Madonna zelebrierte heute ihren Auftritt am Roten Teppich. Interessante und politische relevante Filme präsentierten am 7. Berlinale-Tag jedoch andere Regisseure.
Improvvisamente l'inverno scorso
Der arte-Journalist Gustav Hofer und sein Freund Luca Ragazzi spüren in ihrer Dokumentation
Improvvisamente l'inverno scorso dem aufgeheizten politischen Klima Italiens nach. Sie haben das zähe Ringen um ein Lebenspartnerschaftsgesetz für hetero- und homosexuelle Paare intensiv mitverfolgt: Seitdem die Mitte - Links - Koalition von Romano Prodi Anfang 2007 einen entsprechenden Gesetzentwurf angekündigt hatte, stand sie unter heftigem Beschuss der Opposition und vor allem der katholischen Kirche.
Fazit: Eine sehenswerte Studie über das innenpolitische Klima in einem der wichtigsten EU-Staaten mit großem Aktualitätswert. Auch dieser Streitpunkt trug zum Sturz der Olivenbaum-Koalition und den vorzeitigen Neuwahlen im April bei, für die Ex-Premier Silvio Berlusconi nach aktuellen Umfragen als Favorit gilt.
La Rabia
Applaus und Buh-Rufe hielten sich die Waage, als die argentinische Regisseurin Albertina Carri ihren Film
La Rabia vorstellte. Der graue Himmel über der Pampa lässt nichts Gutes ahnen: Schritt für Schritt eskaliert der Streit zwischen zwei dickköpfigen Bauern, bis die ersten Schüsse fallen.
Fazit: Eine interessante Milieustudie, der jedoch die Leichtigkeit fehlt, die lateinamerikanische Berlinale-Beiträge sonst häufig auszeichnet. Die sehr eindringlichen Aufnahmen des Alltags auf dem Bauernhof, vor allem Szenen vom Schlachttag, sorgten aber dafür, dass ganze Besucherreihen aus Ekel geschlossen hinausgingen.
Standard Operating Procedure
Der Dokumentarfilm-Regisseur Errol Morris möchte die Hintergründe des Skandals von Abu Ghraib beleuchten, bleibt dabei aber auf halber Strecke stehen. Er schildert ausführlich, in welchen Situationen die berüchtigten Misshandlungs-Bilder aufgenommen wurden und interviewt einige der verurteilten Soldaten, z.B. Lynndie England.
Leider versäumt er es aber, der Frage nachzugehen, wie es zu diesen Übergriffen kommen konnte und welche Befehlsketten oder Fehler der Vorgesetzten dahintersteckten.
Fazit: Eine Art "Making of" der Bilder, die um die Welt gingen, unterlegt mit oft schwer erträglicher dräuender Musik. Schade, das Thema hätte noch mehr Stoff für Erkenntnisgewinn geboten. Dieser
Wettbewerbs-Beitrag hat sich nur sehr bedingt für einen der Bären empfohlen.
Der größte Favorit Paul Thomas Andersons There Will Be Blood musste leider ohne den Goldenen Bären zurück in die USA fahren. Aber immerhin wurde sein Film mit gleich zwei Silbernen Bären belohnt: einem für die Beste Regie und einem für die mit Abstand best
Aufgenommen: Feb 18, 02:20