D´Arusha à Arusha: Das UN - Sondertribunal zum Genozid in Ruanda
Der Kanadier Christophe Gargot dokumentiert in
D´Arusha à Arusha die Zeugenaussagen vor dem UN - Sondertribunal, das die Kriegsverbrechen in Ruanda verhandelt. Zwischen das juristische Ping-Pong von Richtern, Staatsanwälten, Verteidigern und Zeugen flicht der Regisseur immer wieder Archivaufnahmen von 1994, dem Jahr des Genozids, ein.
Aus der Montage der Szenen ist eine deutliche Skepsis zu spüren, ob die Strafverfahren in ihrer Schwerfälligkeit ein geeignetes Instrument zur Aufarbeitung der Massaker sein können. Der Regisseur verzichtet jedoch auf jeglichen eigenen Kommentar.
Wer sich für das Völkerrecht und die juristischen Feinheiten der Prozesse interessiert, wird hier sehr viel über die Prozesse in Arusha erfahren, die in der deutschen Öffentlichkeit viel weniger beachtet wurden als die parallelen Verhandlungen in Den Haag zu den Balkankriegen. Die Details sind auf die Dauer aber auch etwas ermüdend für Leute, die nicht so tief in die Materie einsteigen wollen.
Rabioso sol, rabioso cielo: Epos über die bedingungslose Liebe
Der Mexikaner Julián Hernández ist einer der Berlinale - Stammgäste. Mit
Rabioso sol, rabioso cielo wurde auch sein dritter Spielfilm zum Festival eingeladen.
Das Besondere an seinen Filmen ist ihre epische Länge, diesmal wieder mehr als drei Stunden, und die nur spärlichen Dialoge. Der Koordinator der Berlinale - Reihe
Panorama Wieland Speck schwärmte bei der Präsentation des Programms in den höchsten Tönen von diesem "archaischen Märchen", das sich stilistisch an Murnau, Cocteau, Pasolini und Fassbinder orientiert.
Hernández geht es in diesem neuen Werk darum, die Stärke einer bedingungslosen Liebe darzustellen. Sie ist seiner Meinung nach aber nur durch Opfer und Leid zu gewinnen. Er verknüpft Motive des sumerischen
Gilgamesch - Epos und der lateinamerikanischen Mythologie zu einem Kampf des Liebespaares Kieri und Ryo gegen das Böse, das von Tari verkörpert wird.
Über weite Strecken verzichtet der Film auf Farben. Erst als sich die Liebe durchzusetzen beginnt, wird die Leinwand bunter.
Da dieser Film in seiner Ästhetik und in den zugrunde liegenden Ideen so weit von den üblichen Sehgewohnheiten weg ist, spaltet er das Publikum, so dass sich der Saal bis zum Ende fast zur Hälfte leert.