Die
Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) veröffentlicht auf ihrer Webseite jedes Jahr eine Liste der Top-Themen, die trotz großer Relevanz für weite Bevölkerungsteile durch das Aufmerksamkeitsraster der Medien gefallen sind.
Ganz nach dem amerikanischen Vorbild
www.projectcensored.org ruft der deutsche Ableger alle Privatpersonen, Organisationen und Vereinigungen dazu auf, möglichst viele Vorschläge für vernachlässigte Nachrichten und Themen per Post, Fax oder E-mail einzureichen.
Die Auswahl der Vorschläge wird von diversen studentischen Rechercheseminaren an verschiedenen deutschen Hochschulen durchgeführt und an die Mitglieder der Jury weitergeleitet, die schließlich über die "Top-Themen" der in Deutschland vernachlässigten Nachrichten des jeweiligen Jahres abstimmt.
Die Top-8 (normalerweise Top-10) der vernachlässigten Themen im Jahr 2007 lauten wie folgt:
1. Absprachen über Terminierungsentgelte im deutschen Handynetz
2. Politiker behindern Einrichtung von Ombudsstellen
3. Qualitätsverluste im Journalismus
4. Chemikalien gefährden die Fruchtbarkeit - eine „tickende Zeitbombe“?
5. Städte kippen den Baumschutz
6. Die Schweiz beschließt neue Atomkraftwerke
7. Fragwürdige Auslandsgeschäfte der WestLB
8. Bundestag debattiert erstmals über Entschädigung für deutsche Kolonialverbrechen in Afrika
Die Begründung, dass es nur 8 Themen in die eigentlich 10 Punkte umfassende Liste geschafft haben, ist aber nicht auf einen Rückgang des "Phänomens der Vernachlässigung in der Medienwelt" zurückzuführen. INA begründet die Verkürzung der Top-10 damit, dass "sich jedoch in dem letzen Jahr nur acht der eingereichten Themen nicht nur als sachlich richtig und vernachlässigt, sondern auch tatsächlich als relevant erwiesen" haben. Einen weiteren Grund für das Zusammenschrumpfen der Liste findet man im
Blog der Initative, dort heißt es dazu weiter: "Diese acht hatten bei der Abstimmung einen deutlichen Abstand zum Rest der Themen [und] wir brauchen wieder mehr Input."
[via
netzpolitik.org]