Die Berlinale ist für Stefan Arsenijević kein Neuland. 2003 gewann er mit „(A)Torzija“ den Goldenen Bären in der Sparte Kurzfilm. In dieser Rubrik wurde der Film kurze Zeit später für den Oscar nominiert. 2008 ist der aus Belgrad stammende Regisseur auf die Berlinale zurückgekehrt und feiert mit seinem Spielfilm
Love and other Crimes Weltpremiere.
Die schöne und modebewusste Anica (Anica Dobra) lebt in einer Hochhaussiedlung in Belgrad. Ihr Leben ist - so wie das vieler anderer Anwohner - eintönig, trist und von Perspektivlosigkeit geprägt. Seit Jahren ist sie die Geliebte des kleinkriminellen Milutin (Fedja Stojanovic). Offiziell verdient dieser sein Geld mit einem Solarium, dessen Besuch sich aber nur die wenigsten leisten können. Unter der Hand treibt Milutin im Viertel Schutzgelder ein, um die Menschen vor Übergriffen von Milutins Rivalen zu schützen und um sich selbst damit ein annehmlicheres Leben zu finanzieren. Gebeutelt vom eigenen Schicksal - seine 14-jährige Tochter Ivana (Hanna Schwamborn) verweigert seit jeher das Sprechen - gelingt ihm aber das Glücklichsein nicht.
Anica sieht dort für sich keine Zukunft mehr. Sie hat sich für ihr Leben etwas Anderes, etwas Besseres vorgestellt. So beschließt die ehemalige Russischlehrerin, ihrem Leben in Belgrad den Rücken zu kehren. Dazu plant sie, Milutins Geld aus dem Safe zu stehlen und aus Serbien auszufliegen, wahrscheinlich Richtung Westeuropa. Stanislav (Vuk Kostic), Milutins „Ziehsohn“ und rechte Hand, bekommt von Anicas Plänen Wind und trifft eine mutige Entscheidung. Aus Angst eine große Chance zu verpassen, gesteht er Anica auf eine liebevoll-naiv inszenierte Art und Weise, dass er seit zwölf Jahren in sie verliebt ist und bittet sie mitkommen zu dürfen. Beide müssen sich nun innerhalb eines Tages entscheiden, ob eine gemeinsame Zukunft möglich ist und wo diese stattfinden soll.
Mit ruhigen und ausdrucksstark inszenierten Bildern führt Arsenijević den Zuschauer einen Tag lang durch den Alltag der weich und liebevoll dargestellten Charaktere aus der Nachbarschaft. Dabei glänzt der Film durch Witz und Charme, so dass die Hoffnungslosigkeit der Menschen vor lauter Schmunzeln und Entzücken in Vergessenheit zu geraten scheint. Doch Anica steht bis zum Schluss für den Aufbruch in eine neue Welt und bessere Zeiten, die in der Plattenbausiedlung von Belgrad noch nicht begonnen haben.
Der Berlinale-Dienstag hatte einige sehr rätselhafte Filme und ein beeindruckendes Zeitdokument aus den wilden 1970er Jahren zu bieten. Corroboree, Australien, 2007, Regie: Ben Hackworth, Sektion: ForumCorroboree Im Forum stellte der Australier Be
Aufgenommen: Feb 13, 17:44
Der Berlinale-Dienstag hatte einige sehr rätselhafte Filme und ein beeindruckendes Zeitdokument aus den wilden 1970er Jahren zu bieten. Corroboree, Australien, 2007, Regie: Ben Hackworth, Sektion: ForumCorroboree Im Forum stellte der Australier Be
Aufgenommen: Feb 13, 17:45