Miao Miao: Junges Kino aus Taiwan
In der Reihe
Generation 14 plus, die sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, präsentierte heute Cheng Hsiao - Tse seine eindrucksvolle Liebesgeschichte
Miao Miao. Die Titelheldin, ihre Freundin Ai und der Ladenbesitzer Chen Fei verstricken sich in einer Dreiecks - Konstellation unerwiderter Liebe. Ein gut gemachter Debütfilm, der die Puberträtswirren seiner Figuren sehr einfühlsam beschreibt.
Winter adé: Dokumentarische Reise durch die letzten Monate der DDR
Höhepunkt dieses Berlinale - Samstags war die Eröffnung einer Retrospektive zum 20. Jahrestag des Mauerfalls. Die Deutsche Kinemathek und die Kulturstiftung des Bundes stellten gemeinsam 15 Spiel- und Dokumentarfilme aus der Perestroika - Phase im untergehenden Warschauer Pakt vor.
Besonders eindrucksvoll ist der Eröffnungsfilm dieser Reihe
Winter adé, der bei seiner Uraufführung auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche 1988 großes Aufsehen erregte. Der Regisseurin Helke Misselwitz, die mittlerweile als Professorin an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen lehrt, gelang auf ihrer Bahnreise von Sachsen an die Ostsee ein sehr interessantes Porträt von Frauen aus allen Schichten der Deutschen Demokratischen Republik.
Der Film überrascht vor allem durch die große Offenheit, mit der die Interview - Partnerinnen über private Sorgen sprechen: Fabrikarbeiterinnen klagen über ihre geringen Löhne, eine Mutter sorgt sich um die Zukunft ihrer geistig behinderten Tochter und kritisiert die ablehnende Haltung ihrer Umgebung, eine 85-Jährige zieht das bittere Fazit, dass sie die Ehe mit ihrem Mann, mit dem sie gerade Diamantene Hochzeit feierte, nur unter dem Druck der Verhältnisse einging und sehr bereut. Bei so viel realistischer Abbildung der Tristesse schrammten einige Passagen nur knapp an der Zensur vorbei.
La journée de la jupe: Eskalation an einer Schule in der Pariser Banlieue
Die bekannte französische Schauspielerin Isabelle Adjani kehrt nach fünf Jahren Pause wieder auf die Leinwand zurück. Sie verkörpert in
La journée de la jupe die Lehrerin Sonia Bergerac, die nach vielen Jahren an einer Schule in der Pariser Banlieue mit den Nerven am Ende ist.
Als sie in einer Auseinandersetzung mit dem Schüler Mouss zufällig dessen geladene Pistole in seiner Tasche entdeckt, spitzt sich die Situation zu: Durch unvorhergesehene Ereignisse eskaliert die Situation immer mehr. Ein Schuss löst sich, Sonia gleitet das Heft das Handelns immer weiter aus der Hand, als sie in einer Panikreakton die Schüler als Geiseln nimmt. Das Sondereinsatzkommando der Polizei und die Bildungsministerin rücken an - es kommt, wie es kommen muss.
Der Film ist ein packendes Drama und überzeugt vor allem auch die stilleren Momente. Die Ängste und Interessen aller Beteiligten, vom Einsatzleiter der Polizei über den Schuldirektor und die Kollegen bis zu den Jugendlichen, die sich vor dem Mobbing durch die jungkriminellen Anführer der Gangs fürchten, werden deutlich angesprochen. Eine interessante Vorführung, bei der die Hauptdarstellerin nach einem Unfall am Flughafen leider nicht wie geplant dabei sein konnte.
"Verrücktes Blut" am Ballhaus Naunynstraße gehört zum Besten, Frechsten und Interessantesten, was derzeit auf Berliner Bühnen zu sehen ist. Das wurde zwar schon oft in den Feuilletons von FAZ über SPIEGEL bis taz geschrieben, stimmt aber trotzde
Aufgenommen: Jul 04, 16:50