Die Auswirkungen der gegenwärtigen Finanzkrise auf die Realwirtschaft in Europa und anderswo haben ihr Höchstmaß noch längst nicht erreicht. Dennoch fangen Industriepolitiker bereits an industriefreundliche Maßnahmen als ökonomische Notwendigkeiten zu verkaufen. Gerade die ambitionierten Klimaschutzpläne der EU - die Ausweitung des Emissionshandels und die Absenkung des Schadstoffausstoßes von PKW – könnte darunter
leiden. Vor allem der selbsternannte oberste Klimaschützer der Republik,
Sigmar Gabriel, zeigt Verständnis für die notleidende deutsche Wirtschaft und versucht gleichzeitig den Spagat in Richtung Umweltschutz.
Damit befindet er sich parteiintern in bester Gesellschaft. EU-Kommissar Günther Verheugen machte kürzlich
Schlagzeilen mit seiner Äußerung über eine Neuordnung der Rechtgrundlage für die europäischen Naturschutzgebiete, NATURA 2000. Angesichts des verschärften Wettbewerbs um knappe Rohstoffe, müsse neu über die Nutzung heimischer Rohstoffe auch in Naturreservaten nachgedacht werden. Wie passend, dass die Finanzkrise und eine mögliche Rezession in Europa dafür schlagkräftige Argumente liefern. Was interessiert uns unsere Zukunft, Hauptsache die Wirtschaft brummt.