Karl Brenke, Wissenschaftlicher Referent am
Deutschen Institut für Wirschaftsforschung Berlin (DIW) hat in einer aktuellen Studie die ökonomische Situation von Migranten in der Hauptstadt untersucht.
Die Ergebnisse sind dramatisch: Migranten, insbesondere Türken in der zweiten und dritten Generation, erlangen wesentlch seltener einen Schulabschluss (bei jungen Türken bleiben bis zu 75 % ohne Abschluss!), sind abhängig von Transferleistungen, und verfügen über ein wesentlich geringeres Einkommen. Angesichts der spezifischen Berliner Situation (niedrige Einkommen, hohe Arbeitslosigkeit, kaum Industriearbeitsplätze) bleibt jeder dritte Migrant daurhaft erwerbslos.
Brenke plädiert für umfassende frühkindliche Bildungsmaßnahmen und Sprachkentnisse, um die Sitaution zu verbessern. Höhere Sozialtransfers lehnt er ab: "Das Problem ist die oftmals unzureichende Ausbildung. Bereits in der Schule und bei der frühkindlichen Erziehung müssen unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden und nicht erst bei der Berufsausbildung. Migrantenkinder stammen oft aus bildungsfernen Schichten und bekommen meist weniger Anreize, sich in der Schule zu engagieren. Zum Teil fehlen auch ausreichende Sprachkenntnisse. Es ist viel besser, diesen Kindern früh zu helfen, als den entsprechenden Haushalten mehr Geld zu geben – höhere Sozialtransfers wären schlicht kontraproduktiv."
Die komplette Studie im aktuellen
Wochenbericht des DIW.