Der offizielle Verlierer bei der gestrigen Landtagswahl in Bayern war die CSU. Doch wie von Jochen Groß in seinem /e-politik.de/-Artikel angekündigt, stand auch die "
Demoskopie auf dem Prüfstand" und ging, wie von Groß richtig prognostiziert, neben der CSU als weiterer Verlierer aus der Wahl hervor.
Zu den Zahlen: Schwankten bei der letzten bayrischen Landtagswahl 2003 die Ergebnisse im Schnitt um ein Prozent über oder unter den letzten Prognosen der Meinungsforscher - die letzte Umfrage von Infratest dimap 10 Tage vor der Wahl 2003 lag im Durchschnitt 0,76 Prozentpunkte neben dem endgültigen Wahlergebnis - gab es gestern eine weitaus höhere Diskrepanz zwischen Wahlprognose und Wahlergebnis. Noch Schlimmer: das viel belächelte München-Institut für Marktforschung (mifm) lag mit seiner (schockierenden)
Wahlprognose vom April am nahesten am tatsächlichen Endergebnis. Bei der letzten Untersuchung vom 25.4.2008 (!) prognostizierten die Münchener mit ihrer "
fragwürdigen Methodik" der CSU 44 % (Unterschied zum vorläufigen Endergebnis: +0,6), der SPD 20 % (+1,6), den Grünen 11 % (+1,6), der FDP 9 % (+1,0), der Linken 3 % (-1,3) und den Freien Wählern 9 % (-1,2) der Stimmen und waren damit lagen damit im Schnitt "nur" um rund 1,2 Punkte unter oder über dem vorläufigen Endergebnis.
Anders ging es zum Beispiel bei der Prognose von Emnid zu, in der letzten Umfrage vom 23.09.2008 gingen die Bielefelder von 49 % (+5,6) für die CSU, 20 % (+1,6) für die SPD, 8 % (-1,4) für die Grünen, 8 % (+-0) für die FDP, 5 % (+0,7) für die Linken und 7 % (+3,2) für die Freien Wähler aus und lagen damit im Schnitt rund 2 Punkte daneben. Obwohl die Anzahl der Umfragen/Prognosen anstieg, prognostizierte bis auf das
mifm keiner, dass die CSU unter 47 Prozent und die Freien Wähler an die 10 Prozent kommen würde. Nach der "
Katastrophe bei der Bundestagswahl 2005" also ein weiteres Debakel für die Demoskopen!