Sir Bob will es nochmal wissen
20 Jahre nach dem Live-Aid-Konzert, das gleichzeitig in London und Philadelphia stattfand, hat Sir Bob Geldof die internationale Musikszene nochmal für den guten Zweck zusammengerufen. Dieses mal wird nicht für Spenden, sondern für die Politik Musik gemacht. Von Philipp Hess
1,5 Milliarden Zuschauer in aller Welt haben fast auf den Tag genau vor 20 Jahren die beiden Live Aid Gigs gesehen. Jetzt hat Sir Bob Geldof wieder Live Aid Konzerte angekündigt. Diesmal aber unter dem Namen "Live 8 – The long walk to justice”. Am 2. Juli werden in London, Berlin, Rom, Paris und Philadelphia gleichzeitig fast 100 Rockstars auftreten. Mit dabei sind unter anderem Mariah Carey, Madonna, Elton John, U2, REM (London) Jamiroquai, Andrea Bocelli, Placebo (Paris), Die Toten Hosen, BAP, A-ha, Lauryn Hill (Berlin) Duran Duran, Faith Hill, Nek, Zuchhero (Rom) Bon Jovi, Stevie Wonder, 50 Cent, P Diddy (Philadelphia). Mit der Veranstaltung soll Druck auf den am 6. Juli in Schottland stattfindenden G8 Gipfel ausgeübt werden. Die Staatschefs der führenden acht Industrienationen sollen endlich die Armut in Afrika beenden.
Bonos Überredungskunst
Gerüchte über ein neues Live Aid Konzert hat es schon länger gegeben, doch Geldof hatte immer wieder abgelehnt. Live Aid sei "unwiederholbar” und wenn, dann "nur über meine Leiche”. Glücklicherweise lebt er immer noch und so konnte er von U2-Sänger Bono doch davon überzeugt werden, dass es nach 20 Jahren wieder an der Zeit ist, die Welt auf die Probleme Afrikas aufmerksam zu machen.
Neben vielen positiven Stimmen zu den fünf Konzerten gab es auch negative Kommentare. Der Zeitgeist der achtziger Jahre sei längst verflogen. Die damals gesammelten 120 Millionen Dollar hätten die Not in Afrika nicht auf lange Sicht bekämpfen können. Politisch habe sich nicht wirklich etwas geändert. Die Stars, die in den fünf Städten auftreten, würden das nur aus Prestigegründen tun. Alles nach dem Motto: Wenn der Vorhang zu ist, ist das Engagement für die Armen zu Ende. Die Vertreter der acht Industrienationen würden sich von einem solchen Auftritt nicht beeindrucken lassen.
Berlin, 2. Juli 2005, Brandenburger Tor
Auch die Deutschen sind diesmal live dabei. Vor dem Brandenburger Tor in Berlin wird das deutsche Live 8-Konzert stattfinden. Karten für das Berliner Konzert gibt es nicht mehr, jeder der kommen will kann kommen, lediglich in London werden die Tickets für das Konzert verlost. Warum wohl? Treten hier doch die mit Abstand meisten und bekanntesten Stars auf.
Was geschieht, wenn es dieses Mal wieder nicht klappt mit der Wende in der weltweiten Afrikapolitik, darüber hat Sir Bob noch nichts gesagt. Aber vielleicht fällt ihm noch was ein. Auf dem nächsten Konzert in zwanzig Jahren wird er es sicher verraten.
Die Bildrechte liegen bei LIVE 8.
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