Podiumsdiskussion
Datum: Dienstag, 29. Juni 2010, 19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, Berlin-Mitte
Eintritt frei
Es diskutieren:
Scott Leckie, Displacement Solutions, Australian
Bernd Mesovic, Rechtspolitischer Referent von ProAsyl
Ute Koczy, EZ-Expertin, Mitglied des Deutschen Bundestags (Bündnis 90/Die Grünen)
N.N., International Organisation for Migration (IOM)
Moderation:
Tilman Santarius, Referent für internationale Klima- und Energiepolitik
der Heinrich-Böll-Stiftung e.V.
Schneeweiße Sandstrände, üppige Palmen, türkisblaues Meer – die Eilande
von Tuvalu im Pazifik scheinen wie das Paradies auf der Ansichtskarte. Doch
nicht mehr lange. Wenn der Klimawandel fortschreitet, werden die neun Atolle
von den ansteigenden Fluten allmählich verschluckt. Die Regierung hat für die
11.000 Einwohner bereits in Neuseeland und Australien Asyl beantragt, und
jedes Jahr wandern immer mehr Menschen aus: eine Nation auf Umweltflucht.
Nicht nur Inselstaaten sind vom Klimawandel betroffen. Wenn Ernten
vertrocknen, Stürme die Behausungen zerstören, Sturzfluten das Hab und Gut
wegschwemmen, wird Menschen sprichwörtlich der Boden unter den Füßen
entzogen. Weit davon entfernt, nur ein Umwelt- oder Energiethema zu sein,
ist der Klimawandel bereits die unsichtbare Hand hinter Flucht und Migration
geworden. Muss da nicht von „Klimaflüchtlingen“ gesprochen werden?
Doch „Klimaflüchtling“ ist derzeit weder ein anerkannter Begriff, noch leitet
sich aus klimabedingter Migration bei den Vereinten Nationen, in der EU oder
anderswo bislang ein Rechtsanspruch für die Betroffenen ab. Sollte Klimaflucht
nicht vor allem in den Ländern, die am meisten zum Klimawandel beitragen,
ein Asylgrund werden? Wie kann den Menschen direkt geholfen werden? Was
können Deutschland und die EU tun? Und welche Rolle spielen Klimaschutz-,
Menschenrechts- und asylpolitische Organisationen, um die Lage von
„Klimaflüchtlingen“ konkret und juristisch zu verbessern?