden in einer Ausstellung in der Galerie artport, Biesentaler Straße 16 in Berlin-Wedding präsentiert, die am 18. November mit einer Vernissage eröffnet wird. Bis zum 19. November können die Besucher vor Ort ihre Stimme per Fragebogen abgeben, welches Foto für sie am besten Europa widerspiegelt. Parallel dazu werden die eingesendeten Fotos auch im Internet präsentiert. Auch hier können die User ihre Stimme abgeben. Die Jury bilden somit die Besucher in der Galerie und im Internet, nicht die Mitglieder des Vereins oder die Geldgeber. “Der Austausch über Europa soll kein elitärer Austausch sein, wir wollen, dass jeder europäische Bürger mitentscheiden kann,” erklärt Soedel.

Europa aus verschiedenen Perspektiven sichtbar machen

Die Idee zu einem Fotowettbewerb entstand im Juni 2005 auf dem “Basar Europa”, einer Veranstaltung der Konrad Adenauer Stiftung. Es ging um die Frage, wie Europa im Alltag für die Bürger sichtbar gemacht werden kann. Die neu gegründete Projektgruppe entschied sich für eine Fotoausstellung, weil sie dort von einem leichten Zugang für möglichst viele Menschen ausging. “Kunst ist etwas, wo jeder eine Meinung haben will”, erklärt Sven Hätscher, Pressekoordinator des Wettbewerbs. “Wir hoffen mit den beiden Wegen über Internet und Ausstellung möglichst viele zum Abstimmen und damit auch Nachdenken über Europa bringen zu können.” Die Konrad Adenauer Stiftung und das Auswärtige Amt sicherten einen finanziellen Zuschuss zu.

Die Koordinatoren des Wettbewerbs hoffen auch auf Außenansichten zu Europa. “Wir wollen Europa aus verschiedenen Perspektiven sichtbar machen, um die Vielschichtigkeit von Europa widerzuspiegeln,” so Soedel. Den Aufruf zum Wettbewerb gaben die Koordinatoren in einer ersten Phase per Mail weiter. Multiplikatoren befinden sich aber nicht nur in ganz Europa, sondern zum Beispiel auch in Israel. “Wir hoffen, dass das Schneeballprinzip auch bei uns funktioniert und möglichst viele Menschen aus aller Welt an unserem Wettbewerb teilnehmen werden”, meint Soedel. In der jetzt angelaufenen zweiten Phase werden die hellblauen Plakate und Handzettel verteilt, um den Aufruf weiterzugeben.

Die Nachhaltigkeit des Projektes soll durch einen Fotokalender für das kommende Jahr gesichert werden. Die zwölf Fotos mit den meisten Stimmen werden in einem Taschenbuchkalender abgedruckt. Gegen einen Unkostenbeitrag wird dieser an öffentlichen Stellen verkauft. “Der Prozess des Nachdenkens über Europa und die Beantwortung der Frage, was Europa für mich ganz konkret bedeutet, soll damit im nächsten Jahr weitergehen,” hofft Soedel.

“Wir haben Spaß an der Projektentwicklung”

Der Berliner Verein Jugend bewegt Europa wurde 2003 gegründet. Die Mitglieder organisieren Seminare, Podiumsdiskussionen und andere Projekte, die zu Begegnungen zwischen europäischen Bürgern führen. “Wir haben Spaß an der Projektentwicklung und daran junge Menschen für einen Austausch zusammenzubringen,” erklärt Soedel. Zur Zeit organisiert der Verein noch eine Projektwerkstatt zu interkulturellen Konflikten, die im März nächsten Jahres mit Teilnehmern aus Israel, Palästina, Türkei, Zypern und Tschechien stattfinden wird. In der Vergangenheit standen zum Beispiel Treffen im Dreiländereck von Deutschland, Polen und Tschechien auf dem Programm.

Der Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 8. November, die Fotos können per Mail und per Post eingereicht werden. Die weiteren Teilnahmebedingungen und die spätere Fotogalerie sind auf der Homepage des Wettbewerbs zu finden.


Das Foto zeigt die Projektkoordinatoren Anica Soedel und Sven Hätscher. Die Bildrechte liegen bei der Autorin.


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