Berlinale - Kamera 2009 für den großen Regisseur Claude Chabrol
Mit der Berlinale Kamera zeichnen die Internationalen Filmfestspiele Berlin seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen aus, denen sie sich besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung ihren Dank ausdrücken möchten.
Für ihre Verdienste um den Film und für ihr langjähriges Filmschaffen werden bei der Berlinale 2009 der französische Regisseur Claude Chabrol und der deutsche Film- und Fernsehproduzent Günter Rohrbach mit einer Berlinale Kamera geehrt.
Der französische Regisseur Claude Chabrol, Großmeister des Weltkinos, hat neben psychologischen Dramen immer wieder Kriminalfilme gedreht, in denen er das französische Bürgertum kritisch analysiert. Für seine Filme erhielt er zahlreiche Preise, beim Europäischen Filmpreis 2003 wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Nach seinem Studium war er in den 50er Jahren zunächst als Filmkritiker tätig. Für sein Regiedebüt Le Beau Serge (Die Enttäuschten) erhielt er 1958 den Prix Jean Vigo und einen der Hauptpreise beim Internationalen Filmfestival von Locarno. Mit Les Cousins (Schrei, wenn du kannst), dem ersten Film der Nouvelle Vague auf der Berlinale, gewann Claude Chabrol 1959 den Goldenen Bären. Seither war der mehrfach ausgezeichnete Regisseur u.a. mit Les Noces rouges (1973), La Fleur du Mal (Die Blume des Bösen, 2003) und zuletzt 2006 mit L'Ivresse du pouvoir (Geheime Staatsaffären) zu Gast im Berlinale Wettbewerb. Zum 50. Jubiläum seiner Auszeichnung mit dem Goldenen Bären wird Claude Chabrol für sein beeindruckendes Oevre anlässlich seines jüngsten Werks Bellamy im Berlinale Special mit der Berlinale Kamera geehrt.
Die Verleihung der Berlinale Kamera an Claude Chabrol findet am 8. Februar um 21.45 Uhr im Cinema Paris im Institut Français statt. Im Anschluss an die Zeremonie wird Bellamy gezeigt.
Günter Rohrbach ist einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Film- und Fernsehproduzenten Deutschlands. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Regieassistent und Journalist. Seine Karriere als Produzent begann Günter Rohrbach Anfang der 60er Jahre beim WDR, wo er bis 1979 die Fernsehspielabteilung leitete. In dieser Zeit produzierte er u.a. Fernsehspiele von R. W. Fassbinder, Reinhard Hauff, Wolfgang Petersen, Wim Wenders und Peter Zadek. Als Geschäftsführer der Bavaria Film AG (1979-1994) produzierte er zahlreiche Spielfilme und Fernsehspiele u.a. Wolfgang Petersens Das Boot, Helmut Dietls Schtonk, Dominik Grafs Die Sieger, Josef Vilsmaiers Stalingrad, Loriots Ödipussi und Pappa ante Portas, sowie R. W. Fassbinders Berlin Alexanderplatz. Seit 1994 ist er als freier Produzent tätig. Auf der Berlinale war er unter anderem mit Aimée und Jaguar von Max Färberböck (Eröffnungsfilm, 1999) vertreten. In seiner langjährigen Karriere hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den Bundesfilmpreis, den Bayrischen Filmpreis und den Adolf Grimme Preis. Günter Rohrbach ist Präsident der Deutschen Filmakademie.
Günter Rohrbach wird die Berlinale Kamera am 9. Februar um 21.00 Uhr im Friedrichstadtpalast überreicht. Im Anschluss an die Verleihung wird Effi Briest von Hermine Huntgeburth als Weltpremiere präsentiert. Der Film wurde von Günter Rohrbach produziert.
Die Auszeichnung wird seit 2004 von dem Düsseldorfer Goldschmiedekünstler Georg Hornemann gestiftet. Seit der Berlinale 2008 hat die Trophäe ein neues Design. Die Berlinale Kamera besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Kamera nachempfunden. Viele der Silber- und Titanteile vom Schwenkkopf bis zum Stativ sind beweglich und goldschmiedekunstfertig zusammengefügt.
Für ihre Verdienste um den Film und für ihr langjähriges Filmschaffen werden bei der Berlinale 2009 der französische Regisseur Claude Chabrol und der deutsche Film- und Fernsehproduzent Günter Rohrbach mit einer Berlinale Kamera geehrt.
Der französische Regisseur Claude Chabrol, Großmeister des Weltkinos, hat neben psychologischen Dramen immer wieder Kriminalfilme gedreht, in denen er das französische Bürgertum kritisch analysiert. Für seine Filme erhielt er zahlreiche Preise, beim Europäischen Filmpreis 2003 wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Nach seinem Studium war er in den 50er Jahren zunächst als Filmkritiker tätig. Für sein Regiedebüt Le Beau Serge (Die Enttäuschten) erhielt er 1958 den Prix Jean Vigo und einen der Hauptpreise beim Internationalen Filmfestival von Locarno. Mit Les Cousins (Schrei, wenn du kannst), dem ersten Film der Nouvelle Vague auf der Berlinale, gewann Claude Chabrol 1959 den Goldenen Bären. Seither war der mehrfach ausgezeichnete Regisseur u.a. mit Les Noces rouges (1973), La Fleur du Mal (Die Blume des Bösen, 2003) und zuletzt 2006 mit L'Ivresse du pouvoir (Geheime Staatsaffären) zu Gast im Berlinale Wettbewerb. Zum 50. Jubiläum seiner Auszeichnung mit dem Goldenen Bären wird Claude Chabrol für sein beeindruckendes Oevre anlässlich seines jüngsten Werks Bellamy im Berlinale Special mit der Berlinale Kamera geehrt.
Die Verleihung der Berlinale Kamera an Claude Chabrol findet am 8. Februar um 21.45 Uhr im Cinema Paris im Institut Français statt. Im Anschluss an die Zeremonie wird Bellamy gezeigt.
Günter Rohrbach ist einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Film- und Fernsehproduzenten Deutschlands. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Regieassistent und Journalist. Seine Karriere als Produzent begann Günter Rohrbach Anfang der 60er Jahre beim WDR, wo er bis 1979 die Fernsehspielabteilung leitete. In dieser Zeit produzierte er u.a. Fernsehspiele von R. W. Fassbinder, Reinhard Hauff, Wolfgang Petersen, Wim Wenders und Peter Zadek. Als Geschäftsführer der Bavaria Film AG (1979-1994) produzierte er zahlreiche Spielfilme und Fernsehspiele u.a. Wolfgang Petersens Das Boot, Helmut Dietls Schtonk, Dominik Grafs Die Sieger, Josef Vilsmaiers Stalingrad, Loriots Ödipussi und Pappa ante Portas, sowie R. W. Fassbinders Berlin Alexanderplatz. Seit 1994 ist er als freier Produzent tätig. Auf der Berlinale war er unter anderem mit Aimée und Jaguar von Max Färberböck (Eröffnungsfilm, 1999) vertreten. In seiner langjährigen Karriere hat er zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den Bundesfilmpreis, den Bayrischen Filmpreis und den Adolf Grimme Preis. Günter Rohrbach ist Präsident der Deutschen Filmakademie.
Günter Rohrbach wird die Berlinale Kamera am 9. Februar um 21.00 Uhr im Friedrichstadtpalast überreicht. Im Anschluss an die Verleihung wird Effi Briest von Hermine Huntgeburth als Weltpremiere präsentiert. Der Film wurde von Günter Rohrbach produziert.
Die Auszeichnung wird seit 2004 von dem Düsseldorfer Goldschmiedekünstler Georg Hornemann gestiftet. Seit der Berlinale 2008 hat die Trophäe ein neues Design. Die Berlinale Kamera besteht aus 128 Einzelteilen und ist einer realen Kamera nachempfunden. Viele der Silber- und Titanteile vom Schwenkkopf bis zum Stativ sind beweglich und goldschmiedekunstfertig zusammengefügt.
Berlinale - Wettbewerb 2009 komplett
Im Wettbewerbsprogramm der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden 26 Filme gezeigt, 18 davon konkurrieren im Berlinale Palast um den Goldenen und die Silbernen Bären. Das offizielle Programm wird zudem durch die Reihe Berlinale Special ergänzt.
Unter den 18 Filmen im Wettbewerb gibt es 14 Weltpremieren, im gesamten Wettbewerbsprogramm sind es 17 Weltpremieren. Es sind 18 Länder vertreten.
Ins diesjährige Berlinale Special sind 15 Filme eingeladen, davon 10 Weltpremieren.
Folgende Filme komplettieren Wettbewerb und Berlinale Special:
Wettbewerb
My One and Only (USA)
Von Richard Loncraine
Mit Renée Zellweger, Kevin Bacon, Logan Lerman, Mark Rendall
Weltpremiere
Berlinale Special – Gala Screenings im Friedrichstadtpalast
An Education (Großbritannien)
Von Lone Scherfig
Mit Carey Mulligan, Peter Sarsgaard, Dominique Cooper
It Might Get Loud (USA)
Dokumentarfilm von Davis Guggenheim
Mit The Edge, Jimmy Page, Jack White
Unter den 18 Filmen im Wettbewerb gibt es 14 Weltpremieren, im gesamten Wettbewerbsprogramm sind es 17 Weltpremieren. Es sind 18 Länder vertreten.
Ins diesjährige Berlinale Special sind 15 Filme eingeladen, davon 10 Weltpremieren.
Folgende Filme komplettieren Wettbewerb und Berlinale Special:
Wettbewerb
My One and Only (USA)
Von Richard Loncraine
Mit Renée Zellweger, Kevin Bacon, Logan Lerman, Mark Rendall
Weltpremiere
Berlinale Special – Gala Screenings im Friedrichstadtpalast
An Education (Großbritannien)
Von Lone Scherfig
Mit Carey Mulligan, Peter Sarsgaard, Dominique Cooper
It Might Get Loud (USA)
Dokumentarfilm von Davis Guggenheim
Mit The Edge, Jimmy Page, Jack White
Berlinale 2009: Panorama - Programm mit 48 Filmen komplett
Das Panorama präsentiert in diesem Jahr 17 Spielfilme im Hauptprogramm, 15 im Panorama Special und 16 in der Reihe Panorama Dokumente. Fünf kurze Vorfilme ergänzen Themen in Langfilmen. 35 Filme sind Weltpremieren, 13 sind Erstlingswerke.
Als Celebration Presentations - 30 Jahre Programm werden fünf Filme gezeigt. Zu 10 Jahre PanoramaPublikumsPreis PPP kommen alle Gewinner der letzen zehn Jahre zur Wiederaufführung.
Eröffnungsfilme
Das Panorama Hauptprogramm eröffnet am 5. Februar mit der französischen Produktion Human Zoo der dänischen Regisseurin Rie Rasmussen. In ihrem Spielfilm-Debüt spielt sie eine junge Frau, die zusammen mit einem Deserteur den Gräueln der Balkankrise entkommt.
Panorama Special eröffnet am 6. Februar mit Nord, dem Erstling des Norwegers Rune Denstad Langlo. Mit feinem Gespür für das Komische im Tragischen erzählt er von der Suche eines Mannes nach seinem Söhnchen im eisigen Norden.
Panorama Dokumente zeigt am 6. Februar zwei Filme, die Themen des diesjährigen Gesamtfestivals behandeln: Globalisierungsanalyse und Globalisierungsauswirkungen, sowie Perspektiven auf Kashmir, Pakistan, Kabul.
Globalisierung
In The Yes Men Fix The World der US-Amerikaner Mike Bonanno, Andy Bichlbaum und Kurt Engfehr demaskieren die Yes Men, die als Helden der subversiv-spielerischen Globalisierungskritik bereits im Panorama 2004 präsent waren, neben meta-legaler Wirtschaftsverbrechen die Privatisierungsmanie Milton Friedman'scher Prägung. Weder Dow Chemical noch Halliburton oder die BBC sind vor ihren entlarvenden Aktionen sicher. Weitere Filme zum Thema sind die bereits gemeldeten The Shock Doctrine von Michael Winterbottom und Mat Whitecross, Garapa von José Padilha und Coyote von Chema Rodríguez.
Perspektiven auf Kashmir, Pakistan, Kabul
Die amerikanisch-israelische Ko-Produktion Kashmir: Journey To Freedom von Udi Aloni vermittelt eindrucksvoll das Gegenteil dessen, was in westlichen Medien häufig von der Region gezeigt wird: Es geht um die Wiederherstellung von Frieden und darum, mit wie viel Einfallsreichtum Menschen um diesen Frieden kämpfen. Auswirkungen von Entwurzelung und der Mangel an Orientierung sind hier von großer Bedeutung, ebenso wie in Helga Reidemeisters Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul. Durch die präzise Beobachtung familiärer Umstände macht die deutsche Regisseurin die Auswirkungen der herrschenden Werte und ihre Brüchigkeit unmittelbar spürbar. Auch in Khalid Gills deutscher Produktion Chan di chummi erschließt sich das große Bild durch die Beobachtung des Individuellen: In der pakistanischen Kultur hatten zwischen- oder doppelgeschlechtliche Menschen einen festen Platz – der ist inzwischen durch die Erosion der Tradition gefährdet.
10 Jahre PPP - PanoramaPublikumsPreis
Seit 1999 organisieren radioeins, tip Magazin und Panorama den PanoramaPublikumsPreis. Über 20 000 Zuschauer nehmen daran teil und küren ihren Favoriten, der am letzten Tag des Festivals zur Preisverleihung aufgeführt wird. 2009 nun gibt es ein Wiedersehen mit den Publikumslieblingen der vergangenen zehn Jahre in den eigens eingerichteten Kinos Cubix 7 und 8 (Filmliste im Anhang).
Zu diesem Anlass hat der Berliner Bildende Künstler Christian Bilger eine neue Skulptur entworfen. Die Veranstalter danken dem Schöpfer der Skulptur der ersten zehn Jahre, Hubertus Brand.
Der TEDDY – Queer Film Award auf der Berlinale wird am Freitag den 13. Februar im Haus der Kulturen der Welt vergeben. Die achtköpfige Jury, bestehend aus Festivalprogrammern aus der ganzen Welt, vergibt den Preis zum 23. Mal in Berlin.
Anbei die Titelliste in Ergänzung zu den ersten beiden Panorama-Pressemitteilungen:
PANORAMA HAUPTPROGRAMM
Dongbei, Dongbei (A North Chinese Girl) von Zou Peng, Volksrepublik China (WP)
mit Tian Yi-Wen, Wu Rui-Peng, Liu Xing-Ping
Rabioso sol, rabioso cielo (Raging Sun, Raging Sky) von Julián Hernández, Mexiko (WP)
mit Jorge Becerra, Javier Oliván, Guillermo Villegas, Giovanna Zacarias
Rossiya 88 (Russia 88) von Pavel Bardin, Russische Föderation (WP)
mit Petr Fyodorov, Vera Strokova, Kazbek Kibizov
Schläft ein Lied in allen Dingen (Sleeping Songs) von Andreas Struck, Deutschland (WP)
mit Stefan Rudolf, Chulpan Khamatova, Traute Hoess, Paula Kalenberg, Barnaby Metschurat
Strella von Panos H. Koutras , Griechenland (WP)
mit Mina Orfanou, Yiannis Kokkiasmenos, Minos Theoharis, Betty Vakalidou
Vingança (Retribution) von Paulo Pons, Brasilien
mit Bárbara Borges, Erom Cordeiro, Branca Messina, Guta Stresser, Marcio Kieling
PANORAMA SPECIAL
Claustrophobia von Ivy Ho, Hongkong, China
mit Karena Lam, Ekin Cheng, Felix Lok, Derek Tsang, Chucky Woo
End Of Love von Simon Chung, Hongkong, China (WP)
mit Chi Kin Lee, Guthrie Yip, Ben Yeung, Joman Chiang, Clifton Kwan
Nord (North) von Rune Denstad Langlo, Norwegen (WP)
mit Anders Baasmo Christiansen, Marte Aunemo, Lars Olsen, Mads Sjogard Pettersen, Astrid Solhaug
Short Cut To Hollywood von Marcus Mittermeier, Jan Henrik Stahlberg, Deutschland, Österreich, USA (WP)
mit Jan Henrik Stahlberg, Marcus Mittermeier, Christoph Kottenkamp, Marta McGonagle, Allison Findlater-Galinsky
Yang Yang von Yu-Chieh Cheng, Taiwan (WP)
mit Sandrine Pinna, Ruei-Jia Chang, Chien-Wei Huang
PANORAMA DOKUMENTE
Chan di chummi (Kiss The Moon) von Khalid Gill, Deutschland (WP)
City of Borders von Yun Suh, USA (WP)
Ein Traum in Erdbeerfolie (Comrade Couture) von Marco Wilms, Deutschland (WP)
mit Frank Schäfer, Sabine von Oettingen, Klaus Ehrlich, Marco Wilms, Jürgen Hohmuth
Endstation der Sehnsüchte (Home From Home) von Sung-Hyung Cho, Deutschland (WP)
Kashmir: Journey To Freedom von Udi Aloni, USA/Israel
Mein Herz sieht die Welt schwarz - Eine Liebe in Kabul (War And Love In Kabul) von Helga Reidemeister, Deutschland (WP)
The Good American von Jochen Hick, Deutschland (WP)
mit Tom Weise, Keith Richmond, Freddy Spells, Vin Nolan, Alex Baresi
The Yes Men Fix The World von Mike Bonanno, Andy Bichlbaum, Kurt Engfehr, USA
VON WEGEN (OFF WAYS) von Uli M Schueppel, Deutschland (WP)
mit Einstürzende Neubauten, Roland Galenza, Heiner Mueller, Alexander Pehlemann, Claus Löser
Vorfilme
575 Castro Street von Jenni Olson, USA
mit der Stimme von Harvey Milk
Das Ende des Schweins ist der Anfang der Wurst (The End Of The Pig Is The Beginning Of The Sausage) von John Edward Heys, Deutschland (WP)
mit Napoleon Seyfarth
Gevald von Netalie Braun, Israel
mit Gil Naveh, Noga Meltzer, Adili Liberman, Samira Saraya
Queer Sarajevo Festival 2008 von Masa Hilcisin, Cazim Dervisevic, Bosnien und Herzegowina (WP)
Tanjong Rhu (The Casuarina Cove) von Junfeng Boo, Singapur (WP)
mit Nick Shen, Scott Lei, Yann Yann Yeo
10 JAHRE PANORAMAPUBLIKUMSPREIS PPP
Solas (Alone) von Benito Zambrano, Spanien 1998
mit Ana Fernandez, Maria Galiana, Carlos Alvarez-Novoa
Nationale 7 von Jean-Pierre Sinapi, Frankreich 1999
mit Nadia Kaci, Olivier Gourmet, Lionel Abelanski, Chantal Neuwirth
Berlin is in Germany (Berlin Is In Germany) von Hannes Stöhr, Deutschland 2001
mit Jörg Schüttauf, Julia Jäger, Robin Becker, Tom Jahn
Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin (Blind Spot. Hitler's Secretary) von André Heller, Othmar Schmider, Österreich 2001
Knafayim Shvurot (Broken Wings) von Nir Bergman, Israel 2002
mit Orli Zilbershatz-Banai, Maya Maron, Nitai Gvirtz, Vladimir Freedman
Die Spielwütigen (Addicted To Acting) von Andres Veiel, Deutschland 2003
mit Prodomos Antoniadis, Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler
Va, vis et deviens (Live and Become) von Radu Mihaileanu, Frankreich/Israel 2004
mit Yael Abecassis, Roschdy Zem, Moshe Agazai, Moshe Abebe
Bubot Niyar (Paper Dolls) von Tomer Heymann, Israel/Schweiz 2005
Blindsight von Lucy Walker, Großbritannien 2006
Lemon Tree von Erab Riklis, Israel/Deutschland/Frankreich 2008
mit Hiam Abbass, Rona Lipaz-Michael, Doron Tavory, Ali Suliman
Als Celebration Presentations - 30 Jahre Programm werden fünf Filme gezeigt. Zu 10 Jahre PanoramaPublikumsPreis PPP kommen alle Gewinner der letzen zehn Jahre zur Wiederaufführung.
