Die 10. Französische Filmwoche endete mit einem sehr bedrückenden, aber wichtigen politischen Film: Xavier Beauvois zeichnet in seinem von der Kritik hochgelobten und in Cannes 2010 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichneten Drama Von Menschen und Göttern eine wahre Geschichte nach.
In den algerischen Bergen wurden 1996 die Mönche eines Trappistenklosters, die von islamischen Fundamenatalisten als Geiseln genommen und getötet. Nur zwei Männer konnten sich bei dem Überfall verstecken und somit retten. Der Film zeigt in langen, ruhigen Einstellungen, wie sich die Situation im Maghreb langsam verschlechtert und wie die Mönche in ausführlichen Diskussionen mit sich ringen: Sollen sie den Warnungen der algerischen Regierung folgen und das Land verlassen? Dürfen sie die Menschen in den umliegenden Dörfern zurücklassen, die auf ihre ärztliche Versorgung angewiesen sind?
Das Herzstück des Films sind seine immer düsterer werdende Stimmung und die Genauigkeit, mit der die Gespräche zwischen den Klosterbrüdern mit all den Pro und Contra-Argumenten dramaturgisch gestaltet sind.
Der Film startet bereits am 16. Dezember bundesweit in den Kinos.
Die Webseite zu Von Menschen und Göttern
Bei der 10. Auflage der Französischen Filmwoche war ein erstaunliches Werk zu sehen: Xavier Dolan wurde für sein Filmdebüt J´ai tué ma mère/I killed my mother beim Festival in Cannes 2009 mit gleich drei Filmen ausgezeichnet. Neben der Arbeit am Drehbuch übernahm er mal eben auch noch die Hauptrolle, führte die Regie und war Co-Produzent.
Mit nur 20 Jahren wurde der Franko-Kanadier aus Montreal als neues Wunderkind des französischsprachigen Kinos gefeiert. Solche Vorschusslorbeeren machen natürlich skeptisch. Aber zugegebenermaßen: Der Film überrascht durch ein präzises Timing, eine genaue Charakterisierung der Figuren, witzige Dialoge und ein gutes Gespür für passende musikalische Untermalung.
In der Tragikomödie dominiert vor allem der Konflikt zwischen dem pubertierenden Hubert Minel alias Xavier Dolon mit der seiner Mutter (gespielt von Anne Dorval), die sich hinter ihren Fernsehshows verkriecht und ihrem Sohn oft nicht zuhört, ja nicht einmal mitkriegt, dass er seit zwei Monaten glücklich mit einem Schulfreund liiert ist.
Im Frühjahr 2011 wird J´ai tué ma mère in den deutschen Kinos auch außerhalb der Festrivals anlaufen. Kurz danach kann man sich dann auch überzeugen, ob der junge Regisseur bei seinem zweiten Film, Les amours imaginaires, dem Ruf, der ihm vorauseilt, gerecht wird.
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