Die Box des
Deutschen Theaters ist ein Ort für Experimente: Auf der kleinen Bühne inszenierte
Monika Gintersdorfer mit dem Schauspieler
Bernd Moss und dem ivorischen Choreographen
Franck Edmond Yao eine Performance, deren Titel
7 % Hamlet neugierig machte.
Die Regisseurin, die als Tochter eines österreichischen Paares in Peru geboren ist, arbeitet seit längerem mit dem durchtrainierten Künstler Yao von der Elfenbeinküste zusammen: Dieses kosmopolitische Duo spielt regelmäßig auf freien Bühnen wie den Berliner
Sophiensaelen oder
Kampnagel in Hamburg. Nach einer sehr freien Othello - Bearbeitung versuchen sie sich diesmal an Hamlet.
Ein Drama, das jeder kennt. Zentrale Passagen wie "Sein oder Nichtsein" können auch viele einordnen, die selten bis nie ins Theater gehen. An diesem Abend wird dieses Zitat nur verfremdet vorgetragen, nämlich auf Französisch.
Ansonsten bleibt wenig von dem
klassischen Shakespeare - Drama übrig: Wie der Titel schon ankündigt, maximal 7 %. In den Proben entwickelte das Team seinen eigenen Zugang zum Stoff. Die Schauspieler führen ein langes Gespräch über afrikanische Mystik, Geisterarmeen an der Elfenbeinküste, den Zusammenhalt und die starke Bindung an das Heimatdorf sowie vor allem über Frauen, die ein Problem sind. Yao gestikuliert auf Französisch, sein Partner Moss, der kurzfristig für
Maren Eggert eingesprungen ist, übernimmt die deutsche Übersetzung.
Das alles ist teilweise ganz unterhaltsam, zum Teil aber auch etwas banal. Viele Gesichter im Publikum bleiben ratlos. Gegen Ende nimmt die Performance noch mal direkter auf die Figur des Hamlet Bezug. Yo sieht ihn als Mensch der besten, der dritten Kategorie, derjenigen die kluge Pläne schmieden und sich mit analytischem Geschick durchsetzen. Eine überraschende Einschätzung, da
Hamlet doch sonst oft als Zauderer gesehen wird.
Ein ungewöhnlicher Abend, der sich von Assoziation zu Assoziation hangelt, und häufig mehr um Afrika als um Hamlet kreist.
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