Soeben hat
Erwin Huber in München seinen Rücktritt erklärt. Auf einem Sonderparteitag am 25./26. Oktober will der Parteichef sein Amt zur Verfügung stellen. Erwin Huber kündigte an weiterhin politisch aktiv sein zu wollen und zog eine positive Bilanz der eigenen Leistung in den vergangenen 13 Monaten. Vor allem sein
Steuerkonzept mit der Formel "Mehr Netto für Alle" fand der scheidende Parteichef erwähnenswert.
Christine Haderthauer soll Generalsektretärin bleiben. Klar ist allerdings, dass ein neuer Parteichef wohl einen eigenen Vertrauten auf diesem Posten platzieren wird. Damit steht nach wie vor auch Haderthauers zur Disposition. Ungeklärt bleibt auch die Zukunft von
Günther Beckstein. Nach offiziellen Erklärungen soll der Ministerpräsident nicht ausgetauscht werden. Unter Der Oberfläche brodelt es aber und immer Mehr CSU-Größen drängen auf einen Rücktritt Becksteins.
Horst Seehofer soll die Nachfolge von Erwin Huber antreten und wird unter der Hand auch als neuer Ministerpräsident gehandelt.
Damit spitzt sich die Krise der bayerischen Volkspartei zu. Dem Parteichef bleiben nur noch wenige Wochen, die Generalsektretärin wird sich ebenfalls nicht mehr lange halten können und auch der Ministerpräsident ist angeschlagen. Nach dem Wahldebakel von Sonntag muss nun also eine schwache
CSU-Spitze ohne echte Legitimation die Koalitionsverhandlungen einleiten.