Die Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns wird bis 2030 voraussichtlich um etwa zwölf Prozent gegenüber 2005 schrumpfen. Entgegen den Ergebnissen anderer Prognosen werden sich gleichzeitig die Bevölkerungszahlen in den Städten Rostock und Greifswald sowie im Landkreis Bad Doberan erhöhen. Dies geht aus der Bevölkerungsprognose des Rostocker Zentrums zur Erforschung des Demografischen Wandels hervor. Die Ergebnisse widersprechen anderen Prognosen, die für Mecklenburg-Vorpommern demografische Horrorszenarien eines generellen Bevölkerungsrückganges vorhersagen.
Mecklenburg-Vorpommern als ein Abwanderungsbundesland hat zwischen 1990 und 2005 14 Prozent der Einwohner verloren. Außerdem lebten 2005 im nordöstlichen Bundesland die wenigsten Einwohner pro Quadratkilometer. Gerade solche regionalen Besonderheiten müssen in einer kleinräumigen Vorausberechnung, wie sie nun vom Rostocker Zentrum veröffentlicht wurde, Beachtung finden. "Viele junge Menschen, d.h. besonders die Jahrgänge 1970 bis 1988, sind bereits abgewandert. Als Konsequenz des Geburteneinbruchs nach der Wiedervereinigung wird zudem zukünftig die Zahl junger Menschen im wanderungsfähigen Alter abnehmen. Folglich wird auch die Abwanderung aus Mecklenburg-Vorpommern künftig geringer ausfallen. Prognosen müssen dies berücksichtigen" betont Rembrandt Scholz, Verantwortlicher für die Studie.
Zwischen 2005 und 2012 liegt der jährliche Einwohnerverlust des Landes laut Rostocker Prognose jeweils zwischen 0,7 und 0,8 Prozent. In den darauf folgenden Jahren geht der jährliche Bevölkerungsverlust allerdings relativ sprunghaft auf ca. 0,2 Prozent zurück. Zwischen 2017 bis etwa zum Jahr 2025 steigt der Bevölkerungsverlust wieder an. Diese Entwicklungen werden sich auf die zukünftigen Bevölkerungszahlen in den kreisfreien Städten des Landes recht unterschiedlich auswirken. Während die beiden Universitätsstädte Rostock und Greifswald ihren Bevölkerungsbestand über den gesamten Prognosezeitraum vergrößern können (+6 Prozent), bleiben die Bestände in Stralsund und Wismar nahezu stabil. Schwerin wird der Prognose nach leichte (-6 Prozent) und Neubrandenburg relativ starke Verluste (-10 Prozent) hinnehmen müssen.
Da die Städte einen relativ hohen Anteil an den Zuzügen in das Bundesland haben, zeigen alle kreisfreien Städte ab spätestens 2015 einen positiven Gesamtwanderungssaldo, welcher in Rostock, Greifswald, Stralsund und Wismar den Schrumpfungs- in einen Wachstumsprozess umwandeln wird. "Rostock und Greifwald werden unter den getroffenen Annahmen in wenigen Jahren wieder den Bevölkerungsstand des Ausgangsjahres 2005 erreichen und danach stetig weiter wachsen", so Scholz. Die Landkreise werden zukünftig einen sehr viel stärkeren Bevölkerungsverlust als die kreisfreien Städten hinnehmen müssen - eine Ausnahme bildet der Landkreis Bad Doberan.
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An dieser Stelle sei aber doch kritisch gefragt, warum wir ein eigenständiges Bundesland Mecklenburg-Vorpommern brauchen? (Gleiches gilt natürlich auch für Bremen, Saarland, Brandenburg, Schleswig-Holstein...) Immerhin finanzieren die Steuerzahler auch auf Landesebene den kompletten Apparat mit eigenem Parlament, Landesregierung und nachgeordneten Behörden. Und wenn die Prognose zutrifft, verliert MeckPom zwischen 1990 und 2030 fast ein Drittel (!) seiner Bevölkerung. Das ist ja schlimmer als im Dreißigjährigen Krieg.