Migration 2005 – mehr davon!?

17. Mrz 2005 | von freier Autor | Kategorie: Innenpolitik

Die jüngste Diskussion um “Parallelgesellschaften” hat Fragen der Integration ausländischer Mitbürger wieder ganz nach oben auf die politische Agenda gesetzt. münchenPolis hat in ihrer jüngsten Diskussionsrunde Experten und Politiker geladen, um über die “richtige” Integrationspolitik zu Auskunft zu geben. Von Sabine Busse

Mit Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes Anfang 2005 ist die deutsche Politik in der Realität angekommen: Deutschland ist ein Einwanderungsland! So hat inzwischen jeder elfte Einwohner Deutschlands keinen deutschen Pass. In München beträgt der Ausländeranteil 23 Prozent, wobei diese aus 180 verschiedenen Nationen stammen und in der bayerischen Hauptstadt zusammen unter weiß-blauem Himmel leben.

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Diese Vielfalt der Nationen gilt es zu organisieren und es ist eine politische Aufgabe ersten Ranges für ein gegenseitiges Verständnis zu werben. Eine Herausforderung, der die Münchner Denkfabrik münchenPolis bei ihrem sechsten Streitgespräch “Migration 2005 – mehr davon!?” nachkam.

Die Moderatorinnen Caroline von Lowtzow und Julia Schmitt-Thiel empfingen am 5. März 2005 im Blauen Haus der Münchner Kammerspiele Prof. Dr. Berndt Ostendorf (Mitglied des Rates für Migration), Hülya Kandemir (Organisatorin der Demo “Muslime gegen Terror”), Sedef Özakin (Münchner Stadträtin der Grünen), Alexander Thamm (Bertelsmann Stiftung, Arbeitsgruppe Integration), Dr. Ludwig Spaenle (CSU, MdL, Mitglied der Projektgruppe “Muslime in Bayern”) zu einer engagierten Diskussion.

Problem erkannt – aber dann?

Die zwei türkischen Vertreterinnen, Hülya Kandemir und Sedef Özakin, stellten bereits am Anfang des Gesprächs das zentrale Problem bei der eigenen Integration vor: Migranten in Deutschland werden als “Ausländer” definiert und behandelt. Entsprechend verhalten sich die Betroffenen dann auch: Sie organisieren sich untereinander und pflegen sogar noch in der zweiten und dritten Generation die Unterscheidung in Türken, Bosnier oder Kroaten. Die Formulierung der persönlichen Identität findet quasi außerhalb Deutschlands statt und verhindert dadurch die erforderliche gesellschaftliche Integration. Die Frage, die sich hierbei stellt, ist, wie dieser Teufelskreislauf durchbrochen werden kann.

Während Ludwig Spaenle dem Multikulturalismus eine Absage erteilte und stattdessen für ein kulturelles Miteinander plädierte, forderte Sedef Özakin die Öffnung der Behörden für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Hülya Kandemir


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