In Deutschland geht das Gezerre um das Rauchverbot wohl den meisten nur noch auf die Nerven. Statt einer klaren, einheitlichen Regelung für rauchfreie Räume entstand ein Flickenteppich, Karlsruhe musste mal wieder eingreifen und seitdem streiten wir munter weiter über
vor Ort zubereitete Speisen und Quadratmeter der Eckkneipen. Aus französischer Sicht wirkte das Ganze besonders lächerlich: Dort wurde der Gesundheitsschutz ernst genommen und in zentralstaatlicher Tradition landesweit eingeführt. Nach allem, was man von dort hörte, wurde das Rauchverbot jenseits des Rheins auch weitgehend akzeptiert und reibungslos umgesetzt.
Interessanterweise präsentierte die
9. Französische Filmwoche gleich zwei Filme an aufeinander folgenden Tagen, in denen die Protagonisten sich in Kneipen oder Cafés einfach eine Zigarette anzünden. Als sie von der Wirtin oder ihrem Tischnachbarn darauf hingewiesen werden, dass das Rauchen hier mittlerweile verboten ist, qualmen sie einfach achselzuckend weiter.
Dass Christophe Honoré Kettenraucher ist, wusste man schon seit seiner Präsentation von
Chansons d´amour im vergangenen Jahr. Auf eine Frage aus dem Publikum, warum in so auffällig vielen Szenen geraucht wurde, erklärte er, dass er während der Regiebesprechungen mit den Schauspielern kräftig rauchte und die Zigarette, als die Klappe zum Dreh fiel, einfach weiterreichte.
Spiegelt dieses demonstrative öffentliche Qualmen in der Gastronomie und die bewusste Übertretung des Rauchverbots in Christophe Honorés
La belle personne und Lionel Baiers
Un autre homme einen tatsächlichen Trend in Frankreich und der französischsprachigen Schweiz? Oder wollten die beiden Regisseure damit nur ihren persönlichen Unmut ausdrücken?