Der amtierende Präsident Boris Tadić (Demokratische Partei) erreichte am Sonntag in der Stichwahl der serbischen Präsidentschaftswahlen einen knappen Sieg über den nationalistischen Tomislav Nikolić (Serbische Radikale Partei). Die Wahlen waren für die Zukunft des Landes als entscheidend angesehen worden, da eine unilaterale Unabhängigkeitserklärung der Provinz Kosovo erwartet wird.
Die Geschichte wiederholt sich, denn genau wie bei dem letzten Urnengang der Serben im Juni 2004, gewann der Ultranationalist zwar mit knapper Mehrheit die ersten Runde der Präsidentschaftswahlen (
wir berichteten), verlor dann aber doch die direkte Stichwahl gegen Tadić.
Der Sieg des pro-westlichen Demokraten gegen den pro-russischen Nationalisten Nikolić macht deutlich, dass das Serbien bereit ist, seine Integration in die Europäische Union über seine Uneinigkeit mit dem Westen über dessen Unterstützung der Unabhängigkeit des Kosovo zu stellen. Das knappe Ergebnis zeigt aber auch, wie entzweit die Serben in dieser Frage sind. Bleibt abzuwarten was passiert, wenn der Kosovo wirklich seine Unabhängigkeit erklärt.
Gestern, genau zwei Wochen nach den serbischen Präsidentschftswahlen, hat der Kosovo seine Unabhängigkeit erklärt. In den Mitgliedsländern der EU gibt es scheinbar unterschiedliche Positionen zu dieser Entwicklung. Was die Presse hiezulande dazu denkt ist
Aufgenommen: Feb 18, 15:30