Bis heute wird eifrig und leidenschaftlich darüber gestritten, wie Niccolò Machiavellis politisches Denken verstanden werden soll. Sehen die einen Interpreten ihn als „Lehrer des Bösen“, so erkennen die anderen in ihm den Vertreter einer „neuen Moralität“ oder einer heidnischen „politischen Ethik“. Verstehen die einen ihn als den Begründer einer neuen Wissenschaft der Politik, so ist er für andere in einer astrologischen Weltsicht befangen und methodisch wie wissenschaftlich belanglos.
Die Tagung
Niccolò Machiavelli – Die Geburt des modernen Staates diskutiert diese kontroversen Themen und setzt sich mit Machiavellis Verhältnis zum neuzeitlichen Staatsbegriff auseinander. Die Referenten widmen sich seinem Denken im Zusammenhang mit den Wandlungen im Denken über Ordnung und Herrschaft zu Beginn der Neuzeit und thematisieren im zweiten Teil auch die vernachlässigten Aspekte seines Werkes, so die literarisch-rhetorische Dimension seiner Schriften. Im dritten Teil der Tagung werden die Wirkungen Machiavellis in den zeitgenössischen staatstheoretischen und philosophischen Diskursen thematisiert. Dabei wird es um die dämonologische Leseweise Machiavellis und sein Verhältnis zum heutigen realistischen und republi- kanischen Denken gehen. Zudem wird seine Präsenz in der Empire-Debatte (Hardt/Negri) und in Michel Foucaults Reflexionen über die Regierungskunst untersucht.
Um
Anmeldung bis zum 9. Dezember wird gebeten!