Eröffnungsfilme
Das Panorama Hauptprogramm eröffnet am 5. Februar mit der französischen Produktion Human Zoo der dänischen Regisseurin Rie Rasmussen. In ihrem Spielfilm-Debüt spielt sie eine junge Frau, die zusammen mit einem Deserteur den Gräueln der Balkankrise entkommt.
Panorama Special eröffnet am 6. Februar mit Nord, dem Erstling des Norwegers Rune Denstad Langlo. Mit feinem Gespür für das Komische im Tragischen erzählt er von der Suche eines Mannes nach seinem Söhnchen im eisigen Norden.
Panorama Dokumente zeigt am 6. Februar zwei Filme, die Themen des diesjährigen Gesamtfestivals behandeln: Globalisierungsanalyse und Globalisierungsauswirkungen, sowie Perspektiven auf Kashmir, Pakistan, Kabul.
Globalisierung
In The Yes Men Fix The World der US-Amerikaner Mike Bonanno, Andy Bichlbaum und Kurt Engfehr demaskieren die Yes Men, die als Helden der subversiv-spielerischen Globalisierungskritik bereits im Panorama 2004 präsent waren, neben meta-legaler Wirtschaftsverbrechen die Privatisierungsmanie Milton Friedman'scher Prägung. Weder Dow Chemical noch Halliburton oder die BBC sind vor ihren entlarvenden Aktionen sicher. Weitere Filme zum Thema sind die bereits gemeldeten The Shock Doctrine von Michael Winterbottom und Mat Whitecross, Garapa von José Padilha und Coyote von Chema Rodríguez.
Perspektiven auf Kashmir, Pakistan, Kabul
Die amerikanisch-israelische Ko-Produktion Kashmir: Journey To Freedom von Udi Aloni vermittelt eindrucksvoll das Gegenteil dessen, was in westlichen Medien häufig von der Region gezeigt wird: Es geht um die Wiederherstellung von Frieden und darum, mit wie viel Einfallsreichtum Menschen um diesen Frieden kämpfen. Auswirkungen von Entwurzelung und der Mangel an Orientierung sind hier von großer Bedeutung, ebenso wie in Helga Reidemeisters Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul. Durch die präzise Beobachtung familiärer Umstände macht die deutsche Regisseurin die Auswirkungen der herrschenden Werte und ihre Brüchigkeit unmittelbar spürbar. Auch in Khalid Gills deutscher Produktion Chan di chummi erschließt sich das große Bild durch die Beobachtung des Individuellen: In der pakistanischen Kultur hatten zwischen- oder doppelgeschlechtliche Menschen einen festen Platz – der ist inzwischen durch die Erosion der Tradition gefährdet.
10 Jahre PPP - PanoramaPublikumsPreis
Seit 1999 organisieren radioeins, tip Magazin und Panorama den PanoramaPublikumsPreis. Über 20 000 Zuschauer nehmen daran teil und küren ihren Favoriten, der am letzten Tag des Festivals zur Preisverleihung aufgeführt wird. 2009 nun gibt es ein Wiedersehen mit den Publikumslieblingen der vergangenen zehn Jahre in den eigens eingerichteten Kinos Cubix 7 und 8 (Filmliste im Anhang).
Zu diesem Anlass hat der Berliner Bildende Künstler Christian Bilger eine neue Skulptur entworfen. Die Veranstalter danken dem Schöpfer der Skulptur der ersten zehn Jahre, Hubertus Brand.
Der TEDDY – Queer Film Award auf der Berlinale wird am Freitag den 13. Februar im Haus der Kulturen der Welt vergeben. Die achtköpfige Jury, bestehend aus Festivalprogrammern aus der ganzen Welt, vergibt den Preis zum 23. Mal in Berlin.
Anbei die Titelliste in Ergänzung zu den ersten beiden Panorama-Pressemitteilungen:
PANORAMA HAUPTPROGRAMM
Dongbei, Dongbei (A North Chinese Girl) von Zou Peng, Volksrepublik China (WP)
mit Tian Yi-Wen, Wu Rui-Peng, Liu Xing-Ping
Rabioso sol, rabioso cielo (Raging Sun, Raging Sky) von Julián Hernández, Mexiko (WP)
mit Jorge Becerra, Javier Oliván, Guillermo Villegas, Giovanna Zacarias
Rossiya 88 (Russia 88) von Pavel Bardin, Russische Föderation (WP)
mit Petr Fyodorov, Vera Strokova, Kazbek Kibizov
Schläft ein Lied in allen Dingen (Sleeping Songs) von Andreas Struck, Deutschland (WP)
mit Stefan Rudolf, Chulpan Khamatova, Traute Hoess, Paula Kalenberg, Barnaby Metschurat
Strella von Panos H. Koutras , Griechenland (WP)
mit Mina Orfanou, Yiannis Kokkiasmenos, Minos Theoharis, Betty Vakalidou
Vingança (Retribution) von Paulo Pons, Brasilien
mit Bárbara Borges, Erom Cordeiro, Branca Messina, Guta Stresser, Marcio Kieling
PANORAMA SPECIAL
Claustrophobia von Ivy Ho, Hongkong, China
mit Karena Lam, Ekin Cheng, Felix Lok, Derek Tsang, Chucky Woo
End Of Love von Simon Chung, Hongkong, China (WP)
mit Chi Kin Lee, Guthrie Yip, Ben Yeung, Joman Chiang, Clifton Kwan
Nord (North) von Rune Denstad Langlo, Norwegen (WP)
mit Anders Baasmo Christiansen, Marte Aunemo, Lars Olsen, Mads Sjogard Pettersen, Astrid Solhaug
Short Cut To Hollywood von Marcus Mittermeier, Jan Henrik Stahlberg, Deutschland, Österreich, USA (WP)
mit Jan Henrik Stahlberg, Marcus Mittermeier, Christoph Kottenkamp, Marta McGonagle, Allison Findlater-Galinsky
Yang Yang von Yu-Chieh Cheng, Taiwan (WP)
mit Sandrine Pinna, Ruei-Jia Chang, Chien-Wei Huang
PANORAMA DOKUMENTE
Chan di chummi (Kiss The Moon) von Khalid Gill, Deutschland (WP)
City of Borders von Yun Suh, USA (WP)
Ein Traum in Erdbeerfolie (Comrade Couture) von Marco Wilms, Deutschland (WP)
mit Frank Schäfer, Sabine von Oettingen, Klaus Ehrlich, Marco Wilms, Jürgen Hohmuth
Endstation der Sehnsüchte (Home From Home) von Sung-Hyung Cho, Deutschland (WP)
Kashmir: Journey To Freedom von Udi Aloni, USA/Israel
Mein Herz sieht die Welt schwarz - Eine Liebe in Kabul (War And Love In Kabul) von Helga Reidemeister, Deutschland (WP)
The Good American von Jochen Hick, Deutschland (WP)
mit Tom Weise, Keith Richmond, Freddy Spells, Vin Nolan, Alex Baresi
The Yes Men Fix The World von Mike Bonanno, Andy Bichlbaum, Kurt Engfehr, USA
VON WEGEN (OFF WAYS) von Uli M Schueppel, Deutschland (WP)
mit Einstürzende Neubauten, Roland Galenza, Heiner Mueller, Alexander Pehlemann, Claus Löser
Vorfilme
575 Castro Street von Jenni Olson, USA
mit der Stimme von Harvey Milk
Das Ende des Schweins ist der Anfang der Wurst (The End Of The Pig Is The Beginning Of The Sausage) von John Edward Heys, Deutschland (WP)
mit Napoleon Seyfarth
Gevald von Netalie Braun, Israel
mit Gil Naveh, Noga Meltzer, Adili Liberman, Samira Saraya
Queer Sarajevo Festival 2008 von Masa Hilcisin, Cazim Dervisevic, Bosnien und Herzegowina (WP)
Tanjong Rhu (The Casuarina Cove) von Junfeng Boo, Singapur (WP)
mit Nick Shen, Scott Lei, Yann Yann Yeo
10 JAHRE PANORAMAPUBLIKUMSPREIS PPP
Solas (Alone) von Benito Zambrano, Spanien 1998
mit Ana Fernandez, Maria Galiana, Carlos Alvarez-Novoa
Nationale 7 von Jean-Pierre Sinapi, Frankreich 1999
mit Nadia Kaci, Olivier Gourmet, Lionel Abelanski, Chantal Neuwirth
Berlin is in Germany (Berlin Is In Germany) von Hannes Stöhr, Deutschland 2001
mit Jörg Schüttauf, Julia Jäger, Robin Becker, Tom Jahn
Im toten Winkel. Hitlers Sekretärin (Blind Spot. Hitler's Secretary) von André Heller, Othmar Schmider, Österreich 2001
Knafayim Shvurot (Broken Wings) von Nir Bergman, Israel 2002
mit Orli Zilbershatz-Banai, Maya Maron, Nitai Gvirtz, Vladimir Freedman
Die Spielwütigen (Addicted To Acting) von Andres Veiel, Deutschland 2003
mit Prodomos Antoniadis, Constanze Becker, Karina Plachetka, Stephanie Stremler
Va, vis et deviens (Live and Become) von Radu Mihaileanu, Frankreich/Israel 2004
mit Yael Abecassis, Roschdy Zem, Moshe Agazai, Moshe Abebe
Bubot Niyar (Paper Dolls) von Tomer Heymann, Israel/Schweiz 2005
Blindsight von Lucy Walker, Großbritannien 2006
Lemon Tree von Erab Riklis, Israel/Deutschland/Frankreich 2008
mit Hiam Abbass, Rona Lipaz-Michael, Doron Tavory, Ali Suliman
Berlinale 2009: Die Jury
Unter dem Vorsitz von Tilda Swinton entscheidet die Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären sowie des Alfred-Bauer-Preises im Wettbewerb der Berlinale 2009.
Die weiteren Jury-Mitglieder sind die spanische Regisseurin Isabel Coixet, der Regisseur Gaston Kaboré (Burkina Faso), der schwedische Bestsellerautor und Theaterregisseur Henning Mankell, Regisseur Christoph Schlingensief (Deutschland), der Regisseur und Produzent Wayne Wang (USA) sowie die Foodaktivistin und Autorin Alice Waters (USA).
Jury-Präsidentin und Oscarpreisträgerin Tilda Swinton gehört zu den gefragtesten Schauspielerinnen. Ihr Filmdebüt gab sie in Derek Jarmans Caravaggio, der 1986 auf der Berlinale einen Silbernen Bären gewann. Seit ihrem internationalen Durchbruch mit Orlando wechselt sie mühelos das Rollenfach zwischen europäischen Arthouse-Filmen und großen Hollywood-Produktionen. Bis zu Jarmans Tod trat sie in jedem seiner Filme auf und widmete ihm ein filmisches Porträt, das 2008 im Panorama der Berlinale lief. Für den Thriller Michael Clayton erhielt sie 2008 einen Oscar als Beste Nebendarstellerin.
Die preisgekrönte spanische Autorin und Regisseurin Isabel Coixet war mit ihren Filmen schon auf zahlreichen internationalen Festivals zu Gast, darunter viermal auf der Berlinale: 1995 im Panorama mit Was ich Dir noch nie erzählt habe, 2003 im Wettbewerb mit Mein Leben ohne mich, 2007 im Panorama mit der Kompilations-Doku Invisibles sowie 2008 mit der berührenden Bestsellerverfilmung Elegy. Derzeit realisiert Isabel Coixet den romantischen Thriller Map Of The Sounds Of Tokyo.
Gaston Kaboré zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Filmszene seiner Heimat. Nach dem Studium in Ouagadougou (Burkina Faso) und Paris war sein Spielfilm Wend Kuuni 1982 ein Durchbruch für das afrikanische Kino. Kaboré ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent in einem und realisierte auch mehrere Dokumentarfilme. Für das historische Drama Buud Yam wurde er 1997 mit dem Preis des panafrikanischen Filmfestivals FESPACO ausgezeichnet. Mit der Gründung des Instituts „Imagine“ 2005 in Ouagadougou fördert er außerdem die audio-visuelle Ausbildung in Burkina Faso.
Der preisgekrönte Bestseller-Autor Henning Mankell ist vor allem durch seine Wallander-Kriminalromane bekannt, die in 38 Sprachen übersetzt wurden. Politische und gesellschaftliche Themen prägen die Arbeit des passionierten Schriftstellers und Theaterregisseurs, der auch als Autor von Kinderbüchern und Dramen brilliert. Mankell lebt abwechselnd in Schweden und in Mosambik, wo er als Direktor des „Teatro Avenida“ arbeitet.
Als Film-, Theater- und Opernregisseur, Hörspielautor sowie Künstler gehört Christoph Schlingensief zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Kulturszene. Seine Arbeiten verwischen immer wieder die Grenze zwischen Politik und Kunst und provozieren öffentliche Diskussionen. Als Filmemacher wurde Christoph Schlingensief zunächst mit der zwischen 1989 und 1992 entstandenen „Deutschlandtrilogie“ (u.a. Das deutsche Kettensägenmassaker) bekannt. Zu seinen Inszenierungen gehören u.a. „Parsifal“ (Bayreuth 2004), „Der Fliegende Holländer“ (Manaus 2007), „Jeanne d'Arc“ (Berlin 2008) und „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ (Duisburg 2008).
Der in Hongkong geborene Regisseur und Produzent Wayne Wang lebt und arbeitet in den USA. In vielen seiner Filme konfrontiert er die amerikanische Gesellschaft mit der Welt der chinesischen Einwanderer, so in der Bestselleradaption Töchter des Himmels (1993). Mit dem Arthouse-Film Smoke (Silberner Berlinale Bär 1995) gelang ihm ein großer Erfolg auch in Europa. Wangs letzter Film Mr. Shi und der Gesang der Zikaden erhielt mehrere Festival-Preise.
Als passionierte Filmfreundin hat die Foodaktivistin, Autorin und Starköchin Alice Waters ihr legendäres Restaurant Chez Panisse in Berkeley nach einem Filmcharakter von Marcel Pagnol benannt. Alice Waters, Vizepräsidentin von Slow Food International, arbeitet im berühmten Pacific Filmarchive in Berkeley und mit verschiedenen Film Festivals. Sie hat unter anderem auch an der Dokumentation Werner Herzog Eats His Shoe mitgewirkt. Die vielfach ausgezeichnete Foodaktivistin ist kürzlich in die California Hall of Fame aufgenommen worden.
Die weiteren Jury-Mitglieder sind die spanische Regisseurin Isabel Coixet, der Regisseur Gaston Kaboré (Burkina Faso), der schwedische Bestsellerautor und Theaterregisseur Henning Mankell, Regisseur Christoph Schlingensief (Deutschland), der Regisseur und Produzent Wayne Wang (USA) sowie die Foodaktivistin und Autorin Alice Waters (USA).
Jury-Präsidentin und Oscarpreisträgerin Tilda Swinton gehört zu den gefragtesten Schauspielerinnen. Ihr Filmdebüt gab sie in Derek Jarmans Caravaggio, der 1986 auf der Berlinale einen Silbernen Bären gewann. Seit ihrem internationalen Durchbruch mit Orlando wechselt sie mühelos das Rollenfach zwischen europäischen Arthouse-Filmen und großen Hollywood-Produktionen. Bis zu Jarmans Tod trat sie in jedem seiner Filme auf und widmete ihm ein filmisches Porträt, das 2008 im Panorama der Berlinale lief. Für den Thriller Michael Clayton erhielt sie 2008 einen Oscar als Beste Nebendarstellerin.
Die preisgekrönte spanische Autorin und Regisseurin Isabel Coixet war mit ihren Filmen schon auf zahlreichen internationalen Festivals zu Gast, darunter viermal auf der Berlinale: 1995 im Panorama mit Was ich Dir noch nie erzählt habe, 2003 im Wettbewerb mit Mein Leben ohne mich, 2007 im Panorama mit der Kompilations-Doku Invisibles sowie 2008 mit der berührenden Bestsellerverfilmung Elegy. Derzeit realisiert Isabel Coixet den romantischen Thriller Map Of The Sounds Of Tokyo.
Gaston Kaboré zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Filmszene seiner Heimat. Nach dem Studium in Ouagadougou (Burkina Faso) und Paris war sein Spielfilm Wend Kuuni 1982 ein Durchbruch für das afrikanische Kino. Kaboré ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent in einem und realisierte auch mehrere Dokumentarfilme. Für das historische Drama Buud Yam wurde er 1997 mit dem Preis des panafrikanischen Filmfestivals FESPACO ausgezeichnet. Mit der Gründung des Instituts „Imagine“ 2005 in Ouagadougou fördert er außerdem die audio-visuelle Ausbildung in Burkina Faso.
Der preisgekrönte Bestseller-Autor Henning Mankell ist vor allem durch seine Wallander-Kriminalromane bekannt, die in 38 Sprachen übersetzt wurden. Politische und gesellschaftliche Themen prägen die Arbeit des passionierten Schriftstellers und Theaterregisseurs, der auch als Autor von Kinderbüchern und Dramen brilliert. Mankell lebt abwechselnd in Schweden und in Mosambik, wo er als Direktor des „Teatro Avenida“ arbeitet.
Als Film-, Theater- und Opernregisseur, Hörspielautor sowie Künstler gehört Christoph Schlingensief zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Kulturszene. Seine Arbeiten verwischen immer wieder die Grenze zwischen Politik und Kunst und provozieren öffentliche Diskussionen. Als Filmemacher wurde Christoph Schlingensief zunächst mit der zwischen 1989 und 1992 entstandenen „Deutschlandtrilogie“ (u.a. Das deutsche Kettensägenmassaker) bekannt. Zu seinen Inszenierungen gehören u.a. „Parsifal“ (Bayreuth 2004), „Der Fliegende Holländer“ (Manaus 2007), „Jeanne d'Arc“ (Berlin 2008) und „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ (Duisburg 2008).
Der in Hongkong geborene Regisseur und Produzent Wayne Wang lebt und arbeitet in den USA. In vielen seiner Filme konfrontiert er die amerikanische Gesellschaft mit der Welt der chinesischen Einwanderer, so in der Bestselleradaption Töchter des Himmels (1993). Mit dem Arthouse-Film Smoke (Silberner Berlinale Bär 1995) gelang ihm ein großer Erfolg auch in Europa. Wangs letzter Film Mr. Shi und der Gesang der Zikaden erhielt mehrere Festival-Preise.
