Am vergangenen Samstag hat die Afrikanische Union (AU) ein Abkommen mit weitreichenden Folgen verabschiedet: 46 der 53 Mitgliedstaaten der in der AU organisierten afrikanischen Staaten garantieren über 17 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen auf dem Kontinent Schutz, in dem sie Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge zur Pflicht machen.
Der afrikanische Kontinent beherbergt weltweit die meisten Flüchtlinge, die zumeist als so genannte "Binnenflüchtlinge" in ihren Heimatländern unterwegs sind. Laut dem neuen Abkommen sollen ältere Flüchtlingen spezielle Hilfsmaßnahmen gewährt werden. Bevor die Konvention in Kraft treten kann, müssen mindestens 15 AU-Staaten das Dokument ratifiziert haben.
Auf der Suche nach "dauerhafte Lösungen für die tieferen Ursachen" (Tarsis Kabwegyere, ugandischer Minister für Flüchtlinge) des Flüchtlingsproblems benannten die Verfasser des Abkommens den Klimawandel als weitere Ursache für die Flüchtlingsbewegungen: "Das Wichtige an diesem Abkommen ist, dass es sowohl den Klimawandel als auch Konflikte als Ursache für Vertreibungen berücksichtigt", sagte UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) begrüßte die Vereinbarung als "historisch", erwartete aber laut der
Nachrichtenagentur AFP keine unmittelbaren Auswirkungen für die Flüchtlinge.
Zwei Brennpunkte der Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, die auch in europäischen Medien immer wieder thematisiert werden, sind der seit 1992 andauernde Bürgerkrieg in Somalia und die, an Völkermord grenzenden, Auseinandersetzungen in Dafur, im Süden des Sudans.
(atz mit Material von AFP)