Bereits zum 14. Mal wurde der Bayerische Kabarettpreis vom Bayerischen Rundfunk zusammen mit dem Münchner Lustspielhaus verliehen. Ein Höhepunkt reiht sich an den nächsten bei den hochkarätigen Reden der Laudatoren und den Auftritten der Preisträger Christoph Sieber, Lizzy Aumeier, Jochen Malmsheimer sowie Henning Venske und Jochen Busse.
Willy Astor hält die Laudatio für den Senkrechtstarter-Preis auf Christoph Sieber. In seiner großartig verdrehten Mischung aus "Schlaudatio" und Lobes-Gstanzl bezeichnet er Sieber mit seinen 42 Jahren als den "Heesters der Nachwuchsförderpreise". "Lieber Sieber" singt Astor und würdigt ihn dafür, dass er "sein Handwerk versteht". Als studierter Pantomime begeistert Sieber anschließend selbst mit schneller Polit-Jonglage, die Augen und Ohren gleichzeitig herausfordert.
Musikpreis für die "Firstlady der Oberpfalz"
Wie es sich für einen begnadeten Parodisten gehört, hält Helmut Schleich die Laudatio für den Musikpreis nicht selbst, sondern sein Alter Ego: Freddi Hampertinger, seines Zeichens größter Fan von Lizzy Aumeier, zeigt sich schwer beeindruckt von der diesjährigen Preisträgerin. Er wünscht sich für die Zukunft nur noch eins: Lizzy Aumeier und Ottfried Fischer als "Sissi und Franz" auf der Leinwand. Statt ihm diesen Gefallen zu tun stürzt sich die "Sexgöttin aus der Oberpfalz" lieber mit ihrer gesamten Leibesfülle auf "das Grischperl" Christoph Sieber. Im bayerisch-russischen Streitgespräch mit ihrer Partnerin Tatjana Shapiro entlockt sie anschließend ihrem Kontrabass seltene Töne. Auch sie selbst zeigt sich von ihrer weniger bekannten Seite als großartige Kontrabassistin.
Hauptpreis für Psalmenprediger Malmsheimer
Georg Schramm, den man lange vor keiner Fernsehkamera mehr gesehen hat, macht es seinem Preisträger nicht leicht: Er hält in seiner Laudatio Hauptpreisträger Jochen Malmsheimer nicht nur seine Nervosität vor kurzen Auftritten vor, sondern auch dessen "zur Weitschweifigkeit neigende Redseligkeit". Malmsheimer selbst begeistert das Publikum mit seinem klerikal anmutenden "Psalm der Sorge," in dem er die lange Entstehungsgeschichte der Hose in perfekt gefeilten Sätzen vorträgt.
Ehrenpreis für das Duo Venske & Busse
Die Laudatio für den diesjährigen Ehrenpreis für Jochen Busse und Henning Venske hält Dieter Hildebrandt. In Erinnerung an die gemeinsamen Zeiten im Ensemble der Lach und Schieß gibt Hildebrandt zu, dass er beim Duo Venske & Busse gerne mitgespielt hätte - die Spannung zwischen den beiden war ein "Gesamtkunstwerk". In größenwahnsinniger Altherren-Manier sinnieren beide über ihre "eigenen Verdienste an der Weltpolitik": Busse zeichnet sich verantwortlich für den Niedergang der DDR, Venske schämt sich für den Aufstieg der Grünen.
Einen Preis für Cordula!
Durch den Abend führt Kabarettist Michael Altinger unterstützt von Constanze Lindner ("Die Komiker"), die als Cordula Brödke versucht, sich auch einen Preis zu verdienen. Ebenso gut wie das ausgezeichnete Kabarett sorgen "The Les Clöchards" für großartige Stimmung im ausverkauften Lustspielhaus.