Als passionierte Filmfreundin hat die Foodaktivistin, Autorin und Starköchin Alice Waters ihr legendäres Restaurant Chez Panisse in Berkeley nach einem Filmcharakter von Marcel Pagnol benannt. Alice Waters, Vizepräsidentin von Slow Food International, arbeitet im berühmten Pacific Filmarchive in Berkeley und mit verschiedenen Film Festivals. Sie hat unter anderem auch an der Dokumentation Werner Herzog Eats His Shoe mitgewirkt. Die vielfach ausgezeichnete Foodaktivistin ist kürzlich in die California Hall of Fame aufgenommen worden.
Berlinale 2009: Politische Dokumentationen im Forum
Das 39. Forum der Berlinale zeigt insgesamt 48 Filme aus 31 Produktionsländern.
„Einmal um die Welt“ ist dabei aber kein Zählergebnis, sondern steht für die mannigfaltigen Bezüge zwischen den Filmen, die es zu entdecken gibt, ihre oft geteilten Anliegen und verwandten Vorstellungswelten, aber auch ihre Gegensätze und Spiegelungen. Elf Filme sind Debüts, 25 Filme werden als Weltpremieren, zwölf als internationale Premieren gezeigt.
Das deutsche Filmschaffen ist in diesem Programm mit fünf Arbeiten vertreten: dokumentarische Filme von Hans-Christian Schmid, Ulrike Ottinger, Harun Farocki und Thomas Heise und der neue Spielfilm von Sebastian Schipper – ein erfreulich vielfältiges Bild.
Immer wieder haben Goethes „Wahlverwandtschaften“ zu Verfilmungen inspiriert, aber so wie in Schippers Mitte Ende August hat man sie noch nicht gesehen: als spielfreudiges, sommerliches Erzählexperiment. Marie Bäumer, Milan Peschel, Anna Brüggemann, André Hennicke und ein einsames Haus auf dem Land spielen die Hauptrollen in dieser von historischem Ballast befreiten, zeitgenössischen Adaption, für die der Rockpoet Vic Chesnutt den Soundtrack komponierte.
In Die Wundersame Welt der Waschkraft interessiert sich Hans-Christian Schmid einmal mehr für die veränderten Koordinaten an der deutsch-polnischen Grenze. Sein Film folgt dem Weg der Schmutzwäsche von Berliner Hotelzimmern in eine polnische Großwäscherei und lässt die Menschen zu Wort kommen, durch deren Hände sie geht. Harun Farocki widmet sich in seinem neuen Film Zum Vergleich verschiedenen Techniken der Ziegelherstellung – vom handgeformten Lehmziegel bis zum Präzisionsbaustein als Hightech-Produkt. Während Farocki seine Beobachtungen in Burkina Faso, Indien und Frankreich macht, begibt sich Thomas Heise in seine eigenen Archive und damit in die Vergangenheit: In Material montiert er von ihm selbst dokumentierte, aber nie veröffentlichte Szenen der „Wende“ von 1989 zu einem Panorama, das die Erinnerung herausfordert, aber vor allem von den weißen Flecken handelt, die der Fortgang der Geschichte im Gedächtnis zurücklässt. Auf eine Reise begibt sich einmal mehr auch Ulrike Ottinger. Ihr neuester Film Die Koreanische Hochzeitstruhe geht dem Verhältnis von Tradition und Moderne in der Megacity Seoul nach.
Dokumentarfilme, gerade wo sie in den Grenzbereich zum Erzählkino vorstoßen, spielen im Forum eine wichtige Rolle. Im diesjährigen Programm setzen sich auffallend viele davon mit Prozessen öffentlicher Meinungsbildung auseinander und ergeben zusammen betrachtet das Zeitbild einer Welt, in der Wissen zur Ware und Meinungspolitik ein Spiel mit dem Feuer geworden ist.
Die unrühmliche Rolle des Staates als Anheizer von Konflikten bildet etwa den Hintergrund für den thailändischen Dokumentarfilm Citizen Juling. Nach dem brutalen Angriff eines fanatischen Mobs auf zwei Lehrerinnen im Frühjahr 2006 begaben sich die Filmemacherin Ing K und der Politiker und Menschenrechtsaktivist Kraisak Choonhavan auf eine Reise quer durch Thailand, ein von Gewalt und Vorurteilen gespaltenes Land. Citizen Juling ist der Versuch, Film zum Werkzeug eines Versöhnungsprozesses werden zu lassen. Ähnliches gilt auch für zwei Filme, die sich mit gewaltsamen Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent befassen. Eine Auswahl von vier kürzeren Dokumentationen des südafrikanischen Kollektiv-Projekts „Filmmakers against racism“ setzt sich mit den fremdenfeindlichen Gewaltexzessen auseinander, die das Land im Mai 2008 erschüttert haben. Christophe Gagnots Dokumentation D’Arusha à Arusha gilt dagegen den Langzeitfolgen des Genozids, dem 1994 in Ruanda fast eine Million Menschen zum Opfer fielen. Auf spannende und erhellende Weise kontrastiert sein Film die juristische Aufarbeitung durch die internationale Gerichtsbarkeit in Arusha mit persönlicher und zwischenmenschlicher Traumabewältigung.
Defamation von Yoav Shamir (im Forum 2008 mit Flipping Out) sollte ursprünglich ein Film über die zeitgenössischen, oft subtilen Spielarten des Anti-Semitismus werden. Shamirs Recherchen im Umfeld der New Yorker Anti-Defamation League (ADL) brachten ihn allerdings auch auf die Fährte eines ganz anderen Phänomens: den heiklen Umgang mit dem Nimbus des fortwährenden Opfers. Wie ein Spiegelbild dazu wirkt die Dokumentation Letters to the President des tschechischen Filmemachers Petr Lom: sein Interesse gilt den Briefen, die Millionen von Iranern, von staatlicher Propaganda ermuntert, ihrem Präsidenten schreiben. Allzu oft sind diese Briefe Indizien für die erfolgreiche Manipulation der öffentlichen Meinung durch einen Staat, der das Selbstbild gläubiger Muslime als von aller Welt Verfolgte zementiert.
Von den Langzeitfolgen und Verwerfungen einer Politik des Hasses erzählen zwei weitere Filme im Programm. Simone Bittons investigativer Dokumentarfilm Rachel rollt den Fall der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel Corrie auf, die im Jahr 2003 bei dem Versuch zu Tode kam, die Zerstörung von Häusern im Gazastreifen zu verhindern. Der Libanese Simon El-Habre porträtiert in The One Man Village seinen Onkel Semaan, den einzigen Bewohner eines Bergdorfes, das der libanesische Bürgerkieg zu einem Geisterdorf gemacht hat. Bei aller Traurigkeit ist dieser wunderbar fotografierte Film auch eine Geschichte über das Glück eines Lebens in Frieden.
Die Filme im 39. Forum der Berlinale
Aguas Verdes (Green Waters) von Mariano De Rosa, Argentinien (WP)
D'Arusha à Arusha (From Arusha to Arusha) von Christophe Gargot, Frankreich/Kanada/Ruanda (IP)
Beeswax von Andrew Bujalski, USA (WP)
Calimucho von Eugenie Jansen, Niederlande (IP)
Cea mai fericita fata din lume (The Happiest Girl in the World) von Radu Jude, Rumänien/Niederlande (WP)
Citizen Juling (Polamuang Juling) von Kraisak Choonhavan, Manit Sriwanichpoom, Ing K, Thailand (EP)
The Day After (Eoddeon gaien nal) von Lee Suk-Gyung, Republik Korea (WP)
Deep in the Valley (Yanaka boshoku) von Funahashi Atsushi, Japan (WP)
Defamation (Hashmatsa) von Yoav Shamir, Israel/Österreich (WP)
Doctor Ma's Country Clinic (Ma dai fu de zhen suo) von Cong Feng, Volksrepublik China (EP)
L'encerclement (Encirclement) von Richard Brouillette, Kanada (IP)
The Exploding Girl von Bradley Rust Gray, USA (WP)
H:r Landshövding (Mr Governor) von Måns Månsson, Schweden (IP)
Hayat var (My Only Sunshine) von Reha Erdem, Türkei/Griechenland/Bulgarien (IP)
Help Gone Mad (Sumashedshaya pomosh) von Boris Khlebnikov, Russland (WP)
Kan door huid heen (Can Go Through Skin) von Esther Rots, Niederlande (IP)
Die koreanische Hochzeitstruhe (The Korean Wedding Chest) von Ulrike Ottinger, Deutschland (WP)
Land of Scarecrows (Heosuabideuleui ddang) von Roh Gyeong-Tae, Republik Korea/Frankreich (IP)
Letters to the President von Petr Lom, Kanada/Iran (WP)
Love Exposure (Ai no mukidashi) von Sono Sion, Japan (IP)
Man tänker sitt (Burrowing) von Fredrik Wenzel, Henrik Hellström, Schweden (WP)
Marin Blue von Matthew Hysell, USA (WP)
Members of the Funeral (Jangryesigeui member) von Baek Seung-Bin, Republik Korea (IP)
Mental (Seishin) von Soda Kazuhiro, Japan (EP)
Mitte Ende August (Sometime in August) von Sebastian Schipper, Deutschland (WP)
My Dear Enemy (Meotjin haru) von Lee Yoon-Ki, Republik Korea (IP)
Naked of Defenses (Mubobi) von Ichii Masahide, Japan (EP)
Ne me libérez pas, je m'en charge (My Greatest Escape) von Fabienne Godet, Frankreich (WP)
The One Man Village (Semaan Bilda'ia) von Simon El Habre, Libanon (EP)
Rachel von Simone Bitton, Frankreich/Belgien (WP)
La sirena y el buzo (The Mermaid and the Diver) von Mercedes Moncada Rodríguez, Mexiko/Nicaragua/Spanien (WP)
Soundless Wind Chime (Wu Sheng Feng Ling) von Kit Hung, Hong Kong/Schweiz (WP)
Sweetgrass von Lucien Castaing-Taylor, USA (WP)
Treeless Mountain von So-Yong Kim, USA/Republik Korea (EP)
Un chat un chat (Pardon my French) von Sophie Fillières, Frankreich (WP)
Winterstilte (Winter Silence) von Sonja Wyss, Niederlande/Schweiz (IP)
Zum Vergleich (By Comparison) von Harun Farocki, Deutschland/Österreich (WP)
Special Screenings
A History of Israeli Cinema von Raphaël Nadjari, Frankreich/Israel (WP)
Araya von Margot Benacerraf, Venezuela/Frankreich (WP der restaurieren Kopie)
The Beast Stalker (Ching yan) von Dante Lam, Hong Kong (IP)
Filmmakers Against Racism:
Affectionately Known as Alex von Danny Turken, Südafrika (EP)
Angels on our Shoulders von Andy Spitz, Südafrika (EP)
Baraka (The Blessing) von Omelga Mthiyane, Riaan Hendriks,
Marianne Gysae, Südafrika (EP)
The Burning Man von Adze Ugah, Südafrika (EP)
Generasi biru (The Blue Generation) von Garin Nugroho, John De Rantau, Dosy Omar, Indonesien (WP)
Langsamer Sommer (Slow Summer) von John Cook, Österreich
Material von Thomas Heise, Deutschland (WP)
Schwitzkasten (Clinch) von John Cook, Österreich
Soul Power von Jeffrey Levy-Hinte, USA (EP)
When it was Blue von Jennifer Reeves, USA/Island (EP)
Die wundersame Welt der Waschkraft (The Wondrous World of Laundry) von Hans-Christian Schmid, Deutschland (WP)
„Einmal um die Welt“ ist dabei aber kein Zählergebnis, sondern steht für die mannigfaltigen Bezüge zwischen den Filmen, die es zu entdecken gibt, ihre oft geteilten Anliegen und verwandten Vorstellungswelten, aber auch ihre Gegensätze und Spiegelungen. Elf Filme sind Debüts, 25 Filme werden als Weltpremieren, zwölf als internationale Premieren gezeigt.
Das deutsche Filmschaffen ist in diesem Programm mit fünf Arbeiten vertreten: dokumentarische Filme von Hans-Christian Schmid, Ulrike Ottinger, Harun Farocki und Thomas Heise und der neue Spielfilm von Sebastian Schipper – ein erfreulich vielfältiges Bild.
Immer wieder haben Goethes „Wahlverwandtschaften“ zu Verfilmungen inspiriert, aber so wie in Schippers Mitte Ende August hat man sie noch nicht gesehen: als spielfreudiges, sommerliches Erzählexperiment. Marie Bäumer, Milan Peschel, Anna Brüggemann, André Hennicke und ein einsames Haus auf dem Land spielen die Hauptrollen in dieser von historischem Ballast befreiten, zeitgenössischen Adaption, für die der Rockpoet Vic Chesnutt den Soundtrack komponierte.
In Die Wundersame Welt der Waschkraft interessiert sich Hans-Christian Schmid einmal mehr für die veränderten Koordinaten an der deutsch-polnischen Grenze. Sein Film folgt dem Weg der Schmutzwäsche von Berliner Hotelzimmern in eine polnische Großwäscherei und lässt die Menschen zu Wort kommen, durch deren Hände sie geht. Harun Farocki widmet sich in seinem neuen Film Zum Vergleich verschiedenen Techniken der Ziegelherstellung – vom handgeformten Lehmziegel bis zum Präzisionsbaustein als Hightech-Produkt. Während Farocki seine Beobachtungen in Burkina Faso, Indien und Frankreich macht, begibt sich Thomas Heise in seine eigenen Archive und damit in die Vergangenheit: In Material montiert er von ihm selbst dokumentierte, aber nie veröffentlichte Szenen der „Wende“ von 1989 zu einem Panorama, das die Erinnerung herausfordert, aber vor allem von den weißen Flecken handelt, die der Fortgang der Geschichte im Gedächtnis zurücklässt. Auf eine Reise begibt sich einmal mehr auch Ulrike Ottinger. Ihr neuester Film Die Koreanische Hochzeitstruhe geht dem Verhältnis von Tradition und Moderne in der Megacity Seoul nach.
Dokumentarfilme, gerade wo sie in den Grenzbereich zum Erzählkino vorstoßen, spielen im Forum eine wichtige Rolle. Im diesjährigen Programm setzen sich auffallend viele davon mit Prozessen öffentlicher Meinungsbildung auseinander und ergeben zusammen betrachtet das Zeitbild einer Welt, in der Wissen zur Ware und Meinungspolitik ein Spiel mit dem Feuer geworden ist.
Die unrühmliche Rolle des Staates als Anheizer von Konflikten bildet etwa den Hintergrund für den thailändischen Dokumentarfilm Citizen Juling. Nach dem brutalen Angriff eines fanatischen Mobs auf zwei Lehrerinnen im Frühjahr 2006 begaben sich die Filmemacherin Ing K und der Politiker und Menschenrechtsaktivist Kraisak Choonhavan auf eine Reise quer durch Thailand, ein von Gewalt und Vorurteilen gespaltenes Land. Citizen Juling ist der Versuch, Film zum Werkzeug eines Versöhnungsprozesses werden zu lassen. Ähnliches gilt auch für zwei Filme, die sich mit gewaltsamen Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent befassen. Eine Auswahl von vier kürzeren Dokumentationen des südafrikanischen Kollektiv-Projekts „Filmmakers against racism“ setzt sich mit den fremdenfeindlichen Gewaltexzessen auseinander, die das Land im Mai 2008 erschüttert haben. Christophe Gagnots Dokumentation D’Arusha à Arusha gilt dagegen den Langzeitfolgen des Genozids, dem 1994 in Ruanda fast eine Million Menschen zum Opfer fielen. Auf spannende und erhellende Weise kontrastiert sein Film die juristische Aufarbeitung durch die internationale Gerichtsbarkeit in Arusha mit persönlicher und zwischenmenschlicher Traumabewältigung.
Defamation von Yoav Shamir (im Forum 2008 mit Flipping Out) sollte ursprünglich ein Film über die zeitgenössischen, oft subtilen Spielarten des Anti-Semitismus werden. Shamirs Recherchen im Umfeld der New Yorker Anti-Defamation League (ADL) brachten ihn allerdings auch auf die Fährte eines ganz anderen Phänomens: den heiklen Umgang mit dem Nimbus des fortwährenden Opfers. Wie ein Spiegelbild dazu wirkt die Dokumentation Letters to the President des tschechischen Filmemachers Petr Lom: sein Interesse gilt den Briefen, die Millionen von Iranern, von staatlicher Propaganda ermuntert, ihrem Präsidenten schreiben. Allzu oft sind diese Briefe Indizien für die erfolgreiche Manipulation der öffentlichen Meinung durch einen Staat, der das Selbstbild gläubiger Muslime als von aller Welt Verfolgte zementiert.
Von den Langzeitfolgen und Verwerfungen einer Politik des Hasses erzählen zwei weitere Filme im Programm. Simone Bittons investigativer Dokumentarfilm Rachel rollt den Fall der amerikanischen Friedensaktivistin Rachel Corrie auf, die im Jahr 2003 bei dem Versuch zu Tode kam, die Zerstörung von Häusern im Gazastreifen zu verhindern. Der Libanese Simon El-Habre porträtiert in The One Man Village seinen Onkel Semaan, den einzigen Bewohner eines Bergdorfes, das der libanesische Bürgerkieg zu einem Geisterdorf gemacht hat. Bei aller Traurigkeit ist dieser wunderbar fotografierte Film auch eine Geschichte über das Glück eines Lebens in Frieden.
