Der neunte Berlinale-Tag hatte wieder einige Perlen im Angebot.
Katyn
Wie in vielen seiner Filme tauchte Andrzej Wajda auch in seinem Alterswerk
Katyn tief in die leidvolle Geschichte seiner polnischen Heimat ein. Anhand des Schicksals einer Offiziers- und Professorenfamilie zeichnet er die wichtigsten Stationen des Zweiten Weltkriegs und vor allem das Massaker des sowjetischen Geheimdienstes an polnischen Kriegsgefangenen in den Wäldern von Katyn nach. Stalin schob dieses Verbrechen den Nationalsozialisten in die Schuhe. Bis zur Glasnost - Ära Gorbatschows war es streng verboten, den Namen dieses Ortes auch nur zu erwähnen.
Fazit: Ein sehr bedrückender Film, der außer Konkurrenz in einer Galapremiere lief.
Corazones de Mujer
Während des Abspanns brandete insgesamt viermal Applaus für diesen Panorama-Beitrag der beiden Italiener David Sordella und Pablo Benedetti auf. Wer die Berlinale-Rituale etwas kennt, wird das Gewicht dieses Ritterschlags richtig einordnen können.
Corazones de mujer ist einer der poetischsten Filme des Festivals. Trotz eines sehr geringen Budgets gelang ein künstlerisch ansprechendes und gesellschaftspolitisch hochinteressantes Roadmovie.
Für die junge Italienerin Zina wurde von ihren marokkanisch-stämmigen Eltern ein Ehemann gesucht. Das große Problem: Die Braut ist keine Jungfrau mehr. Wie Shakira und Zita gemeinsam quer durch Europa bis nach Casablanca reisen und dabei brisante Fragen zur Rolle der Migranten in Europa diskutieren, ist sehenswert und unterhaltsam.
Fazit: Eines der Highlights der Panorama-Sektion 2008.
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Boy A