Mit einer Stunde Verspätung hat soeben die Pressekonferenz der CSU in München stattgefunden. Unisono erklärten Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein, dass zunächst keine personellen Konsequenzen aus dem Wahldebakel gezogen werden. Beckstein machte deutlich, dass erst Sachfragen zu klären seien, bevor Personalentscheidungen getroffen werden. Das Angebot von Generalsekretärin Christine Haderthauer, die Verantwortung für den Verlust der absoluten Mehrheit zu übernehmen, hatte Huber zuvor abgelehnt.
Mehrfach wurde, wie schon am Wahlabend, die gesamte Legislaturperiode seit 2003 und auch die Auswirkungen der Großen Koalition im Bund als Auslöser für den Stimmenverlust genannt. Die amtierende Parteispitze betonte damit erneut die Folgewirkungen der Ära Stoiber auf den gestrigen Wahlausgang. Auch in Richtung Berlin, mit Blick auf die Schwesterpartei CDU und die unzureichende Unterstüzung, wurde vom Parteivorsitzenden verwiesen. Dennoch wollte Huber - auf Nachfrage - einen negativen Einfluss des Führungsduos auf das schlechte Ergebnis nicht ausschließen. Fragen zu Horst Seehofer beantworteten sowohl Erwin Huber als auch Günther Beckstein mit großer Zurückhaltung.
Für die CSU steht nun neben der Analyse des Wahlergebnisses die Sondierung von Koalitionsmöglichkeiten auf dem Programm. Während die Grünen bereits gestern nicht zur Debatte standen, wurde auf der Pressekonferenz auch die SPD ausgeschlossen. Da Franz Maget ebenfalls Koalitionsverhandlungen führen wolle, werde man mit den Sozialdemokraten zunächst keine Gespräche führen, sagte der Parteichef. Für die Sondierungsgespräche wurde eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Günther Beckstein, Erwin Huber und dem Fraktionsvorsitzendem im Landtag, Georg Schmidt, sowie als Vertreter der CSU-Landesgruppe im Bundestag Horst Seehofer, gebildet.