Die Filme im 39. Forum der Berlinale
Aguas Verdes (Green Waters) von Mariano De Rosa, Argentinien (WP)
D'Arusha à Arusha (From Arusha to Arusha) von Christophe Gargot, Frankreich/Kanada/Ruanda (IP)
Beeswax von Andrew Bujalski, USA (WP)
Calimucho von Eugenie Jansen, Niederlande (IP)
Cea mai fericita fata din lume (The Happiest Girl in the World) von Radu Jude, Rumänien/Niederlande (WP)
Citizen Juling (Polamuang Juling) von Kraisak Choonhavan, Manit Sriwanichpoom, Ing K, Thailand (EP)
The Day After (Eoddeon gaien nal) von Lee Suk-Gyung, Republik Korea (WP)
Deep in the Valley (Yanaka boshoku) von Funahashi Atsushi, Japan (WP)
Defamation (Hashmatsa) von Yoav Shamir, Israel/Österreich (WP)
Doctor Ma's Country Clinic (Ma dai fu de zhen suo) von Cong Feng, Volksrepublik China (EP)
L'encerclement (Encirclement) von Richard Brouillette, Kanada (IP)
The Exploding Girl von Bradley Rust Gray, USA (WP)
H:r Landshövding (Mr Governor) von Måns Månsson, Schweden (IP)
Hayat var (My Only Sunshine) von Reha Erdem, Türkei/Griechenland/Bulgarien (IP)
Help Gone Mad (Sumashedshaya pomosh) von Boris Khlebnikov, Russland (WP)
Kan door huid heen (Can Go Through Skin) von Esther Rots, Niederlande (IP)
Die koreanische Hochzeitstruhe (The Korean Wedding Chest) von Ulrike Ottinger, Deutschland (WP)
Land of Scarecrows (Heosuabideuleui ddang) von Roh Gyeong-Tae, Republik Korea/Frankreich (IP)
Letters to the President von Petr Lom, Kanada/Iran (WP)
Love Exposure (Ai no mukidashi) von Sono Sion, Japan (IP)
Man tänker sitt (Burrowing) von Fredrik Wenzel, Henrik Hellström, Schweden (WP)
Marin Blue von Matthew Hysell, USA (WP)
Members of the Funeral (Jangryesigeui member) von Baek Seung-Bin, Republik Korea (IP)
Mental (Seishin) von Soda Kazuhiro, Japan (EP)
Mitte Ende August (Sometime in August) von Sebastian Schipper, Deutschland (WP)
My Dear Enemy (Meotjin haru) von Lee Yoon-Ki, Republik Korea (IP)
Naked of Defenses (Mubobi) von Ichii Masahide, Japan (EP)
Ne me libérez pas, je m'en charge (My Greatest Escape) von Fabienne Godet, Frankreich (WP)
The One Man Village (Semaan Bilda'ia) von Simon El Habre, Libanon (EP)
Rachel von Simone Bitton, Frankreich/Belgien (WP)
La sirena y el buzo (The Mermaid and the Diver) von Mercedes Moncada Rodríguez, Mexiko/Nicaragua/Spanien (WP)
Soundless Wind Chime (Wu Sheng Feng Ling) von Kit Hung, Hong Kong/Schweiz (WP)
Sweetgrass von Lucien Castaing-Taylor, USA (WP)
Treeless Mountain von So-Yong Kim, USA/Republik Korea (EP)
Un chat un chat (Pardon my French) von Sophie Fillières, Frankreich (WP)
Winterstilte (Winter Silence) von Sonja Wyss, Niederlande/Schweiz (IP)
Zum Vergleich (By Comparison) von Harun Farocki, Deutschland/Österreich (WP)
Special Screenings
A History of Israeli Cinema von Raphaël Nadjari, Frankreich/Israel (WP)
Araya von Margot Benacerraf, Venezuela/Frankreich (WP der restaurieren Kopie)
The Beast Stalker (Ching yan) von Dante Lam, Hong Kong (IP)
Filmmakers Against Racism:
Affectionately Known as Alex von Danny Turken, Südafrika (EP)
Angels on our Shoulders von Andy Spitz, Südafrika (EP)
Baraka (The Blessing) von Omelga Mthiyane, Riaan Hendriks,
Marianne Gysae, Südafrika (EP)
The Burning Man von Adze Ugah, Südafrika (EP)
Generasi biru (The Blue Generation) von Garin Nugroho, John De Rantau, Dosy Omar, Indonesien (WP)
Langsamer Sommer (Slow Summer) von John Cook, Österreich
Material von Thomas Heise, Deutschland (WP)
Schwitzkasten (Clinch) von John Cook, Österreich
Soul Power von Jeffrey Levy-Hinte, USA (EP)
When it was Blue von Jennifer Reeves, USA/Island (EP)
Die wundersame Welt der Waschkraft (The Wondrous World of Laundry) von Hans-Christian Schmid, Deutschland (WP)
Berlinale 2009: Kulinarisches Kino
Geschmack an der Wahrheit ist der gemeinsame Nenner der Filme des Kulinarischen Kinos der Berlinale, das vom 8.-13. Februar 2009 zum dritten Mal statt findet. Fünf Spielfilme, fünf Dokumentarfilme und vier Kurzfilme werden im diesjährigen Programm gezeigt, das von kulinarischen Höhepunkten und Podiumsdiskussionen begleitet wird.
Als Auftakt serviert der amerikanische Dokumentarfilm Food, Inc. von Robert Kenner am 8.2. im neuen Berlinale-Kino Friedrichstadtpalast harte Fakten über die Food Industrie. Die Protagonisten und Bestseller-Autoren Michael Pollan und Eric Schlosser sind zur anschließenden Diskussion anwesend.
„Endlich wird diskutiert, dass Lebensmittel die wichtigsten Überlebensmittel sind. Was rund um den Globus an täglicher Lebensmittelvergiftung passiert, wie mit Getreide spekuliert wird und verheerende Monokulturen entstehen, ist vielen noch nicht bewusst“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Nach der Diskussion serviert Berlins Spitzenkoch Tim Raue eine kulinarisch korrekte Köstlichkeit, zum Angewöhnen.
Nach dem Auftakt gibt es Sterneküche und Kulinarisches Kino im Martin-Gropius-Bau und dem benachbarten Restaurant „Gropius Mirror“. Die melancholische Komödie Pranzo di Ferragosto von und mit Gianni di Gregorio schildert das leicht angespannte Verhältnis zwischen der Mutter und ihrem 59jährigen Sohn, dessen Fischgericht die Luxemburgische Köchin Lea Linster inspiriert. Die spanische Komödie Dieta Mediterránea von Joaquín Oristrell über ein Dreiecksverhältnis zwischen Bett und Herd regt Kolja Kleeberg zu einem scharfen Venusmuschelgericht an. Der neue Star im Restaurant Vitrum, Hendrik Otto, schmort Lamm nach einem Rezept seiner Großmutter für den bosnischen Film Snijeg von Aidi Begic über die Hoffnung der Frauen in einem zerstörten Dorf. Das von Slow Food organisierte Treffen von tausenden von Bauern aus aller Welt war für den italienischen Meisterregisseur Ermanno Olmi Anlass, den Dokumentarfilm Terra Madre zu drehen. Der Film wird seine Weltpremiere im offiziellen Programm Berlinale Special am 6.2. im Cinema Paris feiern und wird am 12.2. im Kulinarischen Kino gezeigt. Das Kulinarische Kino ist ideell eng mit der internationalen Slow Food Bewegung verbunden.
Nach den Filmen der Spätschiene um 22 Uhr serviert das Restaurant „Gropius Mirror“ Essen und Getränke à la carte. Den süßen Auftakt macht die Gay Comedy Antique von Min Kyo-Dong über die Liebe in einer kleinen koreanischen Konditorei. Bittersüße Liebe in den Zuckerplantagen schildert der dokumentarische Spielfilm Haiti Chérie von Claudio del Punta. Wie weit soll man als Umweltschützer gehen, fragt sich der militante Walfanggegner Paul Watson in Ron Colbys Pirate for the Sea. Der Dokumentarfilm Nos Enfants Nous Accuseront von Jean-Paul Jaud zeigt, dass Kinder die besten Aktivisten für Umweltschutz sind.
Am Kindertag des Kulinarischen Kinos werden SchülerInnen der Berliner John F. Kennedy School zur Vorführung von What’s On Your Plate von Catherine Gund eingeladen. Zwei afro-amerikanische Mädchen erforschen das New Yorker Nahrungsangebot. Nach dem Film kochen sich die Kinder der JFK-School ein vegetarisches Mittagessen mit Hilfe des gastronomischen Leiters des Kulinarisches Kinos, Alf Wagenzink von Catering’s Best by InterContinental. Das Kreuzberger Jugendprojekt „die gelbe Villa“ unterstützt dieses Projekt.
Thomas Struck, Leiter des im dritten Jahr stattfindenden Kulinarischen Kinos kommentiert das Programm: „Essen und Trinken ist nicht nur Geschmackssache sondern auch Politik. Ergänzend zur Abstimmung an der Wahlurne kann man außerdem ein Votum mit der Gabel und beim Einkauf abgeben. Drei mal täglich können die, die nicht hungern, entscheiden, was sie essen. Denn was und wie gegessen wird, hat Konsequenzen für die Menschen und die biologische und kulturelle Vielfalt. Jeder Bissen zählt.“
Der Kartenvorverkauf beginnt bereits am 19.1.2009 online über www.berlinale.de sowie bei allen Berliner Theaterkassen. Weitere Informationen unter www.berlinale.de
Filme im Kulinarischen Kino 2009
Antique Republik - Korea
Von MIN Kyu-Dong
Mit JU Ji-hun, KIM Jae-wook, Andy GILLET, YU Ain, CHOI Ji-ho
Dieta mediterránea (Mediterranean Food) - Spanien
Von Joaquín Oristrell
Mit Olivia Molina, Paco León, Alfonso Bassave
Food, Inc. - USA
Dokumentarfilm von Robert Kenner
Mit Eric Schlosser, Michael Pollan
Europapremiere
Haiti Chèrie - Italien
Von Claudio Del Punta
Mit Juan Carlos Campos, Yeraini Cuevas, Jean Marie Guerin, Valentin Valdez
Pirate for the Sea - USA
Dokumentarfilm von Ron Colby
Pranzo Di Ferragosto (Pranzo Di Ferragosto - Das Festmahl im August ) - Italien
Von Gianni Di Gregorio
Mit Marina Cacciotti, Maria Calì, Gianni Di Gregorio, Valeria De Franciscis, Grazia Cesarini Sforza
Snijeg (Snow) - Bosnien und Herzegowina
Von Aida Begic
Mit Jasna Beri, Emir Hadzihafisbegovic, Zana Marjanovic, Vesna Masic, Sadzida Setic
(auch im Programm von Generation)
Terra Madre - Italien
Dokumentarfilm von Ermanno Olmi (Der Holzschuhbaum)
Weltpremiere
(auch im Programm von Berlinale Special)
Nos enfants nous accuseront (That Should Not Be – Our Children Will Accuse Us) - Frankreich
Dokumentarfilm von Jean-Paul Jaud
What's on Your Plate? - USA
Dokumentarfilm von Catherine Gund
Weltpremiere
Kurzfilme
Buono come il pane - Italien
Von Giancarlo Matcovich
Mit Ursula Heinzelmann, Peter Klann, Heinz Weichardt
La Cuisine - USA
Von François Vogel
Lo que trae la lluvia (Along came the rain) - Chile
Von Alejandro Fernández Almendras
Mit Olga Muñoz, Antonio Guajardo
Pasta Connection - Italien
Von UniSG
Plac (Der Markt) - Kroatien
Von Ana Husman
Silent Snow - Niederlande
Von Jan van den Berg
Mit Pipaluk Hammeken, Sarah Lyberth
Als Auftakt serviert der amerikanische Dokumentarfilm Food, Inc. von Robert Kenner am 8.2. im neuen Berlinale-Kino Friedrichstadtpalast harte Fakten über die Food Industrie. Die Protagonisten und Bestseller-Autoren Michael Pollan und Eric Schlosser sind zur anschließenden Diskussion anwesend.
„Endlich wird diskutiert, dass Lebensmittel die wichtigsten Überlebensmittel sind. Was rund um den Globus an täglicher Lebensmittelvergiftung passiert, wie mit Getreide spekuliert wird und verheerende Monokulturen entstehen, ist vielen noch nicht bewusst“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. Nach der Diskussion serviert Berlins Spitzenkoch Tim Raue eine kulinarisch korrekte Köstlichkeit, zum Angewöhnen.
Nach dem Auftakt gibt es Sterneküche und Kulinarisches Kino im Martin-Gropius-Bau und dem benachbarten Restaurant „Gropius Mirror“. Die melancholische Komödie Pranzo di Ferragosto von und mit Gianni di Gregorio schildert das leicht angespannte Verhältnis zwischen der Mutter und ihrem 59jährigen Sohn, dessen Fischgericht die Luxemburgische Köchin Lea Linster inspiriert. Die spanische Komödie Dieta Mediterránea von Joaquín Oristrell über ein Dreiecksverhältnis zwischen Bett und Herd regt Kolja Kleeberg zu einem scharfen Venusmuschelgericht an. Der neue Star im Restaurant Vitrum, Hendrik Otto, schmort Lamm nach einem Rezept seiner Großmutter für den bosnischen Film Snijeg von Aidi Begic über die Hoffnung der Frauen in einem zerstörten Dorf. Das von Slow Food organisierte Treffen von tausenden von Bauern aus aller Welt war für den italienischen Meisterregisseur Ermanno Olmi Anlass, den Dokumentarfilm Terra Madre zu drehen. Der Film wird seine Weltpremiere im offiziellen Programm Berlinale Special am 6.2. im Cinema Paris feiern und wird am 12.2. im Kulinarischen Kino gezeigt. Das Kulinarische Kino ist ideell eng mit der internationalen Slow Food Bewegung verbunden.
Nach den Filmen der Spätschiene um 22 Uhr serviert das Restaurant „Gropius Mirror“ Essen und Getränke à la carte. Den süßen Auftakt macht die Gay Comedy Antique von Min Kyo-Dong über die Liebe in einer kleinen koreanischen Konditorei. Bittersüße Liebe in den Zuckerplantagen schildert der dokumentarische Spielfilm Haiti Chérie von Claudio del Punta. Wie weit soll man als Umweltschützer gehen, fragt sich der militante Walfanggegner Paul Watson in Ron Colbys Pirate for the Sea. Der Dokumentarfilm Nos Enfants Nous Accuseront von Jean-Paul Jaud zeigt, dass Kinder die besten Aktivisten für Umweltschutz sind.
Am Kindertag des Kulinarischen Kinos werden SchülerInnen der Berliner John F. Kennedy School zur Vorführung von What’s On Your Plate von Catherine Gund eingeladen. Zwei afro-amerikanische Mädchen erforschen das New Yorker Nahrungsangebot. Nach dem Film kochen sich die Kinder der JFK-School ein vegetarisches Mittagessen mit Hilfe des gastronomischen Leiters des Kulinarisches Kinos, Alf Wagenzink von Catering’s Best by InterContinental. Das Kreuzberger Jugendprojekt „die gelbe Villa“ unterstützt dieses Projekt.
Thomas Struck, Leiter des im dritten Jahr stattfindenden Kulinarischen Kinos kommentiert das Programm: „Essen und Trinken ist nicht nur Geschmackssache sondern auch Politik. Ergänzend zur Abstimmung an der Wahlurne kann man außerdem ein Votum mit der Gabel und beim Einkauf abgeben. Drei mal täglich können die, die nicht hungern, entscheiden, was sie essen. Denn was und wie gegessen wird, hat Konsequenzen für die Menschen und die biologische und kulturelle Vielfalt. Jeder Bissen zählt.“
Der Kartenvorverkauf beginnt bereits am 19.1.2009 online über www.berlinale.de sowie bei allen Berliner Theaterkassen. Weitere Informationen unter www.berlinale.de
Filme im Kulinarischen Kino 2009
Antique Republik - Korea
Von MIN Kyu-Dong
Mit JU Ji-hun, KIM Jae-wook, Andy GILLET, YU Ain, CHOI Ji-ho
Dieta mediterránea (Mediterranean Food) - Spanien
Von Joaquín Oristrell
Mit Olivia Molina, Paco León, Alfonso Bassave
Food, Inc. - USA
Dokumentarfilm von Robert Kenner
Mit Eric Schlosser, Michael Pollan
Europapremiere
Haiti Chèrie - Italien
Von Claudio Del Punta
Mit Juan Carlos Campos, Yeraini Cuevas, Jean Marie Guerin, Valentin Valdez
Pirate for the Sea - USA
Dokumentarfilm von Ron Colby
Pranzo Di Ferragosto (Pranzo Di Ferragosto - Das Festmahl im August ) - Italien
Von Gianni Di Gregorio
Mit Marina Cacciotti, Maria Calì, Gianni Di Gregorio, Valeria De Franciscis, Grazia Cesarini Sforza
Snijeg (Snow) - Bosnien und Herzegowina
Von Aida Begic
Mit Jasna Beri, Emir Hadzihafisbegovic, Zana Marjanovic, Vesna Masic, Sadzida Setic
(auch im Programm von Generation)
Terra Madre - Italien
Dokumentarfilm von Ermanno Olmi (Der Holzschuhbaum)
Weltpremiere
(auch im Programm von Berlinale Special)
Nos enfants nous accuseront (That Should Not Be – Our Children Will Accuse Us) - Frankreich
Dokumentarfilm von Jean-Paul Jaud
What's on Your Plate? - USA
Dokumentarfilm von Catherine Gund
Weltpremiere
Kurzfilme
Buono come il pane - Italien
Von Giancarlo Matcovich
Mit Ursula Heinzelmann, Peter Klann, Heinz Weichardt
La Cuisine - USA
Von François Vogel
Lo que trae la lluvia (Along came the rain) - Chile
Von Alejandro Fernández Almendras
Mit Olga Muñoz, Antonio Guajardo
Pasta Connection - Italien
Von UniSG
Plac (Der Markt) - Kroatien
Von Ana Husman
Silent Snow - Niederlande
Von Jan van den Berg
Mit Pipaluk Hammeken, Sarah Lyberth
Berlinale Special 2009
Das Berlinale Special zeigt als Teil des offiziellen Programms außergewöhnliche Neuproduktionen und aktuelle Werke zeitgenössischer Filmemacher, deren Arbeit die Berlinale besonders ehren und präsentieren möchte. Alle Filme im Berlinale Special werden bei den Premieren von den eingeladenen Filmemachern persönlich vorgestellt.
Hauptaufführungsorte sind das Cinema Paris am Kurfürstendamm und der Friedrichstadtpalast, in dem die Berlinale Special Gala Screenings präsentiert werden. Hinzu kommt für die Vorstellung einer Langzeitdokumentation das Berliner Kiez-Kino Cosima am Bundesplatz.
„Ich freue mich darauf, die Gäste und das Publikum am Roten Teppich unserer schönen neuen Locations bei den Premieren der Berlinale Specials zu begrüßen“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. „Wir hoffen, dass mehr Berlinale-Liebhaber jetzt eine Karte bekommen können!“
Ins diesjährige Berlinale Special sind bislang 13 Filme eingeladen, davon 9 Weltpremieren.
Berlinale Special – Gala Screenings im Friedrichstadtpalast
Effi Briest Deutschland
Von Hermine Huntgeburth (Die Weiße Massai, Das Trio)
Mit Julia Jentsch, Sebastian Koch, Juliane Köhler, Mišel Maticevic
Weltpremiere
Food, Inc. USA
Dokumentarfilm von Robert Kenner
Mit Eric Schlosser, Michael Pollan
Internationale Premiere
(Eröffnungsfilm Kulinarisches Kino, Pressemitteilung vom 10.12.08)
Hilde Deutschland
Von Kai Wessel (Die Flucht)
Mit Heike Makatsch, Dan Stevens, Monica Bleibtreu, Michael Gwisdek
Weltpremiere
John Rabe Deutschland/Frankreich/VR China
Von Florian Gallenberger (Quiero ser - Gestohlene Träume)
Mit Ulrich Tukur, Daniel Brühl, Anne Consigny, Dagmar Manzel
Weltpremiere
Berlinale Special – im Cinema Paris
Adam Resurrected (Ein Leben für ein Leben) USA/Deutschland/Israel
Von Paul Schrader (The Comfort of Strangers, American Gigolo)
Mit Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Derek Jacobi, Ayelet Zurer
Europapremiere
Baiyin Diguo (Empire Of Silver) VR China/Hong Kong
Von Christina Yao
Mit Aaron Kwok, Tie Lin Zhang, Hao Lei, Ding Zhi Cheng, Lei Zhen Yu
Weltpremiere
Bellamy Frankreich
Von Claude Chabrol (Les Cousins, La Fleur du Mal)
Mit Gérard Depardieu, Clovis Cornillac, Jacques Gamblin
Weltpremiere
In Berlin Deutschland
Dokumentarfilm von Michael Ballhaus und Ciro Cappellari
Mit Frank-Walter Steinmeier, Alexander Hacke, Danielle De Picciotto
Weltpremiere
Every Little Step USA
Dokumentarfilm von James D. Stern und Adam Del Deo
Europapremiere
Pink Deutschland
Von Rudolph Thome (Paradiso - Sieben Tage mit sieben Frauen, Rote Sonne)
Mit Hannah Herzsprung, Florian Panzner, Guntram Brattia, Cornelius Schwalm
Weltpremiere
Singularidades de uma rapariga loura Portugal/Frankreich
Von Manoel De Oliveira (Vergangenheit und Gegenwart, O Convento)
Mit Ricardo Trêpa, Catarina Wallenstein, Carlos Santos
Weltpremiere
Terra Madre Italien
Dokumentarfilm von Ermanno Olmi (Der Holzschuhbaum)
Weltpremiere
(auch im Programm des Kulinarischen Kinos)
Berlinale Special im Kino Cosima am Bundesplatz
Berlin - Ecke Bundesplatz Deutschland
Fünfteilige Langzeitdokumentation von Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm
Hauptaufführungsorte sind das Cinema Paris am Kurfürstendamm und der Friedrichstadtpalast, in dem die Berlinale Special Gala Screenings präsentiert werden. Hinzu kommt für die Vorstellung einer Langzeitdokumentation das Berliner Kiez-Kino Cosima am Bundesplatz.
„Ich freue mich darauf, die Gäste und das Publikum am Roten Teppich unserer schönen neuen Locations bei den Premieren der Berlinale Specials zu begrüßen“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. „Wir hoffen, dass mehr Berlinale-Liebhaber jetzt eine Karte bekommen können!“
Ins diesjährige Berlinale Special sind bislang 13 Filme eingeladen, davon 9 Weltpremieren.
Berlinale Special – Gala Screenings im Friedrichstadtpalast
Effi Briest Deutschland
Von Hermine Huntgeburth (Die Weiße Massai, Das Trio)
Mit Julia Jentsch, Sebastian Koch, Juliane Köhler, Mišel Maticevic
Weltpremiere
Food, Inc. USA
Dokumentarfilm von Robert Kenner
Mit Eric Schlosser, Michael Pollan
Internationale Premiere
(Eröffnungsfilm Kulinarisches Kino, Pressemitteilung vom 10.12.08)
Hilde Deutschland
Von Kai Wessel (Die Flucht)
Mit Heike Makatsch, Dan Stevens, Monica Bleibtreu, Michael Gwisdek
Weltpremiere
John Rabe Deutschland/Frankreich/VR China
Von Florian Gallenberger (Quiero ser - Gestohlene Träume)
Mit Ulrich Tukur, Daniel Brühl, Anne Consigny, Dagmar Manzel
Weltpremiere
Berlinale Special – im Cinema Paris
Adam Resurrected (Ein Leben für ein Leben) USA/Deutschland/Israel
Von Paul Schrader (The Comfort of Strangers, American Gigolo)
Mit Jeff Goldblum, Willem Dafoe, Derek Jacobi, Ayelet Zurer
Europapremiere
Baiyin Diguo (Empire Of Silver) VR China/Hong Kong
Von Christina Yao
Mit Aaron Kwok, Tie Lin Zhang, Hao Lei, Ding Zhi Cheng, Lei Zhen Yu
Weltpremiere
Bellamy Frankreich
Von Claude Chabrol (Les Cousins, La Fleur du Mal)
Mit Gérard Depardieu, Clovis Cornillac, Jacques Gamblin
Weltpremiere
In Berlin Deutschland
Dokumentarfilm von Michael Ballhaus und Ciro Cappellari
Mit Frank-Walter Steinmeier, Alexander Hacke, Danielle De Picciotto
Weltpremiere
Every Little Step USA
Dokumentarfilm von James D. Stern und Adam Del Deo
Europapremiere
Pink Deutschland
Von Rudolph Thome (Paradiso - Sieben Tage mit sieben Frauen, Rote Sonne)
Mit Hannah Herzsprung, Florian Panzner, Guntram Brattia, Cornelius Schwalm
Weltpremiere
Singularidades de uma rapariga loura Portugal/Frankreich
Von Manoel De Oliveira (Vergangenheit und Gegenwart, O Convento)
Mit Ricardo Trêpa, Catarina Wallenstein, Carlos Santos
Weltpremiere
Terra Madre Italien
Dokumentarfilm von Ermanno Olmi (Der Holzschuhbaum)
Weltpremiere
(auch im Programm des Kulinarischen Kinos)
Berlinale Special im Kino Cosima am Bundesplatz
Berlin - Ecke Bundesplatz Deutschland
Fünfteilige Langzeitdokumentation von Hans-Georg Ullrich und Detlef Gumm
Berlinale 2009: Wettbewerbsfilme fast komplett
26 Filme werden ins Wettbewerbsprogramm der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin eingeladen, 25 davon stehen bereits jetzt fest. Nach den elf bereits veröffentlichten Titeln (Pressemitteilungen vom 28. November und 12. Dezember 2008) sind inzwischen 14 weitere Filme eingeladen.
Diese Produktionen kommen aus Argentinien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Iran, Peru, Polen, Rumänien, Spanien, Ungarn, Uruguay und USA.
„Mit ganz unterschiedlicher künstlerischer Handschrift sind die Filme des diesjährigen Wettbewerbs Dokumente der Lebensbedingungen in unserer globalisierten Welt. Wir freuen uns, auch dieses Jahr viele Weltpremieren präsentieren zu können“, kommentiert Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
Cheri Großbritannien
Von Stephen Frears (The Queen, Dangerous Liaisons)
Mit Michelle Pfeiffer, Kathy Bates, Rupert Friend, Felicity Jones
Weltpremiere
Darbareye Elly (About Elly) Iran
Von Asghar Farhadi (Fireworks Wednesday)
Mit Golshifteh Farahani, Taraneh Alidousti, Mani Haghighi
Weltpremiere
Deutschland 09 Deutschland - Außer Konkurrenz
Kompilationsfilm von Fatih Akin,Tom Tykwer, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Isabelle Stever, Hans Steinbichler, Hans Weingartner, Christoph Hochhäusler, Dani Levy und Angela Schanelec
Weltpremiere
Eden à l'ouest (Eden is West) Frankreich/Griechenland/Italien
- Außer Konkurrenz -
Von Costa-Gavras (Missing, Amen)
Mit Riccardo Scamarcio, Juliane Köhler, Ulrich Tukur
Internationale Premiere
Gigante Uruguay/Deutschland/Argentinien
Von Adrián Biniez (Total Disponibilidad)
Mit Horacio Camandulle, Leonor Svarcas
Weltpremiere
Happy Tears USA
Von Mitchell Lichtenstein (Teeth)
Mit Demi Moore, Parker Posey, Rip Torn, Ellen Barkin
Weltpremiere
In the Electric Mist Frankreich/USA
Von Bertrand Tavernier (Laissez-Passer, La Guerre Sans Nom)
Mit Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard
Weltpremiere
Katalin Varga Rumänien/Großbritannien/Ungarn - Debütfilm
Von Peter Strickland
Mit Hilda Péter, Norbert Tankó, Tibor Pálfy, Sebastian Marina
Weltpremiere
La Teta Asustada (The Milk of Sorrow) Spanien/Peru
Von Claudia Llosa (Madeinusa)
Mit Magaly Solier, Susi Sánchez, Efraín Solis
Weltpremiere
Lille Soldat (Little Soldier) Dänemark
Von Annette K. Olesen (Minor Mishaps)
Mit Trine Dyrholm, Finn Nielsen, Lorna Brown
Internationale Premiere
Notorious USA - Außer Konkurrenz
Von George Tillman Jr. (Men of Honor)
Mit Angela Bassett, Jamal Woolard, Derek Luke, Anthony Mackie
Internationale Premiere
Ricky Frankreich/Italien
Von François Ozon (8 Femmes, Swimming Pool)
Mit Alexandra Lamy, Sergi Lopez, Mélusine Mayance, Arthur Peyret
Weltpremiere
Storm (Sturm) Deutschland/Dänemark
Von Hans-Christian Schmid (Requiem, Lichter)
Mit Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Rolf Lassgård
Weltpremiere
Tatarak (Sweet Rush) Polen
Von Andrzej Wajda (Asche und Diamant, Katyn)
Mit Krystyna Janda, Pawel Szajda, Jan Englert
Weltpremiere
Diese Produktionen kommen aus Argentinien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Iran, Peru, Polen, Rumänien, Spanien, Ungarn, Uruguay und USA.
„Mit ganz unterschiedlicher künstlerischer Handschrift sind die Filme des diesjährigen Wettbewerbs Dokumente der Lebensbedingungen in unserer globalisierten Welt. Wir freuen uns, auch dieses Jahr viele Weltpremieren präsentieren zu können“, kommentiert Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
Cheri Großbritannien
Von Stephen Frears (The Queen, Dangerous Liaisons)
Mit Michelle Pfeiffer, Kathy Bates, Rupert Friend, Felicity Jones
Weltpremiere
Darbareye Elly (About Elly) Iran
Von Asghar Farhadi (Fireworks Wednesday)
Mit Golshifteh Farahani, Taraneh Alidousti, Mani Haghighi
Weltpremiere
Deutschland 09 Deutschland - Außer Konkurrenz
Kompilationsfilm von Fatih Akin,Tom Tykwer, Wolfgang Becker, Sylke Enders, Dominik Graf, Romuald Karmakar, Nicolette Krebitz, Isabelle Stever, Hans Steinbichler, Hans Weingartner, Christoph Hochhäusler, Dani Levy und Angela Schanelec
Weltpremiere
Eden à l'ouest (Eden is West) Frankreich/Griechenland/Italien
- Außer Konkurrenz -
Von Costa-Gavras (Missing, Amen)
Mit Riccardo Scamarcio, Juliane Köhler, Ulrich Tukur
Internationale Premiere
Gigante Uruguay/Deutschland/Argentinien
Von Adrián Biniez (Total Disponibilidad)
Mit Horacio Camandulle, Leonor Svarcas
Weltpremiere
Happy Tears USA
Von Mitchell Lichtenstein (Teeth)
Mit Demi Moore, Parker Posey, Rip Torn, Ellen Barkin
Weltpremiere
In the Electric Mist Frankreich/USA
Von Bertrand Tavernier (Laissez-Passer, La Guerre Sans Nom)
Mit Tommy Lee Jones, John Goodman, Peter Sarsgaard
Weltpremiere
Katalin Varga Rumänien/Großbritannien/Ungarn - Debütfilm
Von Peter Strickland
Mit Hilda Péter, Norbert Tankó, Tibor Pálfy, Sebastian Marina
Weltpremiere
La Teta Asustada (The Milk of Sorrow) Spanien/Peru
Von Claudia Llosa (Madeinusa)
Mit Magaly Solier, Susi Sánchez, Efraín Solis
Weltpremiere
Lille Soldat (Little Soldier) Dänemark
Von Annette K. Olesen (Minor Mishaps)
Mit Trine Dyrholm, Finn Nielsen, Lorna Brown
Internationale Premiere
Notorious USA - Außer Konkurrenz
Von George Tillman Jr. (Men of Honor)
Mit Angela Bassett, Jamal Woolard, Derek Luke, Anthony Mackie
Internationale Premiere
Ricky Frankreich/Italien
Von François Ozon (8 Femmes, Swimming Pool)
Mit Alexandra Lamy, Sergi Lopez, Mélusine Mayance, Arthur Peyret
Weltpremiere
Storm (Sturm) Deutschland/Dänemark
Von Hans-Christian Schmid (Requiem, Lichter)
Mit Kerry Fox, Anamaria Marinca, Stephen Dillane, Rolf Lassgård
Weltpremiere
Tatarak (Sweet Rush) Polen
Von Andrzej Wajda (Asche und Diamant, Katyn)
Mit Krystyna Janda, Pawel Szajda, Jan Englert
Weltpremiere
Berlinale 2009: Politisches im Panorama
Kurz vor Abschluss des Programms lässt sich bereits absehen, dass das wirklich unabhängige Kino - im Gegensatz zum Independent Cinema der Major Studios der frühen 2000er Jahre - angesichts der Wirtschaftskrise im Vorteil ist. In anderen Worten: Kino verspricht wieder radikaler, wagemutiger und damit inspirierender zu werden. Das beweist nicht nur die neue Generation von Filmemacherinnen wie beispielsweise Lucía Puenzo, die ihren zweiten Film El niño pez vorstellt, in dem die Liebe zweier Frauen Abgründe aufbrechen lässt, die weit über die persönliche Befindlichkeit hinausgehen und in einen Polit-Thriller münden. Auch eine Koryphäe des unabhängigen Filmemachens wie Catherine Breillat (Manfred Salzgeber Award 2001 für À ma soeur!) illustriert dies mit der Erforschung des Mythos Blaubart in ihrem neuesten Werk La Barbe Bleue.
Michael Winterbottom und Mat Whitecross (Silberner Bär 2006 für The Road to Guantanamo) präsentieren in Panorama Dokumente ein work-in-progress: The Shock Doctrine – basierend auf dem gleichnamigen Buch von Naomi Klein. Die Filmemacher analysieren den ungebrochenen Trend zur Privatisierung von Gesellschaftsvermögen, der inzwischen nahezu alle Volkswirtschaften erfasst hat und dabei ist, bei Milliarden Menschen das Bewusstsein von Ungerechtigkeit zu erzeugen.
In Philippe Liorets Welcome zeigt sich die tragische Lage, in der sich illegale Flüchtlinge aus dem Irak befinden, die von Frankreich aus nach England gelangen wollen.
Wie sich die Verfolgung der Juden zur Zeit der Nazi-Herrschaft auch noch heute unvermittelt auswirken kann, beschreibt Michael Glawogger in der deutsch-österreichisch-französichen Koproduktion Das Vaterspiel.
30 Jahre Programm - Celebration Presentations
Anlässlich des 30. Jubiläums der Sektion, die 1980 vom damaligen Leiter Manfred Salzgeber als "Info-Schau" erstmalig präsentiert wurde (seit 1986 Panorama), werden einige Filmemacher der frühen Jahre mit ihren neuesten Filmen vorgestellt: 1985 beispielsweise zeigte die "Info-Schau" das Filmdebüt von Gus Van Sant, Mala Noche, sowie die Dokumentation The Times Of Harvey Milk von Robert Epstein, der dafür den Oscar bekam. 2009 nun zeigt Gus Van Sant seinen neuen Film Milk über Harvey Milk, den ersten schwulen Stadtverordneten im San Francisco der späten 70 er Jahre, der einem Mordanschlag zum Opfer fiel, und Robert Epsteins Dokumentarfilm zum gleichen Thema kommt zur Wiederaufführung.
Auch Catherine Breillats zweiter Film Tapage nocturne, der bereits im Gründungsjahr der Panorama-Sektion 1980 vertreten war, wird 2009 wiederaufgeführt. Der diesjährige Special TEDDY Award-Preisträger Joe Dallesandro, der damals einen der Protagonisten des Films verkörperte, wird außerdem anlässlich des Porträtfilmes Little Joe von Nicole Haeusser nach Berlin kommen.
Ein John Hurt-Triptychon rundet die Film-Feier zum 30. ab: im offiziellen Programm zeigt Panorama den neuen Film des Briten Richard Laxton, An Englishman In New York, in dem John Hurt den späten Quentin Crisp in seiner New Yorker Zeit spielt, ganz so wie von Sting 1987 besungen in dessen gleichnamigem Hit. Die Celebration Presentation umfasst dann sowohl den 1990 im Panorama uraufgeführten ersten Film von Jonathan Nossiter, Resident Alien (mit Quentin Crisp, John Hurt, Holly Woodlawn und Sting) als auch den legendären The Naked Civil Servant von Jack Gold (1975), in dem John Hurt den frühen Quentin Crisp in England darstellt.
Zu 30 Jahre Programm gibt es ein Sonderplakat: Grafiker Jörg Eschenburg hat aus etwa 70.000 Archivfotos 172 Bilder von Regisseuren und Schauspielern ausgesucht und zu einer historischen Collage zusammengestellt.
Über die Eröffnungsfilme von Hauptprogramm, Panorama Special und Panorama Dokumente sowie das vollständige Programm informieren wir Sie in Kürze.
Spielfilme
La Barbe bleue von Catherine Breillat, Frankreich (WP)
mit Dominique Thomas, Lola Creton, Daphné Baiwir
An Englishman In New York von Richard Laxton, Großbritannien/USA (WP)
mit John Hurt, Denis O'Hare, Jonathan Tucker, Swoozie Kurtz, Cynthia Nixon
Das Vaterspiel (Kill Daddy Good Night) von Michael Glawogger, Deutschland/Österreich/Frankreich (WP)
mit Jeremy Strong, Ulrich Tukur, Sabine Timoteo
El niño pez (The Fish Child) von Lucía Puenzo, Argentinien/Spanien (WP)
mit Inés Efrón, Emme, Pep Munné, Arnaldo André, Carlos Bardem
Welcome von Philippe Lioret, Frankreich
mit Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana
Panorama Dokumente
The Shock Doctrine von Michael Winterbottom, Mat Whitecross (WP) Großbritannien
Little Joe von Nicole Haeusser, USA (WP)
mit Joe Dallesandro
30 Years Of Programming - Celebration Presentations
Milk von Gus Van Sant, USA 2008
mit Sean Penn, Emile Hirsch, Diego Luna, Josh Brolin, James Franco
Resident Alien von Jonathan Nossiter, USA 1990
mit Quentin Crisp, John Hurt, Holly Woodlawn, Sting
Tapage nocturne von Catherine Breillat, Frankreich 1979
mit: Bertrand Bonvoisin, Marie-Hélène Breillat, Joe Dallesandro, Dominique Laffin, Gérard Lanvin
The Naked Civil Servant von Jack Gold, Großbritannien 1975
mit John Hurt, Liz Gebhardt, Stanley Lebor, Katharine Schofield
The Times Of Harvey Milk von Robert Epstein, USA 1984
Oscar für den besten Dokumentarfilm 1985
Michael Winterbottom und Mat Whitecross (Silberner Bär 2006 für The Road to Guantanamo) präsentieren in Panorama Dokumente ein work-in-progress: The Shock Doctrine – basierend auf dem gleichnamigen Buch von Naomi Klein. Die Filmemacher analysieren den ungebrochenen Trend zur Privatisierung von Gesellschaftsvermögen, der inzwischen nahezu alle Volkswirtschaften erfasst hat und dabei ist, bei Milliarden Menschen das Bewusstsein von Ungerechtigkeit zu erzeugen.
In Philippe Liorets Welcome zeigt sich die tragische Lage, in der sich illegale Flüchtlinge aus dem Irak befinden, die von Frankreich aus nach England gelangen wollen.
Wie sich die Verfolgung der Juden zur Zeit der Nazi-Herrschaft auch noch heute unvermittelt auswirken kann, beschreibt Michael Glawogger in der deutsch-österreichisch-französichen Koproduktion Das Vaterspiel.
30 Jahre Programm - Celebration Presentations
Anlässlich des 30. Jubiläums der Sektion, die 1980 vom damaligen Leiter Manfred Salzgeber als "Info-Schau" erstmalig präsentiert wurde (seit 1986 Panorama), werden einige Filmemacher der frühen Jahre mit ihren neuesten Filmen vorgestellt: 1985 beispielsweise zeigte die "Info-Schau" das Filmdebüt von Gus Van Sant, Mala Noche, sowie die Dokumentation The Times Of Harvey Milk von Robert Epstein, der dafür den Oscar bekam. 2009 nun zeigt Gus Van Sant seinen neuen Film Milk über Harvey Milk, den ersten schwulen Stadtverordneten im San Francisco der späten 70 er Jahre, der einem Mordanschlag zum Opfer fiel, und Robert Epsteins Dokumentarfilm zum gleichen Thema kommt zur Wiederaufführung.
Auch Catherine Breillats zweiter Film Tapage nocturne, der bereits im Gründungsjahr der Panorama-Sektion 1980 vertreten war, wird 2009 wiederaufgeführt. Der diesjährige Special TEDDY Award-Preisträger Joe Dallesandro, der damals einen der Protagonisten des Films verkörperte, wird außerdem anlässlich des Porträtfilmes Little Joe von Nicole Haeusser nach Berlin kommen.
Ein John Hurt-Triptychon rundet die Film-Feier zum 30. ab: im offiziellen Programm zeigt Panorama den neuen Film des Briten Richard Laxton, An Englishman In New York, in dem John Hurt den späten Quentin Crisp in seiner New Yorker Zeit spielt, ganz so wie von Sting 1987 besungen in dessen gleichnamigem Hit. Die Celebration Presentation umfasst dann sowohl den 1990 im Panorama uraufgeführten ersten Film von Jonathan Nossiter, Resident Alien (mit Quentin Crisp, John Hurt, Holly Woodlawn und Sting) als auch den legendären The Naked Civil Servant von Jack Gold (1975), in dem John Hurt den frühen Quentin Crisp in England darstellt.
Zu 30 Jahre Programm gibt es ein Sonderplakat: Grafiker Jörg Eschenburg hat aus etwa 70.000 Archivfotos 172 Bilder von Regisseuren und Schauspielern ausgesucht und zu einer historischen Collage zusammengestellt.
Über die Eröffnungsfilme von Hauptprogramm, Panorama Special und Panorama Dokumente sowie das vollständige Programm informieren wir Sie in Kürze.
Spielfilme
La Barbe bleue von Catherine Breillat, Frankreich (WP)
mit Dominique Thomas, Lola Creton, Daphné Baiwir
An Englishman In New York von Richard Laxton, Großbritannien/USA (WP)
mit John Hurt, Denis O'Hare, Jonathan Tucker, Swoozie Kurtz, Cynthia Nixon
Das Vaterspiel (Kill Daddy Good Night) von Michael Glawogger, Deutschland/Österreich/Frankreich (WP)
mit Jeremy Strong, Ulrich Tukur, Sabine Timoteo
El niño pez (The Fish Child) von Lucía Puenzo, Argentinien/Spanien (WP)
mit Inés Efrón, Emme, Pep Munné, Arnaldo André, Carlos Bardem
Welcome von Philippe Lioret, Frankreich
mit Vincent Lindon, Firat Ayverdi, Audrey Dana
Panorama Dokumente
The Shock Doctrine von Michael Winterbottom, Mat Whitecross (WP) Großbritannien
Little Joe von Nicole Haeusser, USA (WP)
mit Joe Dallesandro
30 Years Of Programming - Celebration Presentations
Milk von Gus Van Sant, USA 2008
mit Sean Penn, Emile Hirsch, Diego Luna, Josh Brolin, James Franco
Resident Alien von Jonathan Nossiter, USA 1990
mit Quentin Crisp, John Hurt, Holly Woodlawn, Sting
Tapage nocturne von Catherine Breillat, Frankreich 1979
mit: Bertrand Bonvoisin, Marie-Hélène Breillat, Joe Dallesandro, Dominique Laffin, Gérard Lanvin
The Naked Civil Servant von Jack Gold, Großbritannien 1975
mit John Hurt, Liz Gebhardt, Stanley Lebor, Katharine Schofield
The Times Of Harvey Milk von Robert Epstein, USA 1984
Oscar für den besten Dokumentarfilm 1985
Berlinale 2009: Perspektive Deutsches Kino
Am Rande des Abgrundes ist es immer besonders spannend. Vor allem im Kino. Und genau dort befinden sich die meisten Protagonisten der sechs Beiträge, die das insgesamt 12 Filme umfassende Programm der Perspektive Deutsches Kino vervollständigen.
Die Dorfpunks in Lars Jessens Adaption des gleichnamigen Kult-Romans von Rocko Schamoni haben sich ganz freiwillig dorthin begeben und fühlen sich als kleine Helden eines noch kleineren Ortes in der Holsteinischen Schweiz. Regisseur Lars Jessen, der 2005 als Gewinner des Max-Ophüls-Preises für Am Tag als Bobby Ewing starb eine Sondervorführung im Programm hatte, zeigt auch mit diesem Film wieder seine Fähigkeit, die besonders merkwürdige Dekade der 80er mit Witz und Genauigkeit sicht-, fühl- und hörbar zu machen.
Karen (Franziska Petri) dagegen trifft das Schicksal wie ein Blitz. Die Mathematiklehrerin ist nicht schuld am Tod der Schwester ihres besten Schülers, aber sie ist ihr Unfallgegner, wie es in gnadenlosem Juristendeutsch heißt. Lars-Gunnar Lotz hat aus dieser fatalen Konstellation das intensive Psychodrama Für Miriam geschaffen (Filmakademie Baden-Württemberg).
Die Wege der beiden Brüder Nico und Milos, zwei Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien, haben sich früh getrennt. Als Erwachsene treffen sie sich wieder – und stehen auf verschiedenen Seiten. Nico ist Polizist, Milos steht unter schwerem Verdacht. Regisseur Stefan Schaller nutzt diesen Plot seines Films Jedem das Seine nicht nur für eine spannende Kriminalstory, sondern vor allem für eine klug gebaute Geschichte über Identität und Loyalität (Filmakademie Baden Württemberg).
Darum geht es auch in Fliegen, dem 25minütigen Spielfilm des Offenbacher Regisseurs Piotr J. Lewandowski. Der aus Osteuropa stammende Kleinkriminelle Dima (Jacob Matschenz) schlüpft, um seiner Abschiebung zu entgehen, bei der Studentin Sarah (Sandra Hüller) unter, die einen Dokumentarfilm über ihn dreht. Aus den Dreharbeiten wird ein persönliches Abenteuer.
Und schließlich scheuen auch die Protagonisten der beiden weiteren Dokumentarfilme des Programms das Risiko nicht.
Für den Schausteller Norbert Witte ist das Leben eine Fahrt auf der Achterbahn im doppelten Wortsinn. Aus seiner Entwicklung vom Gondelkönig im Berliner Plänterwald zum Drogenschmuggler aus Peru machte Peter Dörfler einen Dokumentarfilm, der so spannend und lebendig ist wie ein echter Thriller.
Weniger spektakulär ist die kriminelle Karriere des Rock-Bassisten Hans Narva (u.a. Herbst in Peking), aber nicht weniger aufregend. Claudia Lehmann begleitet in ihrem Dokumentarfilm Hans im Glück einen faszinierenden Lebenskünstler auf seinen Streifzügen durch das heutige Berlin – und macht daraus auch eine Reise in die ostdeutsche Vergangenheit.
Filme Perspektive Deutsches Kino 2009:
Achterbahn von Peter Dörfler (Dokumentarfilm)
Distanz von Thomas Sieben
Dorfpunks von Lars Jessen
Fliegen von Piotr J. Lewandowski
Für Miriam von Lars-Gunnar Lotz
Gitti von Anna Deutsch (Dokumentarfilm)
Hans im Glück von Claudia Lehmann (Dokumentarfilm)
Höllenritt von Martin Busker
Jedem das Seine von Stefan Schaller
Nur für einen Augenblick von Abel Lindner
Polar von Michael Koch
Wir sind schon mittendrin von Elmar Szücs (Dokumentarfilm)
Die Dorfpunks in Lars Jessens Adaption des gleichnamigen Kult-Romans von Rocko Schamoni haben sich ganz freiwillig dorthin begeben und fühlen sich als kleine Helden eines noch kleineren Ortes in der Holsteinischen Schweiz. Regisseur Lars Jessen, der 2005 als Gewinner des Max-Ophüls-Preises für Am Tag als Bobby Ewing starb eine Sondervorführung im Programm hatte, zeigt auch mit diesem Film wieder seine Fähigkeit, die besonders merkwürdige Dekade der 80er mit Witz und Genauigkeit sicht-, fühl- und hörbar zu machen.
Karen (Franziska Petri) dagegen trifft das Schicksal wie ein Blitz. Die Mathematiklehrerin ist nicht schuld am Tod der Schwester ihres besten Schülers, aber sie ist ihr Unfallgegner, wie es in gnadenlosem Juristendeutsch heißt. Lars-Gunnar Lotz hat aus dieser fatalen Konstellation das intensive Psychodrama Für Miriam geschaffen (Filmakademie Baden-Württemberg).
Die Wege der beiden Brüder Nico und Milos, zwei Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien, haben sich früh getrennt. Als Erwachsene treffen sie sich wieder – und stehen auf verschiedenen Seiten. Nico ist Polizist, Milos steht unter schwerem Verdacht. Regisseur Stefan Schaller nutzt diesen Plot seines Films Jedem das Seine nicht nur für eine spannende Kriminalstory, sondern vor allem für eine klug gebaute Geschichte über Identität und Loyalität (Filmakademie Baden Württemberg).
Darum geht es auch in Fliegen, dem 25minütigen Spielfilm des Offenbacher Regisseurs Piotr J. Lewandowski. Der aus Osteuropa stammende Kleinkriminelle Dima (Jacob Matschenz) schlüpft, um seiner Abschiebung zu entgehen, bei der Studentin Sarah (Sandra Hüller) unter, die einen Dokumentarfilm über ihn dreht. Aus den Dreharbeiten wird ein persönliches Abenteuer.
Und schließlich scheuen auch die Protagonisten der beiden weiteren Dokumentarfilme des Programms das Risiko nicht.
Für den Schausteller Norbert Witte ist das Leben eine Fahrt auf der Achterbahn im doppelten Wortsinn. Aus seiner Entwicklung vom Gondelkönig im Berliner Plänterwald zum Drogenschmuggler aus Peru machte Peter Dörfler einen Dokumentarfilm, der so spannend und lebendig ist wie ein echter Thriller.
Weniger spektakulär ist die kriminelle Karriere des Rock-Bassisten Hans Narva (u.a. Herbst in Peking), aber nicht weniger aufregend. Claudia Lehmann begleitet in ihrem Dokumentarfilm Hans im Glück einen faszinierenden Lebenskünstler auf seinen Streifzügen durch das heutige Berlin – und macht daraus auch eine Reise in die ostdeutsche Vergangenheit.
Filme Perspektive Deutsches Kino 2009:
Achterbahn von Peter Dörfler (Dokumentarfilm)
Distanz von Thomas Sieben
Dorfpunks von Lars Jessen
Fliegen von Piotr J. Lewandowski
Für Miriam von Lars-Gunnar Lotz
Gitti von Anna Deutsch (Dokumentarfilm)
Hans im Glück von Claudia Lehmann (Dokumentarfilm)
Höllenritt von Martin Busker
Jedem das Seine von Stefan Schaller
Nur für einen Augenblick von Abel Lindner
Polar von Michael Koch
Wir sind schon mittendrin von Elmar Szücs (Dokumentarfilm)
Berlinale 2009: Die Kurzfilme
Eine hochkarätig besetzte internationale Jury mit der Schauspielerin Arta Dobroshi aus dem Kosovo, dem Direktor der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, Lars Henrik Gass, und dem philippinischen Regisseur Khavn De La Cruz wird 2009 über die Preise in der Kurzfilmsektion der Berlinale entscheiden. Die Berlinale Shorts präsentieren 28 Filme aus 17 Ländern, elf Filme davon konkurrieren im Wettbewerb um die Vergabe des Goldenen und des Silbernen Kurzfilm-Bären. Das gesamte Programm qualifiziert sich für den DAAD Kurzfilmpreis und die Nominierung für den besten europäischen Kurzfilm. Die Preisverleihung findet am 10. Februar im CinemaxX3 statt und wird von Markus Kavka moderiert.
Deutschland ist dieses Jahr mit fünf Filmen sehr stark und formal vielschichtig vertreten. In dem neuen Film von Christoph Giradet und Matthias Müller contre-jour, „zerfällt der Blick, den wir auf die Welt werfen und den sie auf uns zurückwirft in verstörende Fragmente“ (K.Tieke). Lola Randls Die Leiden des Herrn Karpf. Der Geburtstag ist ein kurzer Film über die Einsamkeit und Entfremdung des urbanen Individuums, formal zurückhaltend, humorvoll erzählt. Drei eigenwillige Produktionen unterstreichen die besondere Erzählkultur Belgiens. Kein Land, aber eine Richtung ist der Osten. Sowohl Filme wie Diagnoz von Myroslav Slaboshpytskiy aus der Ukraine und Devyat Proloyotov vmeste von Alexander Karavayev aus der Russischen Föderation, die von der aktuellen politischen und ökonomischen Situation auf sehr unterschiedliche Weise erzählen, als auch der Film von Jan Andersen aus Frankreich: vostok’ - der Name ist Programm, markieren diesen Trend.
David OReilly, der letztjährige Gewinner der „lobenden Erwähnung“ im Kurzfilmwettbewerb, ist mit seiner neuen digitalen Animation Please Say Something zurück, ein Beziehungsfilm der anderen Art. Signe Baumane zeigt in Birth, wie es sich anfühlen kann schwanger zu sein. Außer Konkurrenz läuft der indonesische Film Trip to the Wound von Edwin, in diesem Jahr NETPAC Jurymitglied im Forum. Der Film ist ein künstlerisches, politisches Statement für die Freiheit der Kunst in Zeiten der verschärften Zensur.
Die Berlinale Shorts freuen sich, dass der Gewinner des UIP Preises der Berlinale 2008, Frankie von Darren Thorton aus Irland, im Dezember 2008 in Kopenhagen beim European Film Award den Preis für den besten europäischen Kurzfilm gewonnen hat.
Kurzfilmjury und Programm :
Khavn De La Cruz (Philippinen)
Mit einem Werk von über 70 Kurz- und Langfilmen gilt der Regisseur als wichtigster Vertreter des digitalen Underground-Kinos in seiner Heimat. De la Cruz, Teilnehmer des Berlinale Talent Campus 2005, ist außerdem Schriftsteller, Musiker und Leiter des philippinischen MOV International Digital Film Festivals. Mit seiner Filmproduktion Filmless Films hat er unter anderem Mondomanila: Institute of Poets gedreht, eine surreale filmische Reflexion über die philippinische Gesellschaft.
Arta Dobroshi (Kosovo)
Ihre Rolle in dem Filmdrama Lornas Schweigen (Preis für das beste Drehbuch beim Filmfestival in Cannes 2008) brachte der jungen Schauspielerin den internationalen Durchbruch und eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis 2008. Die in Pristina geborene Arta Dobroshi spielte in ihrer Heimat zahlreiche Rollen am Theater und wirkte 2005 in der preisgekrönten deutsch-albanischen Produktion Magic Eye mit, einem Film über die Situation im von Unruhen erschütterten Albanien des Jahres 1997.
Dr. Lars Henrik Gass (Deutschland)
Lars Henrik Gass studierte Literatur- und Theaterwissenschaften. Seit 1997 ist er Leiter des renommierten Festivals Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. Bis 2007 war er Mitglied der Jury des deutschen Kurzfilmpreises. Er verfasste zahlreiche Aufsätze zu Fotografie und Film und lehrte an verschiedenen Hochschulen. 2001 veröffentlichte Gass das Buch „Das ortlose Kino. Über Marguerite Duras“.
BERLINALE SHORTS 2009 – PROGRAMME:
I. / 86min
Bric-Brac, Gabriel Achim, Rumänien, 18min
VU, Leila Albayaty, Belgien, 28min (Wettbewerb)
Princess Margaret Blvd., Kazik Radwanski, Kanada, 14min
Kain, Kristof Hoornaert, Belgien, 16min (Wettbewerb)
Please Say Something, David OReilly, Irland, 10min (Wettbewerb)
II. / 79min
The Illusion, Susana Barriga Rodríguez, Kuba, 24min (Wettbewerb)
A Mango Tree In The Front Yard, Raveendren Pradeepan, Frankreich, 11min (Wettbewerb)
BaDerech Hachutza, Elad Pankovski, Israel, 17min
Dish, Brian Krinsky, USA, 15min
Birth, Signe Baumane, Italien/USA, 12min (Wettbewerb)
III. /77min
26.4, Nathalie André, Belgien, 15min
Renovare, Paul Negoescu, BRD/Rumänien, 24min
Diagnoz, Myroslav Slaboshpytskiy, Ukraine, 15min (Wettbewerb)
contre-jour, Cristoph Giradet, Matthias Müller, BRD,11min (Wettbewerb)
Trip to the Wound, Edwin, Indonesien, 7min (außer Konkurrenz)
The Island, Trevor Anderson, Kanada, 5min
IV./ 86min
Jade, Daniel Elliott, Großbritannien, 15min (Wettbewerb)
Karai norte, Marcelo Martinessi, Paraguay, 19min
Pure, Jacob Bricca, USA, 5min
Devyat prolyotov vmeste, Alexander Karavayev, Russ. Föd., 20min (Wettbewerb)
Musafir, BW Purba Negara, Indonesien, 17min
Die Leiden des Herrn Karpf. Der Geburtstag, Lola Randl, BRD, 10min
V. / 90min
Buenas Intenciones, Ivan Lomelí, Mexiko, 18min
Laitue, Nicolas Brooks, UK, 10min
Havet, Jöns Jönsson, BRD, 25min (Wettbewerb)
der Prinz, Petra Schröder, BRD, 15min
vostok’, Jan Andersen, Frankreich, 17min
Mama L'Chaim, Elkan Spiller, USA, 5min
Deutschland ist dieses Jahr mit fünf Filmen sehr stark und formal vielschichtig vertreten. In dem neuen Film von Christoph Giradet und Matthias Müller contre-jour, „zerfällt der Blick, den wir auf die Welt werfen und den sie auf uns zurückwirft in verstörende Fragmente“ (K.Tieke). Lola Randls Die Leiden des Herrn Karpf. Der Geburtstag ist ein kurzer Film über die Einsamkeit und Entfremdung des urbanen Individuums, formal zurückhaltend, humorvoll erzählt. Drei eigenwillige Produktionen unterstreichen die besondere Erzählkultur Belgiens. Kein Land, aber eine Richtung ist der Osten. Sowohl Filme wie Diagnoz von Myroslav Slaboshpytskiy aus der Ukraine und Devyat Proloyotov vmeste von Alexander Karavayev aus der Russischen Föderation, die von der aktuellen politischen und ökonomischen Situation auf sehr unterschiedliche Weise erzählen, als auch der Film von Jan Andersen aus Frankreich: vostok’ - der Name ist Programm, markieren diesen Trend.
David OReilly, der letztjährige Gewinner der „lobenden Erwähnung“ im Kurzfilmwettbewerb, ist mit seiner neuen digitalen Animation Please Say Something zurück, ein Beziehungsfilm der anderen Art. Signe Baumane zeigt in Birth, wie es sich anfühlen kann schwanger zu sein. Außer Konkurrenz läuft der indonesische Film Trip to the Wound von Edwin, in diesem Jahr NETPAC Jurymitglied im Forum. Der Film ist ein künstlerisches, politisches Statement für die Freiheit der Kunst in Zeiten der verschärften Zensur.
Die Berlinale Shorts freuen sich, dass der Gewinner des UIP Preises der Berlinale 2008, Frankie von Darren Thorton aus Irland, im Dezember 2008 in Kopenhagen beim European Film Award den Preis für den besten europäischen Kurzfilm gewonnen hat.
Kurzfilmjury und Programm :
Khavn De La Cruz (Philippinen)
Mit einem Werk von über 70 Kurz- und Langfilmen gilt der Regisseur als wichtigster Vertreter des digitalen Underground-Kinos in seiner Heimat. De la Cruz, Teilnehmer des Berlinale Talent Campus 2005, ist außerdem Schriftsteller, Musiker und Leiter des philippinischen MOV International Digital Film Festivals. Mit seiner Filmproduktion Filmless Films hat er unter anderem Mondomanila: Institute of Poets gedreht, eine surreale filmische Reflexion über die philippinische Gesellschaft.
Arta Dobroshi (Kosovo)
Ihre Rolle in dem Filmdrama Lornas Schweigen (Preis für das beste Drehbuch beim Filmfestival in Cannes 2008) brachte der jungen Schauspielerin den internationalen Durchbruch und eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis 2008. Die in Pristina geborene Arta Dobroshi spielte in ihrer Heimat zahlreiche Rollen am Theater und wirkte 2005 in der preisgekrönten deutsch-albanischen Produktion Magic Eye mit, einem Film über die Situation im von Unruhen erschütterten Albanien des Jahres 1997.
Dr. Lars Henrik Gass (Deutschland)
Lars Henrik Gass studierte Literatur- und Theaterwissenschaften. Seit 1997 ist er Leiter des renommierten Festivals Internationale Kurzfilmtage Oberhausen. Bis 2007 war er Mitglied der Jury des deutschen Kurzfilmpreises. Er verfasste zahlreiche Aufsätze zu Fotografie und Film und lehrte an verschiedenen Hochschulen. 2001 veröffentlichte Gass das Buch „Das ortlose Kino. Über Marguerite Duras“.
BERLINALE SHORTS 2009 – PROGRAMME:
I. / 86min
Bric-Brac, Gabriel Achim, Rumänien, 18min
VU, Leila Albayaty, Belgien, 28min (Wettbewerb)
Princess Margaret Blvd., Kazik Radwanski, Kanada, 14min
Kain, Kristof Hoornaert, Belgien, 16min (Wettbewerb)
Please Say Something, David OReilly, Irland, 10min (Wettbewerb)
II. / 79min
The Illusion, Susana Barriga Rodríguez, Kuba, 24min (Wettbewerb)
A Mango Tree In The Front Yard, Raveendren Pradeepan, Frankreich, 11min (Wettbewerb)
BaDerech Hachutza, Elad Pankovski, Israel, 17min
Dish, Brian Krinsky, USA, 15min
Birth, Signe Baumane, Italien/USA, 12min (Wettbewerb)
III. /77min
26.4, Nathalie André, Belgien, 15min
Renovare, Paul Negoescu, BRD/Rumänien, 24min
Diagnoz, Myroslav Slaboshpytskiy, Ukraine, 15min (Wettbewerb)
contre-jour, Cristoph Giradet, Matthias Müller, BRD,11min (Wettbewerb)
Trip to the Wound, Edwin, Indonesien, 7min (außer Konkurrenz)
The Island, Trevor Anderson, Kanada, 5min
IV./ 86min
Jade, Daniel Elliott, Großbritannien, 15min (Wettbewerb)
Karai norte, Marcelo Martinessi, Paraguay, 19min
Pure, Jacob Bricca, USA, 5min
Devyat prolyotov vmeste, Alexander Karavayev, Russ. Föd., 20min (Wettbewerb)
Musafir, BW Purba Negara, Indonesien, 17min
Die Leiden des Herrn Karpf. Der Geburtstag, Lola Randl, BRD, 10min
V. / 90min
Buenas Intenciones, Ivan Lomelí, Mexiko, 18min
Laitue, Nicolas Brooks, UK, 10min
Havet, Jöns Jönsson, BRD, 25min (Wettbewerb)
der Prinz, Petra Schröder, BRD, 15min
vostok’, Jan Andersen, Frankreich, 17min
Mama L'Chaim, Elkan Spiller, USA, 5min
Berlinale 2009: Independent - Filme aus Südkorea und den USA im "Forum"
Zu den schönsten Entdeckungen im Forum 2009 gehören die Vielfalt und das Selbstbewusstsein des nachwachsenden Independent-Kinos. Nach einem Jahr globaler Krisen, wirtschaftlicher Instabilität und militärischer Konflikte begegnet man einem Filmjahrgang, der durch genaues Hinsehen, den Bezug auf selbst Erlebtes und ein erstaunliches Vertrauen in die eigene Filmsprache überrascht. Bei aller Individualität verbindet die jungen Filmemacher aber die Bereitschaft, ihr Medium als Herausforderung anzusehen, statt voreilig auf seine Universalität zu setzen – Independent-Kino im besten Sinne.
Im einmal mehr weltumspannenden Forum stehen Filme aus Korea, den USA, Rumänien und den Niederlanden exemplarisch für die Lust, Geschichten aus dem sozialen und emotionalen Nahbereich zu erzählen. Diese Filme erforschen vertrautes Terrain und entdecken im sicheren Boden feine Risse und Brüche, die den „kleinen Geschichten“ existenzielle Dringlichkeit geben. Viele der Filme sind Debüts, die meisten werden als Weltpremieren gezeigt, was ihre Aktualität noch unterstreicht.
Drei unabhängige US-Produktionen werden im Forum 2009 als Weltpremieren zu sehen sein. Andrew Bujalskis Beeswax ist in vielerlei Hinsicht symptomatisch für die Suche nach einer neuen Unabhängigkeit des Erzählens. In den Gesten, Redensarten und Requisiten des Alltags entdeckt Bujalski kleine Dramen von erstaunlicher kinematografischer Qualität. Seine Lakonie und Intimität gelten als Markenzeichen eines Trends: die Genre-Bezeichnung „mumblecore“ ist auf den umgangssprachlichen Duktus der Darsteller, meist Laien, gemünzt. Der Name lässt sich aber auch als Verweis darauf interpretieren, dass im Nuscheln des Alltags nicht selten die deutlichsten Lebenszeichen verborgen sind.
Wo sich Bujalski für die Untiefen der mündlichen Kommunikation interessiert, umgibt Matthew Hysell seine Protagonisten in Marin Blue mit einer rätselhaften Stille, der Ahnung von einer traumatischen Vergangenheit. In der ratlosen Leere der Vorstadtarchitektur von Los Angeles, Spekulationsruinen, suchen sie eine vorübergehende Behausung und warten auf die Rückkehr der Erinnerung. Auch The Exploding Girl von Bradley Rust Gray ist ein leise inszeniertes emotionales Drama. In den Sommerferien entdecken Ivy und Al, dass sie von „besten Freunden“ zu Liebenden werden könnten. Aber gerade ihre Vertrautheit steht auf einmal wie eine Barriere zwischen ihnen. Koproduziert wurde der Film von So Yong Kim, für deren eigene Regiearbeit Treeless Mountain Bradley Rust Gray im Gegenzug als Koproduzent verantwortlich zeichnet. Kim erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die im jüngsten Kindesalter mit einer Welt konfrontiert werden, die sie nicht verstehen und in der sie nicht willkommen sind.
Anders als Kims Regiedebüt In Between Days, welches das Forum vor drei Jahren zeigte, ist Treeless Mountain in Südkorea entstanden und zählt damit zu einer ganzen Reihe von Filmen im diesjährigen Programm, die von einem Land erzählen, dem nach einer Phase der Prosperität härtere Zeiten bevorstehen. Elegant wie My Dear Enemy von Lee Yoon-Ki mit der herausragenden Hauptdarstellerin Jeon Do-Yeon, existenziell und subtil wie die Debüts Members of the Funeral von Baek Seung-bin und, als Weltpremiere, The Day After von Lee Suk-Gyung, wortlos karg wie Land of Scarecrows von Roh Gyeong-Tae – das koreanische Kino, das Skeptiker bereits im Sog der Krise sahen, zieht in diesen Filmen alle Register und erweist sich als sensibler Seismograph für die Sehnsüchte, die im Dunkeln bleiben, wenn es allen scheinbar blendend geht.
In die Reihe erzählerisch dichter und stilistisch reifer Debütfilme gehört auch Esther Rots' Kan door huid heen (Can go through skin), das Psychogramm einer jungen Frau, die durch zwei persönliche Katastrophen aus der Bahn geworfen wird und verbissen versucht, auf eigene Faust mit ihrem Trauma fertig zu werden. Einen ganz anderen Akzent setzt das niederländische Kino mit Eugenie Jansens Calimucho. Eine Saison lang reiste die Regisseurin mit einem kleinen Wanderzirkus durch die Provinz und inszenierte eine fiktive Geschichte, in der sich alle mehr oder weniger selbst spielen und die dennoch einen Hauch von Märchen hat. Komplettiert wird das niederländische Trio durch das Regiedebüt Winterstilte von Sonja Wyss, die in ihrer Schweizer Heimat eine archaische Geschichte von sexuellem Erwachen und religiöser Mystik erzählt.
Wie in einer anderen Welt fühlt sich auch Delia, die in der rumänisch-niederländischen Koproduktion The Happiest Girl in the World ein Auto gewinnt und als Gegenleistung in einem Werbespot das „glücklichste Mädchen der Welt“ geben soll. Der Drehtag am Werbefilmset wird in Radu Judes treffsicherem Spielfilmdebüt zu einem Crashkurs im Erwachsenwerden – ein ebenso schonungsloser wie komischer Kommentar auf den Zustand im postkommunistischen Rumänien.
Das vollständige Programm des 39. Forum wird demnächst bekannt gegeben.
Im einmal mehr weltumspannenden Forum stehen Filme aus Korea, den USA, Rumänien und den Niederlanden exemplarisch für die Lust, Geschichten aus dem sozialen und emotionalen Nahbereich zu erzählen. Diese Filme erforschen vertrautes Terrain und entdecken im sicheren Boden feine Risse und Brüche, die den „kleinen Geschichten“ existenzielle Dringlichkeit geben. Viele der Filme sind Debüts, die meisten werden als Weltpremieren gezeigt, was ihre Aktualität noch unterstreicht.
Drei unabhängige US-Produktionen werden im Forum 2009 als Weltpremieren zu sehen sein. Andrew Bujalskis Beeswax ist in vielerlei Hinsicht symptomatisch für die Suche nach einer neuen Unabhängigkeit des Erzählens. In den Gesten, Redensarten und Requisiten des Alltags entdeckt Bujalski kleine Dramen von erstaunlicher kinematografischer Qualität. Seine Lakonie und Intimität gelten als Markenzeichen eines Trends: die Genre-Bezeichnung „mumblecore“ ist auf den umgangssprachlichen Duktus der Darsteller, meist Laien, gemünzt. Der Name lässt sich aber auch als Verweis darauf interpretieren, dass im Nuscheln des Alltags nicht selten die deutlichsten Lebenszeichen verborgen sind.
Wo sich Bujalski für die Untiefen der mündlichen Kommunikation interessiert, umgibt Matthew Hysell seine Protagonisten in Marin Blue mit einer rätselhaften Stille, der Ahnung von einer traumatischen Vergangenheit. In der ratlosen Leere der Vorstadtarchitektur von Los Angeles, Spekulationsruinen, suchen sie eine vorübergehende Behausung und warten auf die Rückkehr der Erinnerung. Auch The Exploding Girl von Bradley Rust Gray ist ein leise inszeniertes emotionales Drama. In den Sommerferien entdecken Ivy und Al, dass sie von „besten Freunden“ zu Liebenden werden könnten. Aber gerade ihre Vertrautheit steht auf einmal wie eine Barriere zwischen ihnen. Koproduziert wurde der Film von So Yong Kim, für deren eigene Regiearbeit Treeless Mountain Bradley Rust Gray im Gegenzug als Koproduzent verantwortlich zeichnet. Kim erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die im jüngsten Kindesalter mit einer Welt konfrontiert werden, die sie nicht verstehen und in der sie nicht willkommen sind.
Anders als Kims Regiedebüt In Between Days, welches das Forum vor drei Jahren zeigte, ist Treeless Mountain in Südkorea entstanden und zählt damit zu einer ganzen Reihe von Filmen im diesjährigen Programm, die von einem Land erzählen, dem nach einer Phase der Prosperität härtere Zeiten bevorstehen. Elegant wie My Dear Enemy von Lee Yoon-Ki mit der herausragenden Hauptdarstellerin Jeon Do-Yeon, existenziell und subtil wie die Debüts Members of the Funeral von Baek Seung-bin und, als Weltpremiere, The Day After von Lee Suk-Gyung, wortlos karg wie Land of Scarecrows von Roh Gyeong-Tae – das koreanische Kino, das Skeptiker bereits im Sog der Krise sahen, zieht in diesen Filmen alle Register und erweist sich als sensibler Seismograph für die Sehnsüchte, die im Dunkeln bleiben, wenn es allen scheinbar blendend geht.
In die Reihe erzählerisch dichter und stilistisch reifer Debütfilme gehört auch Esther Rots' Kan door huid heen (Can go through skin), das Psychogramm einer jungen Frau, die durch zwei persönliche Katastrophen aus der Bahn geworfen wird und verbissen versucht, auf eigene Faust mit ihrem Trauma fertig zu werden. Einen ganz anderen Akzent setzt das niederländische Kino mit Eugenie Jansens Calimucho. Eine Saison lang reiste die Regisseurin mit einem kleinen Wanderzirkus durch die Provinz und inszenierte eine fiktive Geschichte, in der sich alle mehr oder weniger selbst spielen und die dennoch einen Hauch von Märchen hat. Komplettiert wird das niederländische Trio durch das Regiedebüt Winterstilte von Sonja Wyss, die in ihrer Schweizer Heimat eine archaische Geschichte von sexuellem Erwachen und religiöser Mystik erzählt.
Wie in einer anderen Welt fühlt sich auch Delia, die in der rumänisch-niederländischen Koproduktion The Happiest Girl in the World ein Auto gewinnt und als Gegenleistung in einem Werbespot das „glücklichste Mädchen der Welt“ geben soll. Der Drehtag am Werbefilmset wird in Radu Judes treffsicherem Spielfilmdebüt zu einem Crashkurs im Erwachsenwerden – ein ebenso schonungsloser wie komischer Kommentar auf den Zustand im postkommunistischen Rumänien.
Das vollständige Programm des 39. Forum wird demnächst bekannt gegeben.
Berlinale 2009: Filme in der Reihe "Panorama"
"Knapp die Hälfte des Programms steht", berichtet Panorama-Leiter Wieland Speck, zurückgekehrt von Auswahlreisen in Asien, Nord- und Lateinamerika sowie in einigen europäischen Ländern. Er bezieht sich auf die ersten 21 Filme des circa 50 Produktionen umfassenden Panorama-Programms. Dokumentarfilme werden wieder etwa ein Drittel dieser Sektion ausmachen – die hohe Zahl ist der nach wie vor geltenden großen Aufmerksamkeit geschuldet, die dokumentarischen Arbeiten zukommt.
Unter anderem stellt José Padilha, Gewinner des Goldenen Bären 2008 für Tropa de elite, seinen Dokumentarfilm Garapa vor, der die Frage des Welthungers radikal in den Vordergrund stellt. Chema Rodríguez, 2006 mit Estrellas de la linea im Panorama, zeigt in Coyote die Arbeit von Schleppern in Südamerika. Er erzählt die Geschichte dreier Familien, die alle Hoffnung auf fluchtwillige Familienmitglieder setzen, die durch Mexiko in die USA gelangen sollen.
Im indonesischen Beitrag At Stake stellen sich fünf junge Regisseure und Regisseurinnen den herrschenden Moralvorstellungen im größten islamischen Land: die Themen reichen von weiblicher Beschneidung bis zum Konflikt um den Besuch von unverheirateten Frauen beim Frauenarzt.
Unter den Spielfilmen gibt es neben renommierten Namen wie Wolfgang Murnberger, Tom DiCillo, Julie Delpy und Ulli Lommel viele Entdeckungen. Isabelle Adjani spielt unter der Regie von Jean-Paul Lilienfeld in La journee de la jupe eine Lehrerin in gewalttätigem Umfeld, die den Spieß herumdreht. Jan Krüger, dessen Kurzfilm Freunde 2001 den Silbernen Löwen von Venedig gewann, erzählt mit Rückenwind eine postemanzipatorische Liebesgeschichte im Umland von Berlin, während Schauspielerin Rie Rasmussen (Hauptdarstellerin in Angel-A von Luc Besson) in ihrem Regie-Debüt Human Zoo die düstere After-Party einer jungen Frau in Paris schildert, die den Gräueln der Balkankrise entkommen ist.
Das Panorama 2009 hat einen Grund zu feiern: "30 Jahre Programm!" - 1980 wurde die Sektion unter der Leitung von Manfred Salzgeber (noch unter dem Namen "Info-Schau") erstmalig präsentiert. Einige Film-Spezialitäten zur Feier, sowie das komplette Panorama-Programm 2009 werden in Kürze bekanntgegeben.
Bislang sind folgende Filme aus Hauptprogramm, Panorama Special und Panorama Dokumente bestätigt, darunter elf Weltpremieren und fünf Debütfilme:
Absolute Evil von Ulli Lommel, USA (WP)
mit David Carradine, Carolyn Neff, Ulli Lommel, Chris Kiesa
Ander von Roberto Castón, Spanien (Debüt) (WP)
mit Josean Bengoetxea, Cristhian Esquivel, Mamen Rivera, Pilar Rodríguez, Leire Ucha
At Stake von Iwan Setiawan, Muhammad Ichsan, Lucky Kuswandi, Ucu Agustin, Ani Ema Susanti, Indonesien
PANORAMA DOKUMENTE
Coyote von Chema Rodríguez, Spanien (WP)
PANORAMA DOKUMENTE
Der Knochenmann (The Bone Man) von Wolfgang Murnberger, Österreich (WP) mit Josef Hader, Josef Bierbichler, Birgit Minichmayr, Simon Schwarz, Christoph Luser, Stipe Erceg
Fig Trees von John Greyson, Kanada (WP)
mit Van Abrahams, David Wall, Alexander Chapman
Fucking Different Tel Aviv von Yair Hochner, Avital Barak, Stephanie Abramovic, Elad Zakai, Eran Koblik Kedar, Ricardo Rojstaczer, Nir Ne'Eman, Hila Ben Baruch, Yossi Brauman, Sivan Levy, Eyal Bromberg, Anat Salomon, Sie Gal, November Wanderin, Yasmin Max, Deutschland/Israel
Garapa von José Padilha, Brasilien (WP) PANORAMA DOKUMENTE
Ghosted von Monika Treut, Deutschland/Taiwan (WP)
mit Inga Busch, Huan-Ru Ke, Ting-Ting Hu, Jack Kao, Marek Harloff
Gururi No Koto (All Around Us) von Hashigushi Ryosuke, Japan
mit Kimura Tae, Lily Franky, Baisyo Mitsuko
High Life von Gary Yates, Kanada (WP)
mit Timothy Olyphant, Stephen Eric McIntyre, Joe Anderson, Rossif Sutherland
Human Zoo von Rie Rasmussen, Frankreich (Debüt) (WP)
mit Rie Rasmussen, Nikola Djuricko, Nick Corey, Vojin Cetkovic, Hiam Abbass, Said Amadis
La journee de la jupe (Skirt Day) von Jean-Paul Lilienfeld, Frankreich/Belgien
mit Isabelle Adjani, Denis Podalydes, Yann Collette
Laskar Pelangi (The Rainbow Troops) von Riri Riza, Indonesien
mit Cut Mini, Zulfani, Ferdian, Veris Yamarno, Ikranagara
Pedro von Nick Oceano, USA (Debüt)
mit Alex Loynaz,Justina Machado, Hale Appleman, DaJuan Johnson
Rückenwind (Light Gradient) von Jan Krüger, Deutschland (WP)
mit Sebastian Schlecht, Eric Golub, Iris Minich, Denis Avevi
Sólo quiero caminar (Just Walking) von Augustin Diaz Yanes, Spanien/Mexiko
mit Diego Luna, Victoria Abril, Ariadna Gil, Pilar López de Ayala, Elena Anaya
The Countess von Julie Delpy, Deutschland/Frankreich (WP)
mit Julie Delpy, William Hurt, Daniel Brühl
Unmistaken Child von Nati Baratz, Israel (Debüt)
mit Tenzin Zopa
PANORAMA DOKUMENTE
When You're Strange von Tom DiCillo, USA
mit Kevin Krasny
PANORAMA DOKUMENTE
White Lightnin' von Dominic Murphy, Großbritannien/USA (Debüt)
mit Edward Hogg, Carrie Fisher, Muse Watson
Unter anderem stellt José Padilha, Gewinner des Goldenen Bären 2008 für Tropa de elite, seinen Dokumentarfilm Garapa vor, der die Frage des Welthungers radikal in den Vordergrund stellt. Chema Rodríguez, 2006 mit Estrellas de la linea im Panorama, zeigt in Coyote die Arbeit von Schleppern in Südamerika. Er erzählt die Geschichte dreier Familien, die alle Hoffnung auf fluchtwillige Familienmitglieder setzen, die durch Mexiko in die USA gelangen sollen.
Im indonesischen Beitrag At Stake stellen sich fünf junge Regisseure und Regisseurinnen den herrschenden Moralvorstellungen im größten islamischen Land: die Themen reichen von weiblicher Beschneidung bis zum Konflikt um den Besuch von unverheirateten Frauen beim Frauenarzt.
Unter den Spielfilmen gibt es neben renommierten Namen wie Wolfgang Murnberger, Tom DiCillo, Julie Delpy und Ulli Lommel viele Entdeckungen. Isabelle Adjani spielt unter der Regie von Jean-Paul Lilienfeld in La journee de la jupe eine Lehrerin in gewalttätigem Umfeld, die den Spieß herumdreht. Jan Krüger, dessen Kurzfilm Freunde 2001 den Silbernen Löwen von Venedig gewann, erzählt mit Rückenwind eine postemanzipatorische Liebesgeschichte im Umland von Berlin, während Schauspielerin Rie Rasmussen (Hauptdarstellerin in Angel-A von Luc Besson) in ihrem Regie-Debüt Human Zoo die düstere After-Party einer jungen Frau in Paris schildert, die den Gräueln der Balkankrise entkommen ist.
Das Panorama 2009 hat einen Grund zu feiern: "30 Jahre Programm!" - 1980 wurde die Sektion unter der Leitung von Manfred Salzgeber (noch unter dem Namen "Info-Schau") erstmalig präsentiert. Einige Film-Spezialitäten zur Feier, sowie das komplette Panorama-Programm 2009 werden in Kürze bekanntgegeben.
Bislang sind folgende Filme aus Hauptprogramm, Panorama Special und Panorama Dokumente bestätigt, darunter elf Weltpremieren und fünf Debütfilme:
Absolute Evil von Ulli Lommel, USA (WP)
mit David Carradine, Carolyn Neff, Ulli Lommel, Chris Kiesa
Ander von Roberto Castón, Spanien (Debüt) (WP)
mit Josean Bengoetxea, Cristhian Esquivel, Mamen Rivera, Pilar Rodríguez, Leire Ucha
At Stake von Iwan Setiawan, Muhammad Ichsan, Lucky Kuswandi, Ucu Agustin, Ani Ema Susanti, Indonesien
PANORAMA DOKUMENTE
Coyote von Chema Rodríguez, Spanien (WP)
PANORAMA DOKUMENTE
Der Knochenmann (The Bone Man) von Wolfgang Murnberger, Österreich (WP) mit Josef Hader, Josef Bierbichler, Birgit Minichmayr, Simon Schwarz, Christoph Luser, Stipe Erceg
Fig Trees von John Greyson, Kanada (WP)
mit Van Abrahams, David Wall, Alexander Chapman
Fucking Different Tel Aviv von Yair Hochner, Avital Barak, Stephanie Abramovic, Elad Zakai, Eran Koblik Kedar, Ricardo Rojstaczer, Nir Ne'Eman, Hila Ben Baruch, Yossi Brauman, Sivan Levy, Eyal Bromberg, Anat Salomon, Sie Gal, November Wanderin, Yasmin Max, Deutschland/Israel
Garapa von José Padilha, Brasilien (WP) PANORAMA DOKUMENTE
Ghosted von Monika Treut, Deutschland/Taiwan (WP)
mit Inga Busch, Huan-Ru Ke, Ting-Ting Hu, Jack Kao, Marek Harloff
Gururi No Koto (All Around Us) von Hashigushi Ryosuke, Japan
mit Kimura Tae, Lily Franky, Baisyo Mitsuko
High Life von Gary Yates, Kanada (WP)
mit Timothy Olyphant, Stephen Eric McIntyre, Joe Anderson, Rossif Sutherland
Human Zoo von Rie Rasmussen, Frankreich (Debüt) (WP)
mit Rie Rasmussen, Nikola Djuricko, Nick Corey, Vojin Cetkovic, Hiam Abbass, Said Amadis
La journee de la jupe (Skirt Day) von Jean-Paul Lilienfeld, Frankreich/Belgien
mit Isabelle Adjani, Denis Podalydes, Yann Collette
Laskar Pelangi (The Rainbow Troops) von Riri Riza, Indonesien
mit Cut Mini, Zulfani, Ferdian, Veris Yamarno, Ikranagara
Pedro von Nick Oceano, USA (Debüt)
mit Alex Loynaz,Justina Machado, Hale Appleman, DaJuan Johnson
Rückenwind (Light Gradient) von Jan Krüger, Deutschland (WP)
mit Sebastian Schlecht, Eric Golub, Iris Minich, Denis Avevi
Sólo quiero caminar (Just Walking) von Augustin Diaz Yanes, Spanien/Mexiko
mit Diego Luna, Victoria Abril, Ariadna Gil, Pilar López de Ayala, Elena Anaya
The Countess von Julie Delpy, Deutschland/Frankreich (WP)
mit Julie Delpy, William Hurt, Daniel Brühl
Unmistaken Child von Nati Baratz, Israel (Debüt)
mit Tenzin Zopa
PANORAMA DOKUMENTE
When You're Strange von Tom DiCillo, USA
mit Kevin Krasny
PANORAMA DOKUMENTE
White Lightnin' von Dominic Murphy, Großbritannien/USA (Debüt)
mit Edward Hogg, Carrie Fisher, Muse Watson
Berlinale 2009: Junge deutsche Nachwuchsregisseure in der Perspektive
Nachdem im letzten Jahr die großen Themen der Gesellschaft in exemplarischen Geschichten erzählt und so originell wie mutig verhandelt wurden, geht das jüngste deutsche Kino diesmal den umgekehrten Weg. Scheinbar private Geschichten und Probleme wecken in den verschiedensten filmischen Formen öffentliches Interesse“, kündigt der Leiter der Perspektive Deutsches Kino, Alfred Holighaus, die diesjährige Auswahl an, für die bislang sechs Produktionen bestätigt sind.
So ist für die Hauptfigur in Distanz von Thomas Sieben das ganze Leben eine einzige Privatsphäre. Dabei taugt das, was er tut, für öffentliche Aufregung wie kaum etwas anderes, weil es die öffentliche Sicherheit bedroht wie kaum etwas anderes. Und dieses beängstigende Gefüge kann seinerseits nur durch die Gefühle einer Frau ins Wanken geraten. Die Hauptdarsteller sind Ken Duken, der übrigens neben Norbert Kneißl auch als Produzent fungiert, und Franziska Weiss. Distanz wird am 6. Februar die Perspektive Deutsches Kino eröffnen.
Zwei völlig unterschiedlich gestaltete mittellange Filme beschäftigen sich mit den alltäglichen und grundsätzlichen Problemen, die Söhne mit nur sporadisch anwesenden Vätern haben. Dabei nähert sich Martin Büsker (Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg) dem Thema in seinem Film Höllenritt mit den Mitteln der Komödie, während Michael Koch (Kunsthochschule für Medien, Köln) in Polar daraus ein eindringliches Drama macht.
Die selbstbewusste Berliner Witwe Gitti verschweigt zwar gerne ihr wahres Alter, trägt aber sonst ihr einsames Herz auf der Zunge. Das macht den 35-minütigen Dokumentarfilm Gitti von Anna Deutsch (Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, Potsdam) besonders lebendig.
Mitten im Leben stehen auch die drei Protagonisten in Elmar Szücs´ 61minütigem Dokumentarfilm mit dem programmatischen Titel Wir sind schon mittendrin. Heutzutage ist man mit Dreißig entweder schon wohlhabender Familienvater oder abgebrochener Student. Die Altersgenossen von Elmar Szücs (Filmakademie Baden-Württemberg) stehen zwar mit Verspätung auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, aber mit Charme, Neugier und einem ganz eigenen Selbstbewusstsein.
Das haben sie gemeinsam mit Tom (Sebastian Rudolph), der Hauptfigur in Nur für einen Augenblick von Abel Lindner. Der Fotograf plant nicht - weder sein Leben, noch seine Karriere. Deshalb kann er die flüchtige Begegnung mit seiner alten Liebe (Katrin Wehlisch) auch genießen. Für den Moment, den dieser 25-minütige Spielfilm erzählt.
So ist für die Hauptfigur in Distanz von Thomas Sieben das ganze Leben eine einzige Privatsphäre. Dabei taugt das, was er tut, für öffentliche Aufregung wie kaum etwas anderes, weil es die öffentliche Sicherheit bedroht wie kaum etwas anderes. Und dieses beängstigende Gefüge kann seinerseits nur durch die Gefühle einer Frau ins Wanken geraten. Die Hauptdarsteller sind Ken Duken, der übrigens neben Norbert Kneißl auch als Produzent fungiert, und Franziska Weiss. Distanz wird am 6. Februar die Perspektive Deutsches Kino eröffnen.
Zwei völlig unterschiedlich gestaltete mittellange Filme beschäftigen sich mit den alltäglichen und grundsätzlichen Problemen, die Söhne mit nur sporadisch anwesenden Vätern haben. Dabei nähert sich Martin Büsker (Filmakademie Baden-Württemberg, Ludwigsburg) dem Thema in seinem Film Höllenritt mit den Mitteln der Komödie, während Michael Koch (Kunsthochschule für Medien, Köln) in Polar daraus ein eindringliches Drama macht.
Die selbstbewusste Berliner Witwe Gitti verschweigt zwar gerne ihr wahres Alter, trägt aber sonst ihr einsames Herz auf der Zunge. Das macht den 35-minütigen Dokumentarfilm Gitti von Anna Deutsch (Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“, Potsdam) besonders lebendig.
Mitten im Leben stehen auch die drei Protagonisten in Elmar Szücs´ 61minütigem Dokumentarfilm mit dem programmatischen Titel Wir sind schon mittendrin. Heutzutage ist man mit Dreißig entweder schon wohlhabender Familienvater oder abgebrochener Student. Die Altersgenossen von Elmar Szücs (Filmakademie Baden-Württemberg) stehen zwar mit Verspätung auf der Schwelle zum Erwachsenwerden, aber mit Charme, Neugier und einem ganz eigenen Selbstbewusstsein.
Das haben sie gemeinsam mit Tom (Sebastian Rudolph), der Hauptfigur in Nur für einen Augenblick von Abel Lindner. Der Fotograf plant nicht - weder sein Leben, noch seine Karriere. Deshalb kann er die flüchtige Begegnung mit seiner alten Liebe (Katrin Wehlisch) auch genießen. Für den Moment, den dieser 25-minütige Spielfilm erzählt.
Berlinale 2009: Goldener Ehrenbär für Maurice Jarre
Dem renommierten französischen Filmkomponisten und mehrfachen Oscar-Preisträger Maurice Jarre ist die Hommage der 59. Internationalen Filmfestspiele Berlin gewidmet. Jarre gilt als einer der bedeutendsten und gleichzeitig populärsten Komponisten der Filmgeschichte. Anlässlich der Hommage wird Maurice Jarre am 12. Februar 2009 mit dem Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
„Filmkomponisten stehen oft im Schatten der großen Regie- und Schauspielstars. Bei Maurice Jarre ist das anders‚ die Musik von Doktor Schiwago, wie viele andere seiner Werke, ist weltberühmt und unvergessene Filmgeschichte“, sagt Berlinaledirektor Dieter Kosslick.
Der internationale Durchbruch gelang Jarre 1962 mit seinen Arrangements zu David Leans Wüstenepos Lawrence von Arabien, das im Anschluss an die Verleihung des Ehrenbären am 12. Februar im Kino International gezeigt wird. Der Film brachte ihm seinen ersten Oscar ein und markiert den Anfang einer jahrzehntelangen Freundschaft mit dem britischen Regisseur. Für die äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lean bei Doktor Schiwago (1965) und Reise nach Indien (1984) wurde Jarre mit zwei weiteren Academy Awards geehrt. Auch für Ryans Tochter (David Lean, 1970), der im Rahmen der diesjährigen Retrospektive 70 mm – ‚Bigger than Life’ zu sehen sein wird, schrieb Maurice Jarre die Filmmusik.
Der 1924 in Lyon geborene Jarre begann seine musikalische Laufbahn mit einer Ausbildung als Schlagzeuger und Dirigent am Conservatoire de Paris. 1950 wurde er musikalischer Leiter des Théâtre National Populaire. Für dessen Orchester komponierte er die Schauspielmusik zu mehr als 70 Stücken von Shakespeare bis Kafka. 1952 gab Jarre sein Debüt als Filmkomponist für Georges Franjus Der Invalidendom. Bis Mitte der sechziger Jahre war er für die Musik zahlreicher französischer Filme verantwortlich, bevor er sich vermehrt Hollywood-Produktionen zuwandte.
Im Laufe seiner Karriere als Komponist war Jarre an mehr als 150 internationalen Filmproduktionen beteiligt. Er hat mit namhaften Regisseuren wie John Frankenheimer, Alfred Hitchcock, John Huston, Luchino Visconti und Peter Weir gearbeitet.
„Maurice Jarre hat die Musik für Filme geschaffen, die sich tief in unser akustisches Gedächtnis eingegraben hat. Mit dem deutschen Kino verbinden ihn vor allem seine markanten Kompositionen für Volker Schlöndorffs Die Blechtrommel“, betont Dr. Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, die die Hommage verantwortet.
Bestechend an Jarres langer Laufbahn ist der Variantenreichtum seiner musikalischen Arrangements. Einerseits berühmt für seine großen symphonischen Instrumentierungen, hat er andererseits mit kleinen Ensembles oder mit Soloinstrumenten gearbeitet. Der prominente Einsatz von Percussions gilt als sein Markenzeichen. Die Verwendung ethnischer Instrumente und seine Hinwendung zur elektronischen Musik übten maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Filmmusik aus und machen Jarre zu einem Pionier auf dem Gebiet der Filmkomposition.
„Filmkomponisten stehen oft im Schatten der großen Regie- und Schauspielstars. Bei Maurice Jarre ist das anders‚ die Musik von Doktor Schiwago, wie viele andere seiner Werke, ist weltberühmt und unvergessene Filmgeschichte“, sagt Berlinaledirektor Dieter Kosslick.
Der internationale Durchbruch gelang Jarre 1962 mit seinen Arrangements zu David Leans Wüstenepos Lawrence von Arabien, das im Anschluss an die Verleihung des Ehrenbären am 12. Februar im Kino International gezeigt wird. Der Film brachte ihm seinen ersten Oscar ein und markiert den Anfang einer jahrzehntelangen Freundschaft mit dem britischen Regisseur. Für die äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit mit Lean bei Doktor Schiwago (1965) und Reise nach Indien (1984) wurde Jarre mit zwei weiteren Academy Awards geehrt. Auch für Ryans Tochter (David Lean, 1970), der im Rahmen der diesjährigen Retrospektive 70 mm – ‚Bigger than Life’ zu sehen sein wird, schrieb Maurice Jarre die Filmmusik.
Der 1924 in Lyon geborene Jarre begann seine musikalische Laufbahn mit einer Ausbildung als Schlagzeuger und Dirigent am Conservatoire de Paris. 1950 wurde er musikalischer Leiter des Théâtre National Populaire. Für dessen Orchester komponierte er die Schauspielmusik zu mehr als 70 Stücken von Shakespeare bis Kafka. 1952 gab Jarre sein Debüt als Filmkomponist für Georges Franjus Der Invalidendom. Bis Mitte der sechziger Jahre war er für die Musik zahlreicher französischer Filme verantwortlich, bevor er sich vermehrt Hollywood-Produktionen zuwandte.
Im Laufe seiner Karriere als Komponist war Jarre an mehr als 150 internationalen Filmproduktionen beteiligt. Er hat mit namhaften Regisseuren wie John Frankenheimer, Alfred Hitchcock, John Huston, Luchino Visconti und Peter Weir gearbeitet.
„Maurice Jarre hat die Musik für Filme geschaffen, die sich tief in unser akustisches Gedächtnis eingegraben hat. Mit dem deutschen Kino verbinden ihn vor allem seine markanten Kompositionen für Volker Schlöndorffs Die Blechtrommel“, betont Dr. Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, die die Hommage verantwortet.
Bestechend an Jarres langer Laufbahn ist der Variantenreichtum seiner musikalischen Arrangements. Einerseits berühmt für seine großen symphonischen Instrumentierungen, hat er andererseits mit kleinen Ensembles oder mit Soloinstrumenten gearbeitet. Der prominente Einsatz von Percussions gilt als sein Markenzeichen. Die Verwendung ethnischer Instrumente und seine Hinwendung zur elektronischen Musik übten maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Filmmusik aus und machen Jarre zu einem Pionier auf dem Gebiet der Filmkomposition